Liebe Sprüche – klassisch
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Die Wurzel der Liebe soll das Innerste deines Herzen sein: Aus dieser Wurzel kann nichts als Gutes hervorkommen.
Unter den seligen Göttern allein ist Eros, wenn das zu sagen erlaubt und nicht zu vermessen ist, der Seligste, er, der Schönste und Beste.
Dies ist das Ewige, daß man Liebe habe und Liebe bewahre bis ans Ende.
Was weiß der von Liebe, der nicht gerade verachten musste, was er liebte!
Die Liebe, die wahrhaftig Liebe sei, und nicht bloß eine vorübergehende Begehrlichkeit, haftet nie auf Vergänglichem, sondern sie erwacht und entzündet sich und ruht allein in dem Ewigen.
Von zwei Frauen wähle man stets alle beide.
Liebe ist dein Meister, denn sie meistert dich! Und der, den eine Närrin spannt ins Joch, Den kann man nicht ins Buch der Weisen schreiben.
Was sich küßt und paart, ist ewig in Trug verstrickt.
Eros ist ein gewalttätiger Tyrann.
Man muß ein edles Leben geführt haben um edel zu lieben.
XLI Die Lust an leichter Sünde, wenn ich weit bisweilen deinem Herzen, wohl entsprach sie deiner Jugend, deiner Herrlichkeit; denn wo du weilst, folgt dir Verführung nach. Du bist so willig, leicht drum zu gewinnen, du bist so schön, als Beute drum begehrt; und wann versagte sich mit spröden Sinnen ein Weibgeborner, wenn ein Weib gewährt? Und dennoch will ich dir zur Warnung sagen: Laß deine süßen Lüste nicht zu frei, die dich in diesen tollen Taumel jagen, worin du zweifach brechen mußt die Treu – die ihre, da dein Reiz sie hat geblendet, die deine, da er sich mir abgewendet.
Jeder fromme Mensch ist ein Wort, ein Blick des All-Liebenden; denn die Liebe zu Gott ist das Göttliche, und ihn meint das Herz in jedem Herz.
Auch für mich, der so oft der Frauenlieb' hab gedienet, wär' es die Zeit, vom Dienst frei, mich der Ruhe zu freu'n. Aber wenn irgendein Gott "leb' ohne Liebe" mir sagte, lehnt' ich es ab; ein so süß Übel ist immer ein Weib.
XVIII Soll ich denn einen Sommertag dich nennen, dich, der an Herrlichkeit ihn überglänzt? Dem Mai will Sturm die Blütenpracht nicht gönnen, und Sommers Herrschaft ist so eng begrenzt. Oft leuchten seines Blickes Feuerfarben, doch bald auch hört das goldne Glänzen auf, bis seine allerletzten Spuren starben in Wechsel und natürlichem Verlauf. Dir aber soll der Sommer niemals scheiden, die Zeit sei fern, daß Schönheit dir verdirbt. Des Todes gier'ger Blick weiß dich zu meiden: mein Wort verhütet, daß dein Wesen stirbt. Solange Ohren hören, Augen sehn, besteht mein Lied, wirst du im Lied bestehn!
Durch Erd' und Himmel leise Hinflutet eine Weise Wie sanftes Harfenwehn, Die jedem Dinge kündet, Wozu es ward gegründet, Woran es soll vergehn. Sie spricht zum Adler: »Dringe Zur Sonne, bis die Schwinge Dir trifft ein Wetterschlag!« Spricht zu den Wolken: »Regnet, Und wenn die Flur gesegnet, Zerrinnt am goldnen Tag!« Sie spricht zum Schwan: »Durchwalle Die Flut und dann mit Schalle Ein selig Grab erwirb!« Sie spricht zur Feuernelke: »In Duft glüh' auf und welke!« Zum Weibe: »Lieb' und stirb!«
Und wenn dein Geist die Welt umschriebe Und würde nicht der Selbstsucht los, Was wär's? Mehr wiegt ein Tropfen Liebe Als alle Weisheit Salomos.
Platonische Liebe: mit 20 Jahren singt man ihr Lied mit 30 Jahren bezweifelt man das Ja mit 40 Jahren lächelt man darüber und mit 50 Jahren schweigt man wissend, ohne Nein oder Ja zu sagen.
Und wenn du nichts mehr dein eigen nennst von allen Gütern dieser Welt und völlig ungeschützt dastehst im Leben – dann liebe selbstlos! Das kannst du immer.
Hans und Grethe Hans und Grethe, Grethe und Hans; Überall derselbe Tanz; Immerfort derselbe Kreis, Von Adam her im Paradeis Zielt alles auf denselben Strich: Das Ding ist unabänderlich.
Der Frauen Preis Da kommt der Mai mit Schalle! Die Vögel singen alle; In farbenreichem Kleide Strahlt zauberisch die Haide. Doch scheint ihr Glanz verblichen, O Frau'n, mit euch verglichen. Ihr sed so himmlisch gut, So frei von falschem Muth, Ihr süßen Minniglichen; Ein Kuß von eurem Munde Labt in des Herzens Grunde, Mehr noch von Armen, schön und blank, Ein williger Umfang. Wer Tugend liebt und Ehre, Der merke sich die Lehre, "Er soll zu allen Zeiten Der Frauen Lob verbreiten." - Manch wonniglicher Segen Beginnt wohl sein zu pflegen, Wenn er sie fröhlich grüßt Und fein die Rede süßt, Nie kalt und nie verwegen. Wenn rothe Lippen lachen Muß alle Trauer schwachen; Des holden Augenspieles Fund Macht Herzen lieblich wund. O Jubel, euch zu dienen! Zwei Lippen wie Rubinen, Zwei zarte Rosenwängel Und Blicke wie die Engel Muß jeder gerne schauen Und eurer Huld vertrauen. - Vor alle, was da lebt, Und höchsten Ruhm erstrebt, Ziemt euch der Rang, o Frauen! Mit hunderttausend Munden Kann Niemand würdig kunden Und singen, was mein Lieb erhob: Der Frauen Werth und Lob.
Stellt Euch ein Feuer aus glühendem Eis vor, das zitternd brennt, das der Schmerz vor Freude aufflackern läßt und das die Heilung seiner Wunden fürchtet wie den Tod. So steht es um mich, wenn ich zu Euch spreche. Ich erkundige mich bei den gewandtesten meiner Bekannten, woher diese Krankheit rührt; sie sagen, es sei Amor. […] O Götter! Wenn das wahr ist, was soll dann aus mir werden?