Liebe Sprüche – trauerkarte

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Das Mondlicht Dein gedenkend irr ich einsam Diesen Strom entlang; Könnten lauschen wir gemeinsam Seinem Wellenklang! Könnten wir zusammen schauen In den Mond empor, Der da drüben aus den Auen Leise taucht hervor. Freundlich streut er meinem Blicke Aus dem Silberschein Stromhinüber eine Brücke Bis zum stillen Hain. – Wo des Stromes frohe Wellen Durch den Schimmer ziehn, Seh ich, wie hinab die schnellen Unaufhaltsam fliehn. Aber wo im schimmerlosen Dunkel geht die Flut, Ist sie nur ein dumpfes Tosen, Das dem Auge ruht. Daß doch mein Geschick mir brächte Einen Blick von dir! Süßes Mondlicht meiner Nächte, Mädchen, bist du mir! Wenn nach dir ich oft vergebens In die Nacht gesehn, Scheint der dunkle Strom des Lebens Trauernd stillzustehn; Wenn du über seinen Wogen Strahlest zauberhell, Seh ich sie dahingezogen, Ach! nur allzuschnell!

Lenau, N., Gedichte. 1827 oder 1831/32

Allgegenwart Bin ich auch fern dir, bin ich doch bei dir; denn Du bist in mir und Ich in Dir. In jedem Herzschlag, der mich durchwebt, bist Du's, die bebet, bist du's, die lebt. Aus jedem Atemzug ringsum der Allnatur weht mir entgegen Dein Odem nur, – die wir belauscht, beahnt, die wir erfühlten: Alles in Allem mahnt, Seele, an Dich. In Allem fühl' ich dich: dich in dem Sausen, dich in dem Brausen des Winds im Wald, – fühl' in dem Wisperlaut alles des Lebens Dich, in dem Geflüster traut der Wesen Dich, – dich in der Wiesenluft, dich in dem Wasserduft, die mich umhüllen wie Du so still, – Dich in dem Sonnenstrahl, der mir ins Auge bricht, Dich, meine Sonne, mein Lebenslicht, – Dich in der Thräne jetzt, die mir vom Herzen schleicht, sehnend zitternd zum Auge steigt.

Dehmel, R., Gedichte. Erlösungen. Eine Seelenwandlung in Gedichten und Sprüchen. Zweite Stufe: Liebe, 1891

Mein Stern Ich fragt einen Stern am Himmel: Willst du mein Glücksstern sein? So oft ich ihn sah und fragte, Gab er gar lieblichen Schein. Ich sah ihn jeden Abend, Er lächelte stets mir zu Und sandte Trost hernieder Und Frieden mir und Ruh. Er war mein treuer Begleiter Durch manche düstre Nacht, Hat meine Pfade beleuchtet, Mich immer ans Ziel gebracht. Jetzt ist mein Stern verschwunden Mit seinem lieblichen Licht. Mir glänzen unzählige Sterne, Er aber glänzt mir nicht. Von all den unzähligen Sternen Warst du, mein Liebchen, mein Stern, Einst meinem Herzen so nahe, Und jetzt so fern, so fern.

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Aber wenn das Schicksal zwei verschlungene Hände auseinander reißt, erwacht oft die Leidenschaft, die schlummernd und verborgen lag, mit all ihren Schmerzen, und wächst höher und wird stark, wie der Tod, denn die Blume der Liebe will mit Thränen begossen sein.

Gubitz (Hg.), Gaben der Milde, 4 Bde., 1817-18

Kein Wort mehr! Kein Wort mehr will ich sagen Von dem, was mich bewegt, Will alles stille tragen, Was du mir auferlegt. Kein Wort mehr will ich sagen, Wie mir’s im Herzen brennt; Die Stunde hat geschlagen, Die uns für immer trennt. Kein Wort mehr will ich sagen, Nur einst nach langer Zeit, Da werd’ ich kommen und fragen Nach deiner Seligkeit.

