Liebe Sprüche – hochzeit

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Gieß in meine Seele deine Gieß in meine Seele deine, Meine hast du längst getrunken, Wie im Morgensonnenscheine Untergehn der Sterne Funken: Daß mit wonnevollen Schmerzen Gleiche Flammen uns durchwühlen! Dass wir beide tief im Herzen Eines Blutes Pulsschlag fühlen.

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Wir lieben nicht unseresgleichen: Zwischen zwei Liebenden müssen Streitigkeiten auszugleichen, Entfernungen zu überbrücken sein.

Balzac, Verlorene Illusionen (Illusions perdues), 1837-43 (dt. 1846)

Der beste Moment in der Liebe ist, wenn du die Treppe hinaufsteigst.

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Wenn die Liebe einmal brennt, so mag die Flamme immerhin erlöschen, die sie ursprünglich anzündete.

Dorner, Entwicklungsgeschichte der Lehre von der Person Christi, 1839

Ja, wär' das Band nur irdisch, Das dich und mich umschlingt, So zagt' ich vor der Prüfung, Die uns das Scheiden bringt. Doch geistig sind die Fäden, Die Liebe um uns flicht; Die Körper mag man trennen – Die Geister trennt man nicht! Lang' eh' die scheue Lippe Das Liebeswort gestand, Lang' eh' auf deinen Wangen Mein erster Kuß gebrannt, Lang' eh' wir Herz am Herzen Gejubelt und geweint, War Seele schon mit Seele In Leid und Luft vereint. Und ob aus meinen Armen Dich heut' das Schicksal reißt – O weine nicht! – Dir folgt ja, Wohin du ziehst, mein Geist. Und ob auch längst die Lippen Geküßt den letzten Kuß, Und ob auch längst die Augen Getauscht den letzten Gruß, Und ob auch längst im Winde Verweht das letzte Wort – Der Bund, den Seelen schlossen, Währt ewig, ewig fort!

Scherenberg, E., Gedichte. Stürme des Frühlings. Neue Gedichte, 1865

Endlich liegt in den Jahren der Liebe, jener Spanne also, die sich in den südlichen Ländern oft auf nur zwölf oder fünfzehn Jahre, freilich die schönsten unseres Lebens beschränkt, unser Glück vollkommen in der Hand der Frau.

Stendhal, Über die Liebe (De l'Amour), 1822

Die Liebe und der Champagner gleichen sich in vielem – auch im Katzenjammer, wenn die Qualität nicht gut war.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Die Liebe ist ein gegenseitiges sich Nachbilden.

Dorner, Entwicklungsgeschichte der Lehre von der Person Christi, 1839

Zwischenspiel VI Daß wir uns heute – heute erst fanden – Wie nenne ich sie mit brennenden Namen, die es verschuldet! Wie treff' ich uns mit zorniger Klage, die wir's geduldet! Denn was in uns beiden heute nach Offenbarung drängt, das hat sich vor Jahrmillionen in schaffenden Keimen vermengt. Ich bin das erfüllte Umschlingen und du das bereite Warten, ich bin dir Sonne und Regen und du die Erde im Garten. – Durch hundert blühende Tage und tausend Nächte voll Leid sind wir zu Menschen geworden mit Grauen und Seligkeit – und liefen aus fremden Weiten in eine Spitze zusammen und lodern aus feindlichen Polen in einiger, jauchzender Flamme!

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Die meisten Weltmänner getrauen sich – aus Eitelkeit, aus Argwohn, aus Furcht vor einem Mißgeschick – eine Frau erst nach ihrer Hingabe zu lieben.

Stendhal, Über die Liebe (De l'Amour), 1822

Ein Glück ohne Liebe ist wie eine Göttin ohne Altar.

Balzac, Verlorene Illusionen (Illusions perdues), 1837-43 (dt. 1846)

Mit dem Geliebten scheint ein Jahr wie eine Stunde.

Oesch (Hg.), Russische Sprichwörter. Ausgewählt und übersetzt von Will A. Oesch, Zürich 1945

Wir können lieben, ohne glücklich zu sein; wir können glücklich sein, ohne zu lieben, aber lieben und glücklich sein – die beiden so großen menschlichen Genüsse zu verbinden, dazu bedarf es eines Wunders.

Balzac, Verlorene Illusionen (Illusions perdues), 1837-43 (dt. 1846)

Zünde die Lampe der Liebe mit deinem Leben.

Tagore, Sangesopfer (Gitanjali), dt. von Marie Luise Gothein, München 1914

Die echte Liebe empfindet den Geist auch im Leib, in der sinnlichen Schönheit.

Arnim, Goethes Briefwechsel mit einem Kinde, 1835. Dritter Teil

Jedes Übel in der Liebe ist leicht, wenn du es ertragen willst.

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In der Liebe bezweifelt man oft, was man am festesten glaubt (La Rochefoucauld). In allen anderen Leidenschaften zweifelt man nicht mehr an etwas, das seine Probe einmal bestanden hat.

Stendhal, Über die Liebe (De l'Amour), 1822

Überall dort, wo es Liebe gibt, ist das Paradies.

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Nichts verwehrt einer Frau die Minne zweier Männer und dem Manne die zweier Frauen.

Stendhal, Über die Liebe (De l'Amour), 1822

Wahrer Liebe nichts gefällt, das nicht den Liebsten ergötzt.

Capellanus, Der Minne Regel, 1404

Liebe aber, die ist dienstbar und untertan dem, das sie lieb hat.

Luther, Von der Freiheit eines Christenmenschen, 1517