Liebe Sprüche – klassisch

360 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Liebe klassisch

Und was hat mehr das Recht, Jahrhunderte Zu bleiben und im Stillen fort zu wirken, Als das Geheimnis einer edlen Liebe, Dem holden Lied bescheiden anvertraut?

Goethe, Torquato Tasso, 1807. 2. Akt, 1. Szene, Tasso zur Prinzessin

Menschenbeifall Ist nicht heilig mein Herz, schöneren Lebens voll, Seit ich liebe? warum achtetet ihr mich mehr, Da ich stolzer und wilder, Wortereicher und leerer war? Ach! der Menge gefällt, was auf den Marktplatz taugt, Und es ehret der Knecht nur den Gewaltsamen; An das Göttliche glauben Die allein, die es selber sind.

Hölderlin, F., Gedichte

Das Lesezeichen 1872 "Kein Feuer, keine Kohle Kann brennen so heiß, Als heimliche Liebe, Von der Niemand nichts weiß." So hast du's gehalten, Du liebliche Maid – Wie Vater und Mutter Zu ihrer Zeit. Warum nun der Zorn In des Vaters Gesicht? Und die Mutter thut auch fast, Als wüßt' sie es nicht! Was hilft's, daß der Brief In der Bibel sich fand, Wo geschrieben steht "Liebt euch Unter einand'" Du hast gar zu fromm Deine Liebe versteckt – Und die Frömmigkeit hat sie Am Sonntag entdeckt. Konnt' am Herzen dir sicher Sein Brieflein nicht ruh'n? Was hat denn dein Schatz In der Bibel zu thun?

Internet

Was kein Verstand erfaßt, keine menschliche Weisheit erreicht, das ist der wahren Liebe zu allen Zeiten möglich; ihr Quell ist unversiegbar.

Davidis, Die Jungfrau. Worte des Rats zur Vorbereitung für ihren Beruf (2. Auflage ab 1864 unter dem Titel: Der Beruf der Jungfrau. Eine Mitgabe für Töchter gebildeter Stände), 1857

Die da brennen in der wahren Minne und auf einem steten Grund bauen, die Wahrheit und Frucht bringen mit vollem Haufen des seligen Endes, die wohnen in der Höhe.

Internet

Suleika Nimmer will ich dich verlieren! Liebe gibt der Liebe Kraft. Magst du meine Jugend zieren Mit gewalt'ger Leidenschaft. Ach! wie schmeichelt's meinem Triebe, Wenn man meinen Dichter preist: Denn das Leben ist die Liebe, Und des Lebens Leben Geist.

Internet

Wer gab dir, Minne, die Gewalt, daß du so ganz allmächtig bist? Du siegtest über jung und alt, und gegen dich hilft keine List.

Internet

Die Unvergleichliche Welch Ideal aus Engelsphantasie Hat der Natur als Muster vorgeschwebet, Als sie die Hüll' um einen Geist gewebet, Den sie herab vom dritten Himmel lieh? O Götterwerk! Mit welcher Harmonie Hier Geist in Leib und Leib in Geist verschwebet! An allem, was hienieden Schönes lebet, Vernahm mein Sinn so reinen Einklang nie. Der, welchem noch der Adel ihrer Mienen, Der Himmel nie in ihrem Aug' erschienen, Entweiht vielleicht mein hohes Lied durch Scherz. Der kannte nie der Liebe Lust und Schmerz, Der nie erfuhr, wie süß ihr Athem fächelt, Wie wundersüß die Lippe spricht und lächelt.

Internet

Ohne Ceres und Bacchus hat es die Venus kalt.

Internet

Solange ich bin, werde ich deiner harren, und sei es, bis sich auf mein schmiegsam schwarzes Haar der Jahre weißer Reif legt.

Internet

Im Dienste der Liebesgöttin wird man leichter kahl als grau; er war schon gegen die Silberbraut moralisch-kahl.

Jean Paul, Titan, 4 Bde., 1800-1803. Dritter Band. Zwanzigste Jobelperiode. 87. Zykel

O Liebe! Wie vollendet ist deine Zaubermacht: stärkst den Schwachen und wirfst den Starken nieder.

