Liebe Sprüche – trauerkarte
509 Sprüche gefunden
Wenn man ein Liebesobjekt verloren hat, so ist die nächstliegende Reaktion, daß man sich mit ihm identifiziert, es gleichsam durch Identifizierung von innen her ersetzt.
Die Klage, sie wecket … Die Klage, sie wecket Den Toten nicht auf, Die Liebe nur decket Den Vorhang dir auf. Man liebt und was immer Das Leben belebt, Mit fassenden Sinnen Die Augen erhebt. Das zarte Umfassen, Es löst sich so bald, Die Augen erblassen Es stirbt die Gestalt. Die Liebe, sie schicket Die Klage ihr nach Die Liebe, sie blicket Den Toten bald wach. Die Klage, sie wecket Die Toten nicht auf, Die Liebe nur decket Das Leben dir auf.
Frage nicht Wie sehr ich dein, soll ich dir sagen? Ich weiß es nicht und will nicht fragen; Mein Herz behalte seine Kunde, Wie tief es dein im Grunde. O still! ich möchte sonst erschrecken, Könnt ich die Stelle nicht entdecken, Die unzerstört für Gott verbliebe Beim Tode deiner Liebe.
Führe ich mir nochmals die Freuden der Liebe vor Augen, dann nur, um desto lebhafter den Schmerz zu empfinden, ihrer beraubt zu sein.
Nimm mir Alles, falsches Glück, Gieb mir Täuschung, Freud' und Schmerzen; Eines bleibt mir doch zurück: Hohe Lieb' in treuem Herzen. Deinem Zorn erbeb' ich nicht, Klage nicht um Ruhm und Freude; Muthig ist, wie Morgenlicht, Lieb' im Leide. Was sie schenkte, was sie nahm, Alles ist mir lieb und theuer, Und ihr tiefster, längster Gram Macht mich kühner nur und treuer. Gern erduld' ich ihre Noth, Lächle, wenn ich mich betrübe; Freundlich ist, wie Abendroth, Leid in Liebe.
Der Garten der Liebe Ich begab mich zum Garten der Liebe und sah, was noch nie ich gesehn: Eine Kirche erricht' in der Mitte, wo ich pflegte spielen zu gehn. Und die Pforte der Kirch' war verschlossen und – Du Sollst Nicht – graviert überm Tor: So ging ich zum Garten der Liebe, wo Blumen blühten zuvor. Und ich sah ihn gefüllt mit Gräbern und statt Blumen Grabsteine nur, wo schwarze Pastoren, dem Rundgang verschworen, mit Dornzweigen fangen mein Lust und Verlangen.
Namenlos Eines Abends denk' ich vor allen, Denke seiner genau, wehmütig-stolz Und in jubelnder Demut – Stille war's im Gemach, Singendes Schweigen; Der Schein der Lampe fiel so klar und mild Über die feinen schönen Züge; Und ich sah – doch nicht, daß das Licht Über die feinen, schönen Züge fiel – Nein! es war, als wiegte meine Seele In schaffender Macht das Antlitz Hervor aus des Lichtes schauerndem Strom. Und die Augen sahen auf mich so sehnsuchtsmilde, Daß mein Gedanke in seltsamem Mute raunte, Ich sei wert zu besitzen ... Dann traten die Züge in den Schatten. Kein Wort ward gesprochen, Worte waren zu schwer für meine Gedanken; Und kein Handdruck gewechselt, Denn ich wußte mir nicht, daß ich da war. Und doch weiß ich, wir zwei, wir gehören zusammen, Daß nichts uns jemals scheiden kann, War jene Sekunde auch unsere letzte Begegnung.
Du hattest Furcht Der süßen Träume einer – flüchtigster –, du mir zur Seite – Mangoblütenduft in schweren, dichten Wellen um uns her. Aus deiner Seele drang ein leiser Ton, ein Aeolsharfenton –, auch meine Seele, sie sang ihn mit! Nacht sank herab, die Blüten flammten auf im Kelchglas – meine Sehnsucht wuchs! Dann kamst du wieder –, deine Seelentür war mir verschlossen – und es starb ein Glück noch in der Knospe! Du hattest Furcht vor mir und vor der Liebe!
In deiner Stimme bebt ein Klang, Der mich so tief erschüttert, Daß mir im Auge, selig bang, Die Thräne glänzt und zittert. Ich frage nicht: Wird mir dein Wort Schmerz oder Glück bereiten? Der süße Ton hallt in mir fort Für alle Ewigkeiten!
Wüßt ich das Lied, das ihn bannt, das ihn zwingt Wüßt ich das Lied, das ihn bannt, das ihn zwingt, an mein armes, einsam verloderndes Herz, das durch alle Fernen hinüberklingt, durch alle Türen – durch Panzer und Erz. Das dem einen Mann in die Seele dringt, dem einzigen, der für mich nur erdacht –, der einsam wie ich – mit der Sehnsucht ringt, nach mir die Arme reckt – Nacht für Nacht. Wo ist das Lied – das ihn zu mir zwingt, aus der Einsamkeiten ewigem Schnee, das ihm die Ebenbürtige bringt, Genossin seiner leuchtenden Höh? Wüßt ich das Lied, das ihn zu mir reißt, wüßt ich zu seiner Kammer den Weg, furchtlos durch Steppen totvereist fänd ich, auch über Höllen, den Steg!
