Liebe Sprüche – hochzeit

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Der Pfau gefällt dem Pfau, die ungestalte Eule Find't ihren Gatten schön, glaubt daß er lieblich heule.

Wieland, Idris und Zenide. Ein heroisch-comisches Gedicht, 1767. Dritter Gesang, 10. Vers

Wie Liebesleiden und Liebesfreuden einander so anmutig gleich sehn und so innig verschwistert sind, daß keine Gewalt sie zu trennen vermag. Unter der Träne quillt das Lächeln vor, das Lächeln lockt die Träne aus ihren Kammern.

Motte Fouqué, Undine, 1811. Originaltext

Die Liebe muss hinter sich wie vor sich Ewigkeit sehen.

Schiller, F., Briefe. An Lotte von Lengefeld und Caroline von Beulwitz, 7. September 1789

Die Liebe Die Liebe willst du finden? So suche sie im Mai, Da sitzt auf Blütenbäumen Die wunderholde Fei. Da flattert allerwegen Ihr weiches, grünes Haar, Aus jeder Blume lächelt Ihr Schelmenaugenpaar. Doch soll ich gut dir raten, So bleib ihr lieber fern, Denn Necken und Betrügen, Das hat sie gar zu gern. Sie kost mit dir ein Weilchen Und lässt dich dann allein, Sie giebt für kurze Wonne Dir lange, bange Pein.

Holm, Verse von Mia Holm, 1900. Originaltext

Raum ist in der kleinsten Hütte Für ein glücklich liebend Paar.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Der Jüngling am Bache, Erstdruck 1803 unter dem Titel »Liebesklage«

Die Liebe ist wie ein Garten: Wenn man sie nicht pflegt, verkommt sie.

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Macht die Liebe nicht alle Stände gleich?

Tieck, Der gestiefelte Kater. Ein Kindermärchen in drei Akten, mit Zwischenspielen, einem Prologe und Epiloge, 1797. Originaltext

Ist's ein Traum? Haben kaum Sich gefunden, Und schon sind, So geschwind, Als der Wind Beyder Herzen Auch verbunden! – Wie sie scherzen! Schmachtend blicken! Sich die Hände Voll Entzücken Feurig drücken! Macht ein Ende! Ha, vor Neide Werd' ich blind! –

Gotter, Die Geisterinsel. Opernlibretto, uraufgeführt 1798. 2. Akt, 13. Auftritt. Originaltext

Sieg Zum ersten Male ist sie heut' gegangen Als junge Christin zum Altar des Herrn; Die dunklen Worte, die vorher erklangen, Sie hielten ihr die ganze Erde fern; Ein Todesschauer bleichte ihre Wangen Und fast verglimmte ihres Auges Stern, Denn, wer nicht würdig ißt und trinkt, so spricht Gott selbst, der ißt und trinkt sich das Gericht. Und dennoch hat sie heut' sich mir ergeben, Wo jegliche Empfindung ihr's verbot; Sie wagte einmal, ihren Blick zu heben, Da sah sie mich und wurde wieder roth; Nun nahte sie sich dem Altar mit Beben Und nahm nur noch mit Angst das heil'ge Brot, Und als sie auch verschüttete den Wein, Da jauchzte ich: sie ist auf ewig mein!

Hebbel, F., Gedichte. Ein frühes Liebesleben, 3. Entstanden 1856. Originaltext

Im Gegensatz zum Kriege stellt man in der Liebe nach einer Niederlage härtere Bedingungen, man erschwert sie immer mehr, je mehr man besiegt ist, wenn man überhaupt in der Lage ist, Bedingungen zu stellen.

Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (À la recherche du temps perdu), 7 Bde., Erstdruck 1913-27. Band 2: Im Schatten der jungen Mädchen (À l'ombre des jeunes filles en fleurs), 1919. Übersetzt von Walter Benjamin und Franz Hessel, Berlin 1927

Strandidyll Auf dem Rücken im warmen Sand Nie ein schöneres Lager ich fand. Murmelnde, kichernde Wellen zu Füßen, Oben im Wind ein Lispeln und Grüßen Schwankender Halme und leises Gesumm Sammelnder Bienen, sonst Stille ringsum. Ja, ringsum! Nur selten, bald ferne, bald nahebei Ein Möwenschrei. Durch das halbgeöffnete Lid Blinzelt das Auge hinüber zum Ried. Blendendes, zitterndes Sonnengegleiße; Schmetterlingsspiele. Blaue und weiße Kinder der Stunde. Nun löst aus der Schar Sich ein bläulich geflügeltes Paar, Liebespaar! Das schaukelt und gaukelt und flügelt und giebt Sich sehr verliebt. Plötzlich, ei fällt denn der Himmel ein? Weitet sich, breitet sich bläulicher Schein. Lässt sich das zärtliche Pärchen nieder Frech mir gerad' auf die Augenlider? Aber schon merk' ich's am salzigen Geruch, Und schon fühl' ich's am derben Tuch, Schürzentuch, Und hör es am Lachen, die Grete, die Katz, Beschlich ihren Schatz. Seit an Seit und Hand in Hand, Schäferstündchen am stillen Strand. Schmeichelnder Wind und schäkernde Wellen; Faltergeschwirr im zitternden, hellen Sonnengeflirr überm Dünenhang; Irgendwoher ein verwehter Klang, Glockenklang, Und Hundegebell und das klägliche Muh Einer einsamen Kuh.