Internet

Eros, der Schenk Ich wähle mir den Liebesgott zum Schenken, Er füllt den Becher mir aus Zauberkrügen Und weiß das Herz in seliges Genügen, Den Sinn in süßen Taumel zu versenken. Auch lehrt er mich, zu holdem Angedenken Den Wein zu schlürfen in bedächt'gen Zügen, Zu zartem Gruße Reim in Reim zu fügen Und sanft der Musen weißes Roß zu lenken. Und wenn des Abends Schatten sich verbreiten Und müd' ich ruhe von des Tags Genusse, Erregt er sacht der Zither goldne Saiten. Da muß im Schlaf gleich Wimpeln auf dem Flusse Manch holdes Traumbild mir vorübergleiten, Bis mich der Morgen weckt mit ros'gem Kusse.

Geibel, E., Gedichte. Jugendgedichte. Zweites Buch. Sonette und Distichen aus Griechenland als Intermezzo

Die Liebe ist es: in der Kraft der unvergänglichen Gottheit, von auserlesener Schönheit … Sie erscheint in Gestalt eines Menschen, weil der Sohn Gottes, als er sich mit dem Fleische bekleidete, den verlorenen Menschen im Dienst der Liebe erlöste.

Internet

Aber eine geheime Vorliebe für das, wofür wir einstmals gekämpft und gelitten, bleibt immer in unserm Herzen.

Heine, Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland, 1793. Zweites Buch. Fußnote

Huldige nicht mehrern Frauenzimmern zu gleicher Zeit, an demselben Orte, auf einerlei Weise, wenn es Dir darum zu tun ist, Zuneigung oder Vorzug von einer einzelnen zu erlangen.

Knigge, Über den Umgang mit Menschen, Erstdruck 1788, hier nach der 3. erweiterten Auflage von 1790. Zweiter Teil, 5. Kapitel, 7.

Die Füße im Feuer Wild zuckt der Blitz. In fahlem Lichte steht ein Turm Der Donner rollt. Ein Reiter kämpft mit seinem Roß Springt ab und pocht ans Tor und lärmt. Sein Mantel saust Im Wind. Er hält den scheuen Fuchs am Zügel fest. Ein schmales Gitterfenster schimmert goldenhell Und knarrend öffnet jetzt das Tor ein Edelmann ... "Ich bin ein Knecht des Königs, als Kurier geschickt Nach Nîmes. Herbergt mich! Ihr kennt des Königs Rock!" "Es stürmt. Mein Gast bist du. Dein Kleid, was kümmerts mich? Tritt ein und wärme dich! Ich sorge für dein Tier!" Der Reiter tritt in einen dunkeln Ahnensaal, Von eines weiten Herdes Feuer schwach erhellt, Und je nach seines Flackerns launenhaftem Licht Droht hier ein Hugenott im Harnisch, dort ein Weib, Ein stolzes Edelweib aus braunem Ahnenbild ... Der Reiter wirft sich in den Sessel vor dem Herd Und starrt in den lebendgen Brand. Er brütet, gafft ... Leis sträubt sich ihm das Haar. Er kennt den Herd, den Saal ... Die Flamme zischt. Zwei Füße zucken in der Glut. Den Abendtisch bestellt die greise Schaffnerin Mit Linnen blendend weiß. Das Edelmägdlein hilft. Ein Knabe trug den Krug mit Wein. Der Kinder Blick Hangt schreckensstarr am Gast und hangt am Herd entsetzt ... Die Flamme zischt. Zwei Füße zucken in der Glut. "Verdammt! Dasselbe Wappen! Dieser selbe Saal! Drei Jahre sinds ... Auf einer Hugenottenjagd ... Ein fein, halsstarrig Weib ... 'Wo steckt der Junker? Sprich!' Sie schweigt. 'Bekenn!' Sie schweigt. 'Gib ihn heraus!' Sie schweigt. Ich werde wild. Der Stolz! Ich zerre das Geschöpf ... Die nackten Füße pack ich ihr und strecke sie Tief mitten in die Glut ... 'Gib ihn heraus!' ... Sie schweigt ... Sie windet sich ... Sahst du das Wappen nicht am Tor? Wer hieß dich hier zu Gaste gehen, dummer Narr? Hat er nur einen Tropfen Bluts, erwürgt er dich." - Eintritt der Edelmann. "Du träumst! Zu Tische, Gast ..." Da sitzen sie. Die drei in ihrer schwarzen Tracht Und er. Doch keins der Kinder spricht das Tischgebet. Ihn starren sie mit aufgerißnen Augen an - Den Becher füllt und übergießt er, stürzt den Trunk, Springt auf: "Herr, gebet jetzt mir meine Lagerstatt! Müd bin ich wie ein Hund!" Ein Diener leuchtet ihm, Doch auf der Schwelle wirft er einen Blick zurück Und sieht den Knaben flüstern in des Vaters Ohr ... Dem Diener folgt er taumelnd in das Turmgemach. Fest riegelt er die Tür. Er prüft Pistol und Schwert. Gell pfeift der Sturm. Die Diele bebt. Die Decke stöhnt. Die Treppe kracht ... Dröhnt hier ein Tritt? Schleicht dort ein Schritt? ... Ihn täuscht das Ohr. Vorüberwandelt Mitternacht. Auf seinen Lidern lastet Blei, und schlummernd sinkt Er auf das Lager. Draußen plätschert Regenflut. Er träumt. "Gesteh!" Sie schweigt. "Gib ihn heraus!" Sie schweigt. Er zerrt das Weib. Zwei Füße zucken in der Glut. Aufsprüht und zischt ein Feuermeer, das ihn verschlingt ... "Erwach! Du solltest längst von hinnen sein! Es tagt!" Durch die Tapetentür in das Gemach gelangt, Vor seinem Lager steht des Schlosses Herr - ergraut, Dem gestern dunkelbraun sich noch gekraust das Haar. Sie reiten durch den Wald. Kein Lüftchen regt sich heut. Zersplittert liegen Ästetrümmer quer im Pfad, Die frühsten Vöglein zwitschern, halb im Traume noch. Friedselge Wolken schwimmen durch die klare Luft, Als kehrten Engel heim von einer nächtgen Wacht. Die dunkeln Schollen atmen kräftgen Erdgeruch, Die Ebne öffnet sich. Im Felde geht ein Pflug, Der Reiter lauert aus den Augenwinkeln: "Herr, Ihr seid ein kluger Mann und voll Besonnenheit Und wißt, daß ich dem größten König eigen bin. Lebt wohl! Auf Nimmerwiedersehn!" Der andre spricht: "Du sagsts! Dem größten König eigen! Heute ward Sein Dienst mir schwer ... Gemordet hast du teuflisch mir Mein Weib! Und lebst ... Mein ist die Rache, redet Gott."

