Liebe Sprüche – trauerkarte
509 Sprüche gefunden
Liebesschauder Unter einer Trauerweide, Vor dem Tor im Sternenschein Flüstern, von der Mailuft trunken, In ihr süßes Glück versunken, Junggesell' und Mägdelein. Unterm Gras ruht ein Vergess'ner, Von den Wurzeln treu bewacht. Ruhig schaun die tiefen, dunklen Augenhöhlen in das Funkeln Einer seligen Liebesnacht. Was verstummt das traute Lispeln? Kam ein Schauder jenen Zwei'n, Daß auf einem Grab sie küssen, In der Jugend Vollgenüssen, In dem Kreis des Todes sei'n?
Ein Leben, dem das Liebste fehlt, Zerfliegt wie flücht'ger Atemzug.
Du klarer Stern, der… Du klarer Stern, der meine Nacht Mit freud'gem Kuß hinweggelacht, Wer je dich sah, vergißt dich nicht. Wo gingst du hin, du schönes Licht? Ich suche dich auf Berg und Höhn; Denn ach! – Du warst so schön, so schön! In deines Augens mildem Glanz Verlor sich meine Seele ganz. Und im Verlust ward mir erst klar, Daß in mir Geist und Leben war. Nun such ich mich in dir, mein Stern, Doch ach! – Du bist so fern, so fern!
Wandlung Willst du erschau'n, wie viel ein Herz kann tragen, O blick' in mein's! So reich an Wunden, vom Geschick geschlagen, War wohl noch kein's. Doch mitten in den wütendsten Orkanen Erhob ich mich, Und schritt dahin auf meinen fernen Bahnen – Wie stark war ich! Wie ward mir doch nun so mit einemmale Die Kraft geraubt? Es trotzte mutig dem Gewitterstrahle Mein stolzes Haupt, Doch als du zu mir sprachst mit leisem Grüßen: "Ich liebe dich!" Da sank ich still und weinend dir zu Füßen – Wie schwach bin ich!
Laß allen Tugenden die Sterbeglocke läuten! ich höre ja dich, dich, deines Herzens Lied, du Liebe! und finde unsterblich Leben, indessen alles verlischt und welkt.
Nur eine Rose wollt ich pflücken Nur eine Rose wollt ich pflücken Für ihren Busen. Doch sie wurde rot Und sagte, während ihre Stimme bebte: "Du hast dich nie gekümmert, als sie lebte, Um meine Liebe. Nun ist sie kalt und tot, Willst du ihr Grab mit Blumen schmücken?"
Findet einer selbst im Unglück Liebe, so kann er wenigstens gewiß sein, daß es wahre Liebe ist.
Stille Liebe Es gibt auch eine stille Liebe, die leis und langsam Wurzel schlägt, und, ob auch ohne üppige Triebe, sich warm und fest ums Herze legt. Und solche Liebe hab ich erfahren, und dafür dank ich dir, mein Gott! Sie soll mir lebenslang bewahren das Herz vor allem Groll und Spott.
Nur das tut mir so bitterweh Nur das tut mir so bitterweh, Daß Niemand mir von ihm erzählt, Ob ich ihn je nur wiederseh', Und ob er glücklich hab' gewählt. Ich möcht' nur einmal noch ihn sehn, Und zög' er auch an mir vorbei. Wollt' ungesehn am Fenster stehn Nur schauen, ob er glücklich sei.
Zwei Gräber Sie liebten sich und mußten, ach, sich meiden! Im Traum nur durften sie einander sehen, Im Traume sich ihre Liebe eingestehen, Denn eine weite Kluft lag zwischen beiden. Da kam der stille Tod und machte Frieden, Mit milder Hand versöhnt' er ihre Leiden, Und während sonst im Tod die Menschen scheiden, Hat sie der Tod vereinigt noch hienieden. Sein Grab umklettern blüh'nde Rosenranken Sie sind vom Hügel sanft hinabgestiegen, Sich zärtlich an das Immergrün zu schmiegen, Das ihrem Grab entsprießt; die Blätter schwanken Und flüstern traulich leis' im Abendwinde – Man meint der Seelen Zwiegespräch zu hören, Kein böses Wort kann ihre Ruhe stören, Und beider Grab beschattet eine Linde.
