Liebe Sprüche – trauerkarte

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Darfst du von einer Menschenseele sagen: "sie ist mein", so wirst du mit zartester Hand mit ihr umgehen, daß du sie nicht verletzest und verderbest. Wen du dein weißt, nicht wahr, dem möchtest du so gerne etwas sein?

Dorner, Entwicklungsgeschichte der Lehre von der Person Christi, 1839

Aber das Schicksal gewährte ihr die schlimme Gunst, die erste Liebe des unentwickelten Herzens zu erfüllen.

Stehr, Das Abendrot. Novellen, 1916. Die Großmutter

Sonett aus dem Portugiesischen Ich trug ein schweres Herz von Jahr zu Jahr, bis ich dein Antlitz sah, Geliebter. Mir ward Schmerz, wo's anderen natürlich war Freuden zu tragen, aufgereiht; und ihr vom Tanzen rasches Herz hob Perle nach Perle ins Licht. Zu trostlosem Erleben schlug kurze Hoffnung um. Gott war zu schwach, mein überladnes Herz hinauszuheben über die bange Welt. Bis du mir riefst, es zu versenken, wo du dich vertiefst zu ruhigem Großsein. Durch die eigne Schwere sinkt es in deine Tiefen, die wie Meere sich drüber schließen, füllend alle Ferne zwischen dem Schicksal und dem Stand der Sterne.

Barrett-Browning, Gedichte. Entstanden 1850, übersetzt von Rainer Maria Rilke 1908

Wenn nur eine erste Liebe recht glühend da war: so schadet ihr Untergang, ihr Töten mit Wasser nichts; ewig ragen die Türme der überfluteten Stadt empor. Aber es gibt Menschen, die keine erste Liebe hatten.

Jean Paul, Bemerkungen über den Menschen, 1803-1817. August 1811

Nur Eines kann ich! Gedenk' ich dein, kann ich nichts And'res thun, Nun will mein Herz, daß dein ich stets gedenke! Die Seel' ist thätig, mag die Hand d'rum ruhn, Gedank' an dich hat himmlische Geschenke. Wenn Gott die Liljen, die nicht sä'n, nicht erndten, Die nichts gelernt, in seiner Huld ernährt, Wird Denen, die von Sehnsucht leben lernten, Des Heilands Spruch gewißlich auch bewährt; D'rum denk' ich dein, und ewig denk' ich dein, Das And're all mag Gott empfohlen seyn!

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Vermuthung Ich hab für jede Kränkung, Die du mir angethan, Für dich ein Gebet entsendet Zum Herrn der Welt hinan. Ich hab' das Wort des Fluches, Womit du mich gehöhnt, Mit Segen dir vergolten, Im Innersten versöhnt. Ich hab für deine Härte Ein Lächeln stets gehabt, Und immer nur ganz heimlich An Thränen mich gelabt. Und hätt'st du nicht so schmerzlich, So tödtlich mich betrübt: Ich glaube fast, ich hätte Dich nicht so heiß geliebt. So dienen wohl die Stürme Mit ihrem wilden Graus, Die Perle zu erzeugen, Im dunkeln Muschelhaus.

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Ich wusste, wie es enden würde, wie sehr es schmerzen würde, wusste ich nicht!

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Die Liebe zu verlieren ist der einzige Verlust, den wir in diesem Leben fürchten müssen.

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… einer öden Wüste gleich Ist öd' ein liebeleeres Herz.

Sturm, Ich bau auf Gott, 1883

O Liebe! was soll es bedeuten, Daß du vermischest mit Todesqual All deine Seligkeiten?

Heine, H., Gedichte. Buch der Lieder, 1827. Aus: Vorrede zur dritten Auflage

Der hat nie wahren Schmerz erlebt, Der nicht der Liebe bittres Weh gefühlt.

Lipperheide (Hg.), Spruchwörterbuch, hg. von Franz Freiherrn von Lipperheide, Berlin 1907. Originaltext: Null' uomo puó saver, che sia doglienza // Se non provando lo dolor d'Amore. Übersetzt von Pozzoni

Manchem Hingeschiedenen erweist man die letzte Ehre; aber wer fragt nach der letzten Liebe?

