Liebe Sprüche – hochzeit

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Getrennter Liebender Gebet zueinander Komm auch heute zu mir, bleibe auch heute bei mir. Begleite jeden meiner Schritte heilige mir jeden Schritt. Hilf mir, daß ich nicht in Stricke falle noch strauchle. Hilf mir stark und schön bleiben, bis ich dich nächsten Morgen so wieder bitte. Durchdringe mich ganz mit dem Licht, das du bist. Wohne in mir wie das Licht in der Luft. Auf daß ich ganz dein sei, Auf daß du ganz mein seist auch diesen Tag.

Morgenstern, C., Gedichte

Die wahre Liebe hat kaum eine Methode.

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Wieviel Schwanken und Quälen, wieviel Seelenarbeit und Seelenwandlung mag's geben, ehe ein Mensch sich so tief in den andern hineinpflanzt, – ja, so tief, dass die beiden nun wirklich aus einer Wurzel weiter wachsen müssen, wenn sie gedeihen wollen.

Andreas-Salomé, Fenitschka. Eine Ausschweifung, 1898

Wer kann der Liebe vorschreiben? Dem einfachsten und dem grilligsten Dinge in der grillenhaften Zusammensetzung, die man Mensch nennt. Dem Kinde, das bald mit elendem Spielzeug zu führen ist, bald mit allen Schätzen nicht angelockt werden kann. Dem Gestirn, dessen Weg man bald wie die Bahn der Sonne auf den Punkt auszurechnen imstande ist, und das oft schlimmer als Komet und Irrlicht den Beobachter trügt.

Goethe, J. W., Briefe. An Frau von Stein, 17. April 1782

Philosophie taugt für die Liebe wie Wasser für das Feuer.

Fock, Sterne überm Meer. Tagebuchblätter und Gedichte, 1917 (posthum)

Manchem Hingeschiedenen erweist man die letzte Ehre; aber wer fragt nach der letzten Liebe?

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Die Liebe als Recensentin Der Kukuk hat ein einzig Lied Auf seinen Schatz erdacht, Das wird er nicht zu singen müd' Von früh bis in die Nacht. Sein Schätzlein sitzt auf grünem Zweig, Hört unermüdlich zu, Und denkt, es singt im ganzen Reich Doch keiner wie mein Kuku.

Sturm, J., Gedichte, 3. Auflage 1862. Originaltext

Die Liebe ist ein Traum, die Ehe ein Geschäft.

Nestroy, Reserve und andere Notizen, 2000. Nachträge II, ohne genaue Datierung

Eine Heirat aus Liebe ist eine Vernunftehe des Herzens.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1891

Es gibt nichts so Erhabenes und nichts so Lächerliches, das die Liebe nicht vollbrächte.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1897

Die Liebe ist kein Feuer – doch wenn sie entbrannt, ist sie nicht zu löschen.

Oesch (Hg.), Russische Sprichwörter. Ausgewählt und übersetzt von Will A. Oesch, Zürich 1945

In der Liebe wie in der Kunst, Subtilität ist eine Tugend der Schwachen.

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Die Flitterwochen verprassen die Liebe.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Wir lieben uns: Lasst uns zusehen, dass wir uns lieb behalten! Oder soll unser Versprechen ein Versehen sein?

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Dritter Teil, 1884. Von alten und neuen Tafeln

Wunsch Er. O wenn wir Sterne wären, du und ich, Mit Liebesglanz am schönen, blauen Himmel, Und du mit mir den Nachtweg durchs Gewimmel Mit Silberschrittlein gingst – wie wonniglich! Sie. Ja, selig wär' ich, so zu folgen dir! Doch ist's genug mir schon, darf ich nur wandern So treu dir nach, wie ein Stern folgt dem andern, Den Pfad, der auf zum Himmel führt von hier.

Poestion (Hg.), Isländische Dichter der Neuzeit in Charakteristiken und übersetzten Proben ihrer Dichtung, 1897

Kein Herz liebt wärmer und mit ganzer Seele hingegebener als das eines Mannes, dem sich noch einmal in den Jahren, wo wir keine Liebe mehr zu gewinnen hoffen dürfen, ein weibliches Wesen aufrichtig hinzugeben vermag.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Die Liebe ist der Weg Gottes zu den Menschen, und der Weg des Menschen zu Gott.

Pseudo-Augustinus, De spiritu et anima, entstanden ca. 1162/70. 16. Kapitel

Man soll einem Kunstwerk nicht den Aufwand anmerken, den es verursacht hat. In der Liebe ist deshalb von Mann und Frau der Mann der minderbegabte. Weil er die Anstrengung nicht zu verbergen weiß.

Hagemann, Aphorismen zur Liebesweisheit, 1921

Liebe zum andern Geschlecht. – Armsel'ge, die ihre Liebe nie genossen: Zieht hin, zieht in der Berg der Venus ein!

Wagner, Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Große romantische Oper in drei Akten, uraufgeführt 1845

Der Liebe war die Blindheit immer eigen, Daher man ihr, zur steten Führerin, Die Thorheit gab.

Hagedorn, F., Gedichte. Fabeln und Erzählungen. Zweites Buch. Adelheid und Henrich. Dritte Erzählung. Originaltext

Sonnenwendtag Es war am Sommersonnwendtag, Dein braunes Haar im Nacken lag Wie Gold und schwere Seiden. Da nahmst du mir die feine Hand. Und hinter dir stob auf der Sand Des Feldwegs an den Weiden. Von allen Bäumen floß der Glanz. Dein Ritt war lauter Elfentanz Hin über rote Heiden. Und um mich duftete der Hag, Wie nur am Sommersonnwendtag, Ein Dank und Sichbescheiden.

Heym, G., Gedichte. Entstanden 1904, Erstdruck in: Der ewige Tag, 1911