Ich habe zur letzten guten Nacht Ich habe zur letzten guten Nacht Dein liebes Bild geküßt, Da war mir, als hätte der Mund gelacht, Das Auge mich freundlich begrüßt. Die Züge lebten in warmem Glanz, Durchhaucht vom atmenden Weh'n, Du warst es selbst, du warst es ganz, Als sei ein Wunder geschehn. Da hab' ich zur letzten guten Nacht Noch einmal dein Bild geküßt; Mir ist, als hättest du gelacht, Und als ob ich weinen müßt'. –
Ich bin so reich in deinem Angedenken Ich bin so reich in deinem Angedenken, Daß ich mich nimmer kann ganz einsam nennen, Nur wenn ich ganz mich kann hinein versenken, Vergeß ich es, daß Tal und Flut uns trennen. Will mir die Welt die eitlen Freuden schenken, Ich fliehe sie, und mag sie nimmer kennen, Welt, Himmel, Lenz und Liebe sind vereint, Wo mir dein Bild, ein süßer Stern, erscheint.
Das schwerste Opfer, welches der Mensch zu bringen vermag, ist: sein Herz brechen lassen und seiner Liebe entsagen.
Ein Herz der rechten Art, welches viel Weh erduldet, fühlt den Wert der Liebe am innigsten.
Einem wahren Liebhaber ist es angenehm, Opfer zu bringen, die ihm alle angerechnet werden, und deren keines in der Geliebten Herzen verloren geht.
Abschied Ich habe dir viel gegeben; Bewahr es gut, Wo fern vom Irren und Leben Es einsam ruht. Wie Schatten hingebreitet, Die kommen und fliehn, Auf deiner Seele gleitet Die Welt dahin. Doch in die tiefern Gründe Schau ich hinab, Ob ich dort wiederfinde, Was ich dir gab.
Zu deinen Augen der Weg wie weit, Zu deinem Herzen der Pfad verschneit, Nur seltne Gedanken zu dir gehn, Ihre Spuren im stäubenden Schnee verwehn, Und die Glut ward kalt, Wie ein Hirtenfeuer im Wald, Die einst so hoch zu lodern sich erkühnt. Und wenn's dem Schnee zu Füßen grünt, Wenn neuer Frühling mich umwittert, Ein weicher Tau an meiner Wimper zittert, Es grünt nicht dir, es taut nicht dir, Weit, weit entfremdet wardst du mir. Nur nächtens manch ein traurig Mal Lawinen sendest du zu Tal Und willst verheeren, was dir entrückt, Und willst zerstören, was mich beglückt. Ich aber geb' in freudigem Mut Meinen jungen Lenz in der Liebe Hut.
Du siehst mich ruhig dir vorübergehen Und nennst vielleicht gefühllos diese Brust, – Doch hast auf ihren Grund du nie gesehen, Und daß um meinen Frieden es geschehen, Du hast es nicht gewußt! Ein trübes Loos! doch möcht' ich's nicht vertauschen Um Liebesglück an einer Andern Brust; Als hört' ich Sphärenmelodien rauschen, So jubl' ich auf, darf ich von fern dir lauschen; – Du hast es nicht gewußt! Du süße Maid! Und nie sollst du erfahren, Daß deine Lieblichkeit gesenkt in diese Brust So tiefes Leid; doch werd' ich's treu bewahren Und daran sterben wohl in wenig Jahren – Du hast es nicht gewußt!
Irdische Liebe Weiche, o weiche nicht schaudernd zurück, Mag auch die Seele dir ahnend erbeben… Rosen, Rosen will ich dir geben, Denn mich sendet das purpurne Glück. In die blühende Welt hinaus, Wo die nächtlichen Fluren sich breiten, Will ich auf schwanken Stegen dich leiten – Morgen sind wir zu Haus. Folge mir nach in der Dunkelheit… Leise, leise durch Gräser und Ranken! Wo die goldenen Ähren schwanken, Schläft am Wege das Erdenleid. Stille des Herzens fiebernden Gang! Daß wir das purpurne Glück nicht schrecken, Daß wir das schlafende Leid nicht wecken… Leise hinunter den Hang! Unten duftet die Nacht so lau, – Oben der Sterne einsame Kreise! Halte den Atem an – leise, o leise! Feindliche Schatten durchhuschen die Au, Leise, daß uns kein Unheil droht! Denn durch die nachtumschauerten Gründe Irrt meine schöne Schwester, die Sünde, Und mein Bruder, der Tod.
Ich werde Deine Augen nie vergessen, Auch wenn ich selbst Dich nie mehr sehen kann. Bei ihrem Aufschlag blickte unermessen Mich wie im Himmel Deine Seele an. Sie strahlten ruhig wie die blaue Ferne Des Firmaments an einem klaren Tag. Und doch so warm als winkten mir die Sterne In süßer Nacht bei ihrem Niederschlag.
Ich gab dir, was niemand sonst hören konnte, was niemals zuvor gegeben wurde; den Schlag meines Herzens gab ich…