Liebe Sprüche – sinn

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Minne, der Welt Unseligkeit, Da reine Lust so flüchtig ist, Da du so wankelmütig bist Was minnt nur all die Welt an dir? Ich seh doch wohl, du lohnest ihr, So wie der Ungetreue tut. Dein Ende, das ist nie so gut, Wie du versprichst im Anbeginn: Da lockst du den betörten Sinn Mit kurzer Lust zu langem Leid. Mit schmeichlerischer Trüglichkeit, Die in so falscher Süße schwebt, Die trüget alles, was da lebt.

Gottfried von Straßburg, Tristan, um 1210 (Fragment)

Spiel des Lebens Kinder, große Kinder bleiben Wir im Leben, und wir treiben Ewig ein Versteckenspielen, Wie in alter Jugendzeit: Unter Worten klug verstecken Oder stolz mit Schweigen decken Wir der Herzen wahres Fühlen, Unsre Lust und unser Leid. Hinter jedem Zaun des Lebens Ruft und lockt – und lockt vergebens – Einer Stimme Laut, ein lieber: Komm! hier bin ich! hol' mich du! Aber nie zusammenfinden Sich die Herzen, ach die blinden! immer stürmen sie vorüber, Immer falschen Zielen zu. Zielen, fremd und ferne jenen, Die sie suchen und ersehnen; Doch an jeder Wegeswende Spähn sie nach den andern aus, Bis es Abend wird auf Erden Und sie selber müde werden… Vater Tod klatscht in die Hände: Kinder, alle nun nach Haus! – – –

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Entsetzt erkennt mancher Künstler eines Tages sein verfehltes Leben: Statt wohlhabend, ist er berühmt geworden.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Bäder, Wein und Liebe zerstören unsern Leib, und das Leben machen doch nur Bad, Wein und Weib.

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Alles in dir Du lehrest mich die Lieder singen, Du hauchest den Gesang mir ein, Du leihst der Seele höhre Schwingen; Wer giebt mir Lieder? du allein. In dir empfind' ich nur das Leben, Du rufst die Seele aus dem Nichts, Du giebst mir Glauben, giebst mir Streben, Trägst mich hinauf in's Reich des Lichts. O sage mir, mein hoher Meister, Was ich dir opfernd weihen mag! Im unermessnen Reich der Geister Zieht dir, nur dir mein Wesen nach. Befiehl, ich gehe in's Verderben, In Nacht und Graus und Tod hinein; Dir will ich tausend Tode sterben, Du giebst mir tausendfaches Sein.

Branco (i. e. Dilia), Lieder, 1848

Lieben heißt, nur um eines einzigen Menschen willen auf Erden sein.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Die Aufgabe unseres Lebens ist, möglichst allseitig zu werden. Allseitig sein heißt aber nicht vieles wissen, sondern vieles lieben.

Burckhardt, J., Gespräche. Mit Arnold von Salis

Ohne Liebe gibt es keinen Wert.

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Ach! wozu sind wir geboren, wenn selbst die Liebe nichts vermag?

Donizetti, Die Tochter des Regiments (La fille du régiment), 1840

Mir steht das Motto aus dem Sophokles ("Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da.") über meinem ganzen Lebenswerk, und die Juden sind dabei wahrhaftig nicht am schlimmsten gefahren.

Raabe, W., Briefe. An S. Bachenheimer, 24. Februar 1902

Wenn dich keiner liebt, ist es überflüssig, daß du in dieser Welt lebst.

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Das ist der größte Vorteil für die Menschheit, Daß jeder für die andern alles thue, Und jeder von den allen es empfange. Nur wenig bringt der Einzelne dem Ganzen, Wie viel empfängt der Einzelne von allen! Wie treu beschützt ist jeder durch die Menschheit. Wie wenig mehr bedarf es doch zur Eintracht, Zu Glück und Ruh' zu unkränkbarer Freiheit Von allen Menschen, als den Willen aller: Jedwedem mit dem Leben selbst zu dienen! Mit den geringsten Mitteln will der Gott Die größte Wirkung – aber durch die größte Gesinnung, durch die göttlichste: – die Liebe.

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So ist denn alles nichts, wenn das eine fehlt, das dem Menschen alles übrige wert ist.

Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/6. 8. Buch, 7. Kapitel

Liebe ist der Grund unseres Daseins, sein Zweck und sein Ziel. Nur durch die Liebe lernen wir uns selbst, Welt und Leben verstehen.

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An Liebe glauben, Das heißt leben! Alles Glück der Welt Ist nur ein Trug, wenn dieser Glaube fehlt.

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Ich bin der Meinung, daß es auf anständige Weise nicht möglich ist, ohne Liebe durchs Leben zu kommen.

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Nur die Lieb' ist wahres Leben, Hier und dort nur Seligkeit. Was soll Wünschen, Hoffen, Streben, Wenn's die Liebe nicht geweiht? Nur die Lieb' ist wahres Leben, Kennt und mißt nicht Zeit und Raum; Sind wir treu ihr ganz ergeben, Wird um uns die Welt ein Traum.

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Liebe macht das Leben wichtig.

Ringelnatz, J., Gedichte. Gelegenheitsgedichte. Aus: An meine Gratulanten (11. August 1933)

Wenn Liebe einen ›Zweck‹ hat, transzendent gesprochen, so müßte es der sein, daß in ihrer Glut der beständig in innerste Teile auseinanderfallende Mensch zu einer Einheit geschmolzen wird.

Hofmannsthal, Buch der Freunde, 1922

Frühling ist Leben der Liebe, und Liebe Frühling des Lebens. Lebst du der Liebe, so lebt ewiger Frühling in dir!

Kuffner, Gedichte, 1817

Es ist diese allgemeine Sehnsucht, diese Leere, die in unserem Alter so schwer, ja fast unmöglich zu ertragen ist. Sie treibt uns, Liebe und Hingebung als die einzige Möglichkeit des Lebens zu suchen.

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