Internet

Liebst du um Schönheit, O nicht mich liebe! Liebe die Sonne, Sie trägt ein gold'nes Haar! Liebst du um Jugend, O mich nicht liebe! Liebe den Frühling, Der jung ist jedes Jahr! Liebst du um Schätze, O nicht mich liebe! Liebe die Meerfrau, Die hat viel Perlen klar! Liebst du um Liebe, O ja mich liebe! Liebe mich immer, Dich lieb' ich immerdar.

Rückert, Gedichte. Liebesfrühling, entstanden 1821, Erstdruck 1834

Wahre Liebe – das ist der Gruß des Himmels an die Erde.

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930

Den edelsten der Triebe Veredle mit Bedachtung: Zu jedem Kilo Liebe Nimm ein Gran Selbstverachtung!

Nietzsche, F., Nachgelassene Fragmente. Frühjahr 1882

Sie haben wegen der Trunkenheit Sie haben wegen der Trunkenheit Vielfältig uns verklagt Und haben von unsrer Trunkenheit Lange nicht genug gesagt. Gewöhnlich der Betrunkenheit Erliegt man, bis es tagt; Doch hat mich meine Betrunkenheit In der Nacht umhergejagt. Es ist die Liebestrunkenheit, Die mich erbärmlich plagt, Von Tag zu Nacht, von Nacht zu Tag In meinem Herzen zagt. Dem Herzen, das in Trunkenheit Der Lieder schwillt und ragt, Daß keine nüchterne Trunkenheit Sich gleich zu heben wagt. Lieb-, Lied- und Weinestrunkenheit, Ob's nachtet oder tagt, Die göttlichste Betrunkenheit, Die mich entzückt und plagt.

Goethe, J. W., Gedichte. West-östlicher Divan, entst. 1814-1819, Erstdruck Cotta, Stuttgart u. Tübingen 1819. Das Schenkenbuch