Liebe Sprüche – zeit
262 Sprüche gefunden
Schwalbenwitz Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, Himmel und Erde sind sich gleich. Spricht der Himmel: Werde! Da grünt und blüht die Erde! Spricht die Erde: Sterbe! Da wird der Himmel ein lachender Erbe. Sterne sah ich blinken und sinken, Den Mond in der Sonne ertrinken, Die Sonne stieg in die Meere, Ohne daß sich ein Fünklein verlöre. Feuer und Wasser hassen sich, Erde und Wasser umfassen sich, Luft und Feuer entzünden sich, Erde und Feuer ersticken sich, Erde und Luft umkühlen sich, Luft und Wasser umspielen sich, Aber alles ist Liebe, Liebe, Liebe Und wenn sich alles empörte, verzehrte, verschlänge, Daß gar nichts bliebe, bliebe doch Liebe Die Hülle, die Fülle, die Menge.
Wir im Welteninnen Pflanze auf meine Lenden Deiner Liebesküsse Raserei! Sieh: mein Schrei Brüllt wie eine Fackel auf zu Weltenbränden. Laß die Sterne bleich ins Nichts verrinnen, Laß die Erde sich in Asche modern: Wir im Welteninnen Werden wie die Hölle ewig lodern!
Weise zu Tröpfen wandelt auf Erden Der Minne Macht.
Liebe und Mond nehmen ab, wenn sie nicht mehr zunehmen.
„Wie Neigungen entstehen und wie sie vergehen, das istmeinGeheimnis.“
Jahre verschwinden wie Tage – wie Augenblicke! o laß uns Jedem Jahre Ewigkeit geben, jeglicher Stunde Was, das keine Zeit, kein Zufall ihr oder Tod raubt! Leben laß uns, zehnfach leben durch Glauben und Liebe! Liebe unsterblich uns macht, unsterblich der Sterblichkeit Tage!
Man denkt oft, die Liebe sei stärker als die Zeit. Aber immer ist die Zeit stärker als die Liebe.
Ein Rudel kleiner Wolken Ein Rudel kleiner Wolken Schwimmt durch die Abendhelle, Wie graue Fische im Meere Durch eine blendende Welle. Und Mückenscharen spielen Im späten Winde rege, Sie tanzen zierliche Tänze Am warmen staubigen Wege. Und zwischen Wolken und Erde, Über die Bäume, die schlanken Zieh'n auf der Straße zum Monde Die uralten Liebesgedanken.
Morgentau Wir wollten mit Kosen und Lieben Genießen der köstlichen Nacht. Wo sind doch die Stunden geblieben? Es ist ja der Hahn schon erwacht. Die Sonne, die bringt viel Leiden, Es weinet die scheidende Nacht; Ich also muß weinen und scheiden, Es ist ja die Welt schon erwacht. Ich wollt, es gäb keine Sonne, Als eben dein Auge so klar, Wir weilten in Tag und in Wonne, Und schliefe die Welt immerdar.
Ach ja, es ist nur allzu wahr, Was nützt dir mein Lieben und Leben, Und würd' ich aus den Adern Mein rothes Blut dir geben. Blut ist Blut und bleibt es, Und wird ja nie zu Geld, Und Geld gehört zum Leben: Das ist der Lauf der Welt. Mein Leben nützt dir nichts; Bezahlte man mich für's Sterben, Ich stürbe ja gerne morgen Um Alles dir zu vererben.
Abendstunde Es weht dein ferner Atem mich sachte kühlend an. Ganz tief lieg' ich verwoben in dieser Stunde Bann. Und alles unser Wissen zerrinnt in Abendglut, von allen unsern Worten bleibt eins nur: sei mir gut!
Abendgang Durch schmiege Nacht Schweigt unser Schritt dahin Die Hände bangen blaß um krampfes Grauen Der Schein sticht scharf in Schatten unser Haupt In Schatten Uns! Hoch flimmt der Stern Die Pappel hängt herauf Und Hebt die Erde nach Die schlafe Erde armt den nackten Himmel Du schaust und schauerst Deine Lippen dünsten Der Himmel küßt Und Uns gebärt der Kuß!
Sphinx Und wärst du das teuflische Nixenweib, Das die Seele mir saugt aus dem sehnenden Leib, Mit grausamem Blick im düst'ren Gesicht, – Ich fürchte mich nicht, ich fürchte dich nicht! Und ruhten wir beide so Brust an Brust, Und rissest das Herz du mir aus vor Lust, Ich schaute dich an, ich lachte dich an Und wär' noch im Sterben ein seliger Mann.
Die Liebe ist Dunst und das flüchtige Leben ein Traum.
Die menschliche Natur ist so anhänglich an die Vorzeit als an die Liebe.
Unruhe Du mein Gestirn, dem in der Frühe Mein erster Gruß beglückt erwacht! Du meines Tages Sorg' und Mühe, Die leuchtend meines Ringens lacht! Mein Hoffnungspol im Abendreigen, Wenn Leidenschaft beruhigt quillt! Mein Traum, mein Sagen und mein Schweigen, Du heißgeliebtes Menschenbild! Du magst, in deines Daseins Blüthe Dich selig sonnend, nicht verstehn Die Regungen, die durch's Gemüthe Mir selbst unfaßbar, quälend gehn. Ein Ahnen sagt dir wohl mit Bangen Die fremde Gluth, die du entfacht, Du gehst vorüber halb befangen, Und übst doch deine ganze Macht! Du kommst und gehst, so kommt mein Hoffen, So treibt mein Trotz es in die Flucht, So fühlt mein Wesen sich getroffen Von Ungeduld und Eifersucht. Du nahst mit Lächeln meinen Kreisen: Wer glaubt's, wie bald ein Herz vergißt? Ich steh gebannt von Zauberweisen, Und muß dich lieben, wie du bist!
Vorklage Wie nimmt ein leidenschaftlich Stammeln Geschrieben sich so seltsam aus! Nun soll ich gar von Haus zu Haus Die losen Blätter alle sammeln. Was eine lange, weite Strecke Im Leben voneinander stand, Das kommt nun untereinerDecke Dem guten Leser in die Hand. Doch schäme dich nicht der Gebrechen, Vollende schnell das kleine Buch; Die Welt ist voller Widerspruch, Und sollte sich's nicht widersprechen?
Ich säume liebentlang Ich säume liebentlang durchs Morgenlicht, Längst lebe ich vergessen – im Gedicht. Du hast es einmal mir gesprochen. Ich weiß den Anfang – Weiter weiß ich von mir nicht. Doch hörte ich mich schluchzen im Gesang. Es lächelten die Immortellen hold in deinem Angesicht, Als du im Liebespsalme unserer Melodie Die Völker tauchtest und erhobest sie.
Ich gleite hin Ich hab mein Weh, Ich hab mein Leid, Ich fahre in Die Ewigkeit. Ich gleite hin In süßen Schatten, Ich ahne viel Die lichten Matten. Schon hör ich Spiel Wie Flötentöne; Es herzt mich schon Die ewige Schöne.
Wohl schwinden die Tage in einsamer Trauer, Das Leben versinket in stürmische Nacht; -- Der Augenblick einzig hat ewige Dauer, Wo freundlich dem Herzen die Liebe gelacht.
Frage Ist deine Liebe wie eine Herde von Wölfen! Lautlos rennt sie durch die endlose Steppe; Ihnen heißt der Himmel, der endlos grau Über den Wütigen hängt, ihr Hunger. Oder lauerst du auf Beute: Im Geröll als Natter verborgen? Wer bist du? Gib acht: eine flüchtige Katze Nimmt deine Seele mit sich.