Haushofer, M., Gedichte, 1864

Todeswege Über meinem Haupte deine Hände, Deine Liebe über meinen Wegen – Und doch führen sie der Nacht entgegen, Und ein Grab ist unsres Wanderns Ende! Laß uns, Liebster, in die Sonne schauen, Goldnes Licht und Lust und Freiheit trinken Und dann selgen Augs hinüber winken Zu den stillen, sonnenlosen Auen. Daß, wenn wir vom Lichte scheiden müssen, Noch ein Traum die lange Nacht durchglühe, Und Erinnerung das Grab umblühe Mit dem Rosenflor von deinen Küssen.

Ritter, Befreiung. Neue Gedichte von Anna Ritter, 2. Auflage 1900. Originaltext

Gefährliches Spiel So fällt ein Stern in's Wellengrab Aus Himmels Herrlichkeiten, Wie jener Ring, den sie ihm gab, Um den jetzt Wogen gleiten! So fällt ein Engel, wie sie fiel, Der Liebe zu Gefallen! Das schwerste ist der Minne Spiel Doch von den Spielen allen.

Saxen-Hausen, Wandergrüße, 1890. Originaltext

Wir suchten warm uns zu umfassen In Treu und Seligkeit, Und haben trotzdem uns verlassen In früher Jugendzeit. Uns warf nach Süden und nach Norden Das Leben wunderbar, Nun sind wir beide mild geworden Im grauen Haar. Und wie wir uns die Hände geben, So scheu und sacht, So hebt sich ein verlorenes Leben Aus seiner Nacht. Die Hände haben nichts vergessen Von jener Zeit, Da so sie sich zusammenpressen In Lust und Leid.

Bern/Zoozmann (Hg.), Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl aus vergangenen Jahrhunderten und aus unseren Tagen, Erstauflage hg. von Maximilian Bern, spätere Auflagen neu bearbeitet und hg. von Richard Zoozmann, 3 Bde., 1924-29 (EA: 1902)

Abendsegen Nun hat es ausgeregnet, Die Dämmrung senkt sich nieder. Wie ruhen so gesegnet Nun Wald und Fluren wieder! Noch huscht vom klaren Westen Ein letztes Sonnenleuchten, Glüh'nd zuckt es auf den Ästen Im Perlenschmuck, dem feuchten. Sanft regt sich, wie im Traume, Ein Windhauch in den Zweigen: Da geht von Baum zu Baume Ein Beben und ein Neigen. Mir ist, ich müßte leise, Ich müßt behutsam treten; Es ist so still im Kreise … Ich glaub, die Bäume beten. –

Most, Mein Lied dem Herrn, Verlag von Friedrich Alber, um 1918

Liebe stirbt an Überdruß und Vergessen geleitet sie zu Grabe.

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Bitteres Gedenken Rosen ging ich aus zu pflücken, Morgens, da der Tag erwacht, Und im Pflücken und im Bücken, Immer hab' ich Dein gedacht. Dein gedacht' ich, mein vergaß ich, Nicht vor Dornen auf der Hut, Und ein Dorn, ein böser, stach mich In den Finger bis aufs Blut. Immer denk ich jener Stunde Und ich weine, wenn ich's thu', Daß mir solche bittre Wunde Dein Gedenken fügte zu.

Wildenbruch, Lieder und Balladen, 1887

Lieb pringt laid, als hitz den regen, Des bedarff sich nyemant wunder ha'n. Wer Im das liesz ze hertzn ga'n, Der müst allzeit in trauren sein.

Hätzlerin, Liederbuch, 1471. Der Text folgt der Ausgabe: Liederbuch der Clara Hätzlerin. Aus der Handschrift des böhmischen Museums zu Prag hg. und mit Einleitung und Wörterbuch versehen von Dr. Carl Haltaus, Quedlinburg und Leipzig 1840

Leise an Dir weht der Flügel meiner Zärtlichkeit vorbei.

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Ohne Liebe Dein Fuß zertrat den Veilchenstrauß, den eine Kindeshand gewunden, ins Leben stürmtest du hinaus; hoch stieg dein Stern, – im eignen Haus nur hast du nie das Glück gefunden. Und nun dein Stolz in Scherben bricht, – was liegt daran, ob selbst verschuldet, – nun tröstet dich kein traut Gesicht: du nahmst ins Haus die Liebe nicht, die alles hofft und trägt und duldet. O, wär der Weg nicht meilenweit, nicht alle Brücken abgebrochen, ich ständ noch heute dir zur Seit. mit einem Gruß der Jugendzeit an deine trotzge Brust zu pochen. doch unausfüllbar gähnt die Kluft, mag noch so bang das Herz erbeben, – verweht ist lang der Veilchenduft, und keines Gottes Stimme ruft die toten Blüten mehr ins Leben.