Falke, G., Gedichte. Mynheer der Tod, 1892

Treue, echte Liebe freuet sich in der Stille des seligen Genusses, prahlt nicht nur nie mit Gunstbezeugungen, sondern gesteht sich's sogar selbst kaum, wie froh sie ist.

Knigge, Über den Umgang mit Menschen, Erstdruck 1788, hier nach der 3. erweiterten Auflage von 1790. 2. Teil, 4. Kapitel: Über den Umgang mit und unter Verliebten

Die glücklichsten Augenblicke in der Liebe sind da, wo man sich noch nicht gegeneinander mit Worten entdeckt hat, und doch jede Miene, jeden Blick versteht.

Knigge, Über den Umgang mit Menschen, Erstdruck 1788, hier nach der 3. erweiterten Auflage von 1790. 2. Teil, 4. Kapitel: Über den Umgang mit und unter Verliebten

So deine Liebe mein ewig Gut erstrebt, sei sie willkommen.

Wille, Die Abendburg. Chronika eines Goldsuchers in zwölf Abenteuern, 1909. Das elfte Abenteuer

Wo die Liebe natürlich ist, trägt sie ihren Lohn in sich.

François, Stufenjahre eines Glücklichen. Roman, 1877. Der Kampf am Jugendhimmel

Ja auch die Liebe / die zwischen hohen Häuptern sich entspinnet / enteusert sich bey ihrer süssen Genüssung aller euserlichen Herrligkeit; Sie suchet ihre Ergötzligkeit nicht in den Zinnen der Palläste / sondern in den Wohnstädten der Hirten; nicht in dem Gepränge des Hoffes / sondern in einfältiger Verträuligkeit.

Lohenstein, Großmüthiger Feldherr Arminius oder Herrmann, 2 Bde., 1689-90 (posthum). 1. Band, 3. Buch. Originaltext

Die Liebe gleicht alles aus.

Lortzing, Der Waffenschmied, uraufgeführt 1846. Erster Aufzug, dritter Auftritt. Graf

Warnung Ja, ich gestehe mir es mit Entzücken, Ich bin dir hingegeben: Doch, süßer Freund, bewahr' es wie dein Leben. Der Lieb' ist nichts so eigen, Als sich mit holder Schüchternheit umschleiern. Hat sie schon nicht zu sorgen, Und dürfte kühn sich zeigen, Will sie geheim doch ihre Weihe feiern Und bricht der helle Morgen Auf günst'ge Schatten ein, die sie verborgen So wird verstört, mit Beben, Auch ihrer Träume zartester entschweben. Ich scheue nicht das Necken Gespitzter Zungen, noch des Pöbels Tadel. Das wollt' ich muthig leiden Uns aller Welt entdecken, Stolz auf die Wahl und meines Herzens Adel. Allein von diesen Freuden Beneid' ich Andern selber das Beneiden, Kein fremder Sinn soll streben, Zur Ahndung unsers Glücks sich zu erheben. Wohl muß es bitter schmerzen, Erlischt, in des Vergeßens Strom getauchet, Der Liebe schönes Glühen. Doch wenn aus stillem Herzen Du von den Lippen erst das Wort gehauchet, Kannst du's zurück nicht ziehen: Drum werde nimmer dem Verrath verziehen; Vergeßen sei vergeben, Wenn neue Wünsche seinen Schlaf beleben. Es drängen sich die Seelen Der Liebenden im Blick an's Licht der Sonne, Wie hinter Schloß und Riegel; Sie innigst zu vermählen, Erschließet erst der Kuß das Thor der Wonne, Und löset ihre Flügel. Jetzt aber sei dir dieser Kuß als Siegel Des Schweigens mitgegeben, Das keine Macht vermöge wegzuheben.

Schlegel, A. W., Gedichte. Entstanden 1799, Erstdruck 1800

Liebe: zwei im Fliegen zu neuem Leben Geeinte.

Hille, Gestalten und Aphorismen, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 2, hg. von seinen Freunden 1904 (posthum)

Welch ein Wahnsinn wohnt in der Liebe!

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Lieben heißt nicht, sich gegenseitig anzusehen, sondern gemeinsam in dieselbe Richtung zu schauen.

de Saint-Exupéry, Wind, Sand und Sterne (Terre des Hommes), 1938. Übers. Internet