Verrieth mein blasses Angesicht Dir nicht mein Liebeswehe? Und willst du, daß der stolze Mund Das Bettelwort gestehe? O, dieser Mund ist viel zu stolz Und kann nur küssen und scherzen; Er spräche vielleicht ein höhnisches Wort, Während ich sterbe vor Schmerzen.
Was kann er für sie thun?!? Was kann ich für Dich thun?!? Ich kann auf dem Spaziergang Deinen Mantel tragen – – – ich kann Dich, wie Du gestern schliefest, fragen – –. Ich kann, wenn man Dir widerspricht, mit meinem Blicke sagen: "Du hast Recht, nur Du!" Ich kann, wenn Du nicht da bist, bedrückt und kränklich sein – – – – ich kann vor Glück erbeben, trittst Du ein – –. Ich kann mein Opernglas Dir leihen im Theater und Komplimente über seine Tochter machen zu Deinem Vater. Ich kann Dir süße Mandarinen bringen und manche kleine Aufmerksamkeit wird mir gelingen. Mein Herz jedoch wird unerbittlich fragen, ohne zu ruh'n: "Was kann ich für sie thun?!?"
Jeder Tag ohne Liebe zu erweisen, oder zu empfangen, ist ein verlorener in Gottes Reich.
Nichts auf der Welt kann einen Menschen, den man geliebt hat, ersetzen.
Der Abend geht hinab wie ein bescheidenes Feuer, das erlischt. Dort, über den Bergen, verbleibt ein bißchen Glut. Und dieser abgebrochene Baum am weißen Wege bringt einen zum Heulen vor Mitleid. Zwei Äste an dem verwundeten Stamm, und ein welkes, schwarzes Blatt an jedem Ast! Weinst du? … Zwischen den goldenen Pappeln in der Ferne erwartet dich der Schatten der Liebe.
An eine, die vorüberging Der Straßenlärm betäubend zu mir drang. In großer Trauer, schlank, von Schmerz gestrafft, Schritt eine Frau vorbei, die mit der Hand gerafft Den Saum des Kleides hob, der glockig schwang; Anmutig, wie gemeißelt war das Bein. Und ich, erstarrt, wie außer mich gebracht, Vom Himmel ihrer Augen, wo ein Sturm erwacht, Sog Süße, die betört, und Lust, die tötet, ein. Ein Blitz … dann Nacht! – Du Schöne, mir verloren, Durch deren Blick ich jählings neu geboren, Werd in der Ewigkeit ich dich erst wiedersehn? Woanders, weit von hier! zu spät! soll's nie geschehn? Dein Ziel ist mir und dir das meine unbekannt, Dich hätte ich geliebt, und du hast es geahnt!
Abschied Sag mir, daß du dich im Föhnwind sehnst Und daß du trauern würdest, Wenn ich ginge. Sag mir, daß diese Tage schön sind Und daß du weinen wirst, Wenn ich nicht singe. Sag mir, daß du dem Leben gut bist. Sag meiner Stimme, Daß sie nie verwehe… Und daß du heiter und voll frohen Mut bist, Auch wenn ich lange Zeit Dich nicht mehr sehe. Sag mir, daß ich ein töricht Kind bin, Und streichle mich, wie eine junge Meise. Sag mir, daß ich zu dir zurückfind, Auch wenn die Nächte dunkel sind, Durch die ich reise.
Gewiß lebt die Liebe auch noch nach dem Tode, und der Himmel wäre kaum ein halber Himmel, wenn die Rückerinnerung unter seinen Seligkeiten keinen Platz hätte.
Gabe Alles hinzugeben Ist der Liebe Brauch; Nimm denn hin mein Leben Und mein Sterben auch! Aller meiner Lieder Sanften Schmeichellaut, Die ein Eden wieder Sich aus Schutt erbaut. Alle Lichtgedanken, Die an Glück und Leid Kühn sich aufwärts ranken In die Ewigkeit. All mein stilles Sehnen, Innig dir vertraut, Das in sel'gen Tränen Auf dich niedertaut! Nimm, daß nichts dir fehle, Wenn die Stunde ruft, Meine ganze Seele Hin als Opferduft!
Ein losgerissener Baum Weithin vom rasenden Sturm getragen Aus trautem Waldgeheg Liegt er verscheidend am Weg. Durch den Wipfel, der einst so kühn Gen Himmel getragen sein Grün, Rauschen jetzt einsam Todesklagen. Schmerzlich zucken die Blätter, durchzittert Vom leisen Windeshauch, Aus niedrem Strauch Kriecht der Wurm Preisend den Sturm, Der dies stolze Leben zersplittert. Wenn dein Mut von den Stürmen und Wettern Des Schicksals besiegt Sterbend erliegt, Dann mehrt sich dein Leid Durch Lieblosigkeit Und Hohn, die dich gänzlich zerschmettern!
Liebe Tief und tiefer: seliges Geben, bang Empfangen – welch Verschulden! Schwellend wühlt sich Leben in Leben: wildes Wachsen, stilles Dulden.