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Waldnacht Ganz still ist's, – nur ein Rauschen schwillt durch die Bäume sacht, als ob sie flüsternd lauschen dem Schlummerhauch der Nacht. Und in dem großen Schweigen – da bin ich ganz allein, da bin ich ganz mein eigen: ganz nur Dein.

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In jeder Liebe ist ein Schmerz, denn welches Geliebte ist glücklich genug, auch wenn man es nicht verliert?

Jean Paul, Bemerkungen über den Menschen, 1803-1817. September 1817

Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht. wohl über die Blümelein, sie sind verwelket, verdorret. Ein Knabe hatt' ein Mädchen lieb. Sie flohen heimlich vom Hause fort, es wußts nicht Vater noch Mutter. Sie liefen weit ins fremde Land, Sie hatten nirgends Glück noch Stern, sie sind verdorben, gestorben.

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Der Genuß So bringst du mich um meine Liebe, Unseliger Genuß? Betrübter Tag für mich! Sie zu verlieren, – meine Liebe, – Sie zu verlieren, wünscht' ich dich? Nimm sie, den Wunsch so mancher Lieder, Nimm sie zurück, die kurze Lust! Nimm sie, und gib der öden Brust, Der ewig öden Brust, die beßre Liebe wieder!

Lessing, G. E., Gedichte. Ausgabe 1771

Ich liebe dich, Du Seele, die da irrt im Tal des Lebens nach dem rechten Glücke, ich liebe dich, die manch ein Wahn verwirrt, der manch ein Traum zerbrach in Staub und Stücke. Ich liebe deine armen wunden Schwingen, die ungestoßen in mir möchten wohnen; ich möchte dich mit Güte ganz durchdringen; ich möchte dich in allen Tiefen schonen.

Morgenstern, C., Gedichte

2. Mamillaria Pusilla Sie stehen fremd in einem reinen Rund, Tief in sich eingehüllt wie in Gefieder. Sie gehn in sanfter Wölbung auf und nieder, Sie bergen Zärtlichkeit in ihrem Grund, Der unergründlich ist: sie ragen nah Und sind Entfernte, zauberisch bewehrt. Dann plötzlich, so entfremdet abgekehrt, Scheinen sie näher und vertrauter da, Rufen sie eine sanft verwehte Gier Nach Liebkosungen, darin sie erschlossen Sich öffneten. Doch einem schönen Tier Unfaßbar gleich in ihrer stummen Ruh Stehen sie unbewegt und ungenossen Und sie versagen sich so tief wie Du.

Weissmann, M. L., Gedichte. Mit einer kleinen Sammlung von Kakteen, 1926

Trübe wird's die Wolken jagen, Und der Regen niederbricht, Und die lauten Winde klagen: "Teich, wo ist dein Sternenlicht?" Suchen den erlosch'nen Schimmer Tief im aufgewühlten See. Deine Liebe lächelt nimmer Nieder in mein tiefes Weh!

Lenau, N., Gedichte. Schilflieder, 1832

Lieb' und Lieblichkeit umfächeln Deine Stirne voll Verstand: Ganz bezwingt mich dieses Lächeln, Diese schöne weiche Hand! Deine Hand in meine flechten Durft' ich, was ich längst erbat: Stets gehört zu Deinen Knechten, Wer ans Herz gedrückt sie hat! Schlag', o Herz, entgegen zucke Eine Hand so voll und weich: Ach, in jenem Händedrucke Lag ein ganzes Himmelreich! Ach, es thun sich immer wieder Meinem innern Auge kund Diese Hände, diese Glieder, Dieses Lächeln, dieser Mund! Ewig werd' ich dich vermissen, Ewig fehlst du meinem Glück: Die du ganz an dich gerissen, Meine Seele gieb zurück!

Platen, Gedichte. 1835

Versprochen Devotionale Schöne du, Erbarmerin, Weil mir deine Augen lachen: Nimm mein Lied in Gnaden hin, – Schöne du, Erbarmerin. Nimm mein Herz in deine Hand, Wieg mein Leid in Trost und Träume Schöne, himmelhergesandt, Nimm mein Herz in deine Hand. Alles wird dann ruhig sein, Denn die Heimat ist gefunden, Kehrt mein Herz in deinem ein, – Alles wird dann ruhig sein.

Bierbaum, Das Seidene Buch, 1904. Verfasst in Unterengadin am 18. Juli 1901