Müller-Jahnke, Gedichte, Gesamtausgabe, hg. von Oskar Jahnke 1910. Originaltext

An F – Geliebte! mitten in der Qual, Die meinen Erdenpfad umdrängt (Ach, trüber Pfad, den nicht einmal Einsam erhellt einer Rose Strahl), Meine Seel' an einem Troste hängt: An Traum von dir – der allemal Mir Frieden bringt aus Edens Tal. So ist das Deingedenken mir Wie fern verwunschnes Inselland Inmitten aufgewühlter Gier Des Ozeans: ein Meer-Revier In Sturm – indes doch unverwandt Ein heitrer Himmel blauste Zier Grad über jenes Eiland spannt.

Poe, Gedichte. In: Edgar Allan Poes Werke. Gesamtausgabe der Dichtungen und Erzählungen, Band 1: Gedichte, hg. von Theodor Etzel, Propyläen-Verlag, Berlin [1922]

Die wilde Rose Es glänzt der helle Thränenthau In Deinem Kelch, dem todesmatten; Du sehnst Dich nach des Himmels Blau Hinaus aus düstrem Waldesschatten. Es rauscht der Bach am Felsenspalt Sein melancholisch Lied. Hier ists so eng, hier ists so kalt, Wo nie der Nebel flieht. Du meine süße Himmelslust, O traure nicht und laß das Weinen! Dir soll ja stets an treuer Brust Die Sonne meiner Liebe scheinen. Drum schließe Deine Augen zu, Worin die Thränen glühn. Ja, meine wilde Rose, Du Sollst nicht im Wald verblühn!

May, K., Gedichte. Erstdruck 1875

Entgöttert O daß ich doch von dir geschieden wäre, Als ich am Gipfel meines Glückes stand; Nur süße Schmerzen hätt' ich dann gekannt, Nicht diese grenzenlose, wüste Leere. Denn all mein Lieben ist zu nichts zerronnen, Und all mein Glück zerfiel in eklen Staub; Daß Du, auch Du, mein Lieb, der Sünde Raub, – O daß ich die Erkenntnis nie gewonnen. Der Dich so süß verklärt, der Heil'genschimmer, Verblichen ist er, und ein Phosphorlicht Mit bläulichgrünen Strahlen Dich umflicht, – Ich aber glaub' an reine Liebe nimmer.

Dörmann, Neurotica. Gedichte, 1891. Ekstasen

Ich sende dir die bleichen Veilchen: Ihr Duft und ihre Farbe schwanden. Sie blühten nur ein kleines Weilchen. Nur sind Gestalt und Namen noch vorhanden! So ragt dir recht in Herzensmitten gespenstisch nur und trübe die Liebe auf, die ausgelitten: Kein Kuß, kein Lächeln, und noch immerLiebe.

Hille, Aus dem Heiligtum der Schönheit, hg. von Fritz Droop 1909 (posthum)

Ich bin so still, du Traute, und immer schweigen wir. Du bist eine schlanke Laute, der Frühling spielt auf dir. Drum bin ich so still, du Ziere, weil oft mir Angst geschieht, daß ich einen Laut verliere aus deinem lieben Lied.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Dir zur Feier. 1897/1898

Ich säume liebentlang Ich säume liebentlang durchs Morgenlicht, Längst lebe ich vergessen – im Gedicht. Du hast es einmal mir gesprochen. Ich weiß den Anfang – Weiter weiß ich von mir nicht. Doch hörte ich mich schluchzen im Gesang. Es lächelten die Immortellen hold in deinem Angesicht, Als du im Liebespsalme unserer Melodie Die Völker tauchtest und erhobest sie.

Lasker-Schüler, E., Gedichte. Mein blaues Klavier

Ein leeres Herz bedarf der reinen Liebe, einer Liebe, die stärkt, die Leben gibt; oder kennst du nicht jenen teuren Ort, wo es alles gibt, was in dir selbst nicht ist?

Ilić, Der Fischer (Ribar), 1880. Unbek. Übersetzung