Liebe Sprüche – hochzeit

1330 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Liebe hochzeit

Liebe: Gib nicht mit Unrecht dem Zustand den Namen.

Musil, Kleine Prosa, Aphorismen, Autobiographisches, in: Gesammelte Werke in neun Bänden, 7. Band, hg. von Adolf Frisé, Reinbek 1978

Die Lieb' ist eine Nachtigall. Im gold'nen Käfig singt sie nicht.

de Nora, Gedichte. Aus: Die Lieb' ist eine Nachtigall

Von allen Leidenschaften ist Liebe die allgemein herrschende, und ich darf beinahe sagen, daß sie die einzige ist, der ehrliche Leute frohnen, denn – man wird den ehrlichsten Mann, das ehrlichste Weib – verliebt sehen. Und der Sieg über sie ist nur dem Mißtrauen in sich selbst, und der Flucht gewähret.

Ehrmann, Philosophie eines Weibs. Von einer Beobachterin, 1784 (anonym)

Wenn wir uns schon nicht den Leiden der Liebe entziehen können, so können wir doch verhindern, dass wir ihr Spielzeug werden.

Rolland, Ein Spiel von Tod und Liebe (Le jeu de l'amour et de la mort), 1924

Man redet heute so viel von Liebe. Nachdem die Reiche dieser Welt in Hass untergegangen, sucht jeder nach dem verlorenen Kleinod, jeder jagt nach einer andern Seite, und was er findet, bringt er heim, laut verkündend, dass es das Wahre sei.

Waser, Wir Narren von gestern, 1922. Originaltext

Der Lieb' in ihrem kleinen Kabinette Ist himmlisch wohl.

Daumer, Hafis. Eine Sammlung persischer Gedichte, nebst poetischen Zugaben aus verschiedenen Völkern und Ländern, 1846. Aus: Es hauset der Gedanke

Wenn ich Frauen betrogen habe, so war das Hintergangenwerden gegenseitig. So etwas zählt nicht; denn wenn die Liebe mit ins Spiel kommt, sind gewöhnlich beide Teile angeführt.

Casanova, Die Erinnerungen des Giacomo Casanova (Histoire de ma vie, 1793-98), übersetzt von Heinrich Conrad, 6 Bde., 1911. 1. Band, Vorrede

Die Liebe macht scharfe Augen; freilich, im übrigen ist sie für alles was, drum und dran ist, gewöhnlich blind und taub – die Liebe nämlich – und merkt nichts, bis sie mit der Nase auf das Wahre und Reelle gestoßen wird.

Marlitt, Amtmanns Magd, 1881

Ich liebe dich..... Ich liebe dich Und finde dich Wenn auch der Tag ganz dunkel wird. Mein Lebelang Und immer noch Bin suchend ich umhergeirrt. lch liebe dich! Ich liebe dich! Ich liebe dich! Es öffnen deine Lippen sich..... Die Welt ist taub, Die Welt ist blind Und auch die Wolke Und das Laub – – Nur wir, der goldene Staub Aus dem wir zwei bereitet: – Sind!

Lasker-Schüler, E., Gedichte. Mein blaues Klavier, 1943. Originaltext

Coralie II Wie dort durch der Brandung Zischen Sich erstreckt der Hafendamm, So erstrecke ich mich zwischen Dich und deinem Bräutigam. Auf neutralem Boden schlummern Ist mir ein besondrer Reiz, Wie das Leben zwischen Pummern Und Palermo in der Schweiz. Eisig krappelt's übern Rücken, Schloßenschauer fühl ich nah; Hingestreckt vor meinen Blicken Feurig glüht Italia

Wedekind, F., Gedichte. Die vier Jahreszeiten, entst. zwischen 1877 und 1905.

An die Erwählte Hand in Hand! und Lipp auf Lippe! Liebes Mädchen, bleibe treu! Lebe wohl! und manche Klippe Fährt dein Liebster noch vorbei; Aber wenn er einst den Hafen, Nach dem Sturme, wieder grüßt, Mögen ihn die Götter strafen, Wenn er ohne dich genießt. Frisch gewagt ist schon gewonnen, Halb ist schon mein Werk vollbracht! Sterne leuchten mir wie Sonnen, Nur dem Feigen ist es Nacht. Wär ich müßig dir zur Seite, Drückte noch der Kummer mich; Doch in aller dieser Weite Wirk ich rasch und nur für dich. Schon ist mir das Tal gefunden, Wo wir einst zusammen gehn Und den Strom in Abendstunden Sanft hinuntergleiten sehn. Diese Pappeln auf den Wiesen, Diese Buchen in dem Hain! Ach, und hinter allen diesen Wird doch auch ein Hüttchen sein.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Lieder

Sich im Leben allein zu langweilen, ist schlimm! Zu Zweien – das ist noch schlimmer!

Verne, Die Leiden eines Chinesen in China (Les tribulations d’un chinois en Chine), 1879. 1. Capitel

An Emma VII. Wir haben Hand in Hand gelegt und wußten gleich: so war es gut; Nie ward die Hand des Druckes müd', sie ruhte fest, so war es gut; Uns lehrte jeder Tag aufs neu: ihr fandet euch, und das war gut. Nicht jeder Tag war Sonnenschein, dich schaut' ich an, und es war gut. Und hast du selbst einmal gestürmt, – ich sah dein Aug', und es war gut. Und haben Andre dich verkannt, – ich kannte dich, und es war gut. Und hab' ich achtlos dich gekränkt, – nie meint' ich's bös', ich meint' es gut, O bleib' bei mir, geliebtes Herz, treu wie bisher, und es ist gut; Denn schwach und arm bin ich allein, hilf du mir weiter, stark und gut. Und wie mein Leben auch verläuft, froh will ich sagen: es war gut, Und halt' im Tod ich deine Hand, – ich fürcht' ihn nicht, auch er ist gut.

Frapan, Gedichte von Ilse Frapan, Berlin 1891

Die Liebe überwindet alles, und wir beugen uns ihrer Macht.

Vergil, Eklogen (Eclogae, auch: Bucolica oder Idyllen), ca. 42-39 v. Chr. Ekloge 10: Gallus

Der wahrhaft Liebende ist erst dann befriedigt, wenn er alles, was er ist und wert ist, alles, was er besitzt und empfängt, dem Geliebten zubringt.

Cruz, Lebendige Liebesflamme (Llama de amor vita), 1618, dt. von Georg Philipp Harsdörffer, Nürnberg 1644

Der erste Mann ist stets ein Unglücksfall.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Aus: Die Frau spricht (I), in: Die Weltbühne, 13.08.1929, Nr. 33 (Theobald Tiger), wieder in: Lerne lachen ohne zu weinen, 1931

Manbraucht nichts,wo sich Herz zu Herz gefunden; Man lebt schon halb, wenn man sich täglich sieht.

Ibsen, Komödie der Liebe (Kjærlighedens Komedie), 1862. 1. Akt, Frl. Elster

Uralt... Schweig, mein Geliebter; Mund auf Mund Wurden wir groß, wurden wir alt In einem nie gestillten Bund, Alt wie der uralte Wald. Alt wie der Mond, mein Lichtgesicht, Bist du am Himmel tausend Jahr O schmale Sichel aufgericht, Der ich die Ernte war. Alt wie das Meer, die dunkle Saat, Nach dir gereift, sehnsüchtige Flut, Steigt zwischen uns den ewigen Pfad Dunkel das ewige Blut.

Weissmann, M. L., Gedichte

Die Liebe Eine Schale des Harms, eine der Freuden wog Gott dem Menschengeschlecht; aber der lastende Kummer senket die Schale, Immer hebet die andre sich. Irren, traurigen Tritts wanken wir unsern Weg Durch das Leben hinab, bis sich die Liebe naht, Eine Fülle der Freuden In die steigende Schale streut. Wie dem Pilger der Quell silbern entgegenrinnt, Wie der Regen des Mays über die Blüthen träuft, Naht die Liebe; des Jünglings Seele zittert, und huldigt ihr! Nähm' er Kronen und Gold, mißte der Liebe? Gold Ist ihm fliegende Spreu; Kronen ein Flittertand; Alle Hoheit der Erde, Sonder herzliche Liebe, Staub. Loos der Engel! Kein Sturm düstert die Seelenruh Des Beglückten! Der Tag hüllt sich in lichters Blau, Kuß, und Flüstern und Lächeln Flügelt Stunden an Stunden fort. Herrscher neideten ihn, kosteten sie des Glücks, Das dem liebenden ward; würfen den Königsstab Aus den Händen, und suchten Sich ein friedliches Hüttendach. Unter Rosengesträuch spielet ein Quell, und mischt Dem begegnenden Bach Silber. So strömen flugs Seel' und Seele zusammen, Wenn allmächtige Liebe naht.

Hölty, L., Gedichte. Entstanden 1773, Erstdruck in: Musenalmanach 1774, Göttingen. Originaltext

Letzte Liebe Schon ist der Tag uns im Verglühen, In letzter Schönheit prangt dein Leib; Der Herzen allerletztes Blühen Ist unser Glück, geliebtes Weib! D'rum laß – o laß die Zeit uns frommen, Und keine Stunde sei versäumt; Von Wonne sei die Nacht durchglommen, Und dann der Morgen hold verträumt. Und jede Freude dieses Lebens Soll noch durch uns're Seele geh'n; Wir wollen sie, entzückten Bebens, Noch ganz genießen und versteh'n. Mag auch der Himmel leise nachten, Und hält er seinen Blitz gezückt – Wir wollen nimmer es beachten, Wie nahe das Verhängniß rückt. Und sterben laßt uns lebenstrunken, Ist der Vernichtung Stunde da, Wie einst im Tode hingesunken Antonius und Cleopatra!

Saar, Gedichte, 1888 (EA: 1882). Aus dem Tagebuch der Liebe. Originaltext

Das Liebesbündnis schöner Seelen Knüpft oft der erste Augenblick.

Wieland, Idris und Zenide. Ein heroisch-comisches Gedicht, 1767