Liebe Sprüche – zeit

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Der Tag ist null und nichtig, Der ohne Lieb' entfloh'n.

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Alles/ was die Welt vns schencket Nimmt die Welt/ wenn wir hingehn/ Liebe nur bleibt ewig stehn! Lieb' ist/ die kein Sterben kräncket/ Liebe bricht durch Grab vnd Tod Liebe trit mit vns für Gott.

Gryphius, A., Gedichte. Oden. Das dritte Buch. 1657, 12. Aus: Was Gott zusammen füget/ sol Niemand scheiden. Halleluja!

Sonett der Verschmähten Einst war ich nur ein ungetanzter Tanz, Ein nie gesungen Lied, erstickter Klang Und halber Atemzug. O weher Kranz, Den man auf meine junge Stirne zwang. Nun bin ich alles: Tanz und Klang und Sinn Und tiefer Atem, Lied das froh sich hebt; Und weiß: ich bin durch ihn nur was ich bin Und starb um dies und hab um dies gelebt. Mit solchen Kronen krönt er mein Geschick. Er ist durch sich. Ich kann nicht gleiches geben. Doch wenn ich einst, noch flammenden Gesichts, Mir auch gestehen müßte, daß ich nichts Ihm war als nur ein flüchtger Augenblick – Er war ja doch mein ganzes junges Leben.

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Stille Zeit Die Tage rinnen leise hin… Ein jeder bringt ein liebes Glück Und eine liebe Sorge mit, Und schau ich so den Weg zurück, Den ich mit dir gegangen bin, Da will es mir fast bange werden Um so viel Seligkeit auf Erden.

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Um das Höchste muss manringen, Nicht geschenkt wird's, nicht erharrt.

Duller, Gedichte. Aus: Geistermahnung

Lebenswechsel Einst litt ich Schmerzen der Liebe, sie gingen vorüber; Seitdem hab' ich jedoch Stunden und Tage vergähnt.

Platen, Gedichte. Ausgabe 1834. Epigramme

Der Abend geht hinab wie ein bescheidenes Feuer, das erlischt. Dort, über den Bergen, verbleibt ein bißchen Glut. Und dieser abgebrochene Baum am weißen Wege bringt einen zum Heulen vor Mitleid. Zwei Äste an dem verwundeten Stamm, und ein welkes, schwarzes Blatt an jedem Ast! Weinst du? … Zwischen den goldenen Pappeln in der Ferne erwartet dich der Schatten der Liebe.

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An eine, die vorüberging Der Straßenlärm betäubend zu mir drang. In großer Trauer, schlank, von Schmerz gestrafft, Schritt eine Frau vorbei, die mit der Hand gerafft Den Saum des Kleides hob, der glockig schwang; Anmutig, wie gemeißelt war das Bein. Und ich, erstarrt, wie außer mich gebracht, Vom Himmel ihrer Augen, wo ein Sturm erwacht, Sog Süße, die betört, und Lust, die tötet, ein. Ein Blitz … dann Nacht! – Du Schöne, mir verloren, Durch deren Blick ich jählings neu geboren, Werd in der Ewigkeit ich dich erst wiedersehn? Woanders, weit von hier! zu spät! soll's nie geschehn? Dein Ziel ist mir und dir das meine unbekannt, Dich hätte ich geliebt, und du hast es geahnt!

Baudelaire, Gedichte. Die Blumen des Bösen (Les fleurs du mal), 1857-66. Nach der Übers. von Wolf v. Kalckreuth, Insel-Verlag, Leipzig 1907. Originaltext der Übersetzung

Ein losgerissener Baum Weithin vom rasenden Sturm getragen Aus trautem Waldgeheg Liegt er verscheidend am Weg. Durch den Wipfel, der einst so kühn Gen Himmel getragen sein Grün, Rauschen jetzt einsam Todesklagen. Schmerzlich zucken die Blätter, durchzittert Vom leisen Windeshauch, Aus niedrem Strauch Kriecht der Wurm Preisend den Sturm, Der dies stolze Leben zersplittert. Wenn dein Mut von den Stürmen und Wettern Des Schicksals besiegt Sterbend erliegt, Dann mehrt sich dein Leid Durch Lieblosigkeit Und Hohn, die dich gänzlich zerschmettern!

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Beständigkeit im Wechsel Ein Pfeil nur, sagst du, kann verwunden Und wer berührt von ihm, den Strahl So recht in tiefster Brust empfunden, Der liebe nicht zum zweitenmal? – Seht ihr denn nicht, in jedem Lenze Erwacht ein ganzes Blumenreich, Und allwärts schmücken frische Kränze, Die Flur, die erst vom Winter bleich. Der Baum treibt seine Blätterwonne, Es glänzt das Laub, es schwillt die Frucht; Er hat des neuen Frühlings Sonne, Sie ihn mit gleicher Brunst gesucht. Drum schmäht nicht, wenn in holdem Triebe Das Herz sich fühlt erfrischt und neu; Wie die Natur blieb es der Liebe, Wenn auch nicht dem Geliebten treu! –

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Ja, einmal nimmt der Mensch von seinen Tagen Im voraus schon des Glückes Zinsen ein, Und spricht: Ich will den Kranz der Freude tragen, Mag, was darauf folgt, nur noch Asche sein. Die vollen Becher! Laß uns alles wagen! Ja einmal will ich auf den Mittagshöh'n Des Lebens stehn und dann am Ende sagen: Wie war es doch so schön! Wie war der Traum so schön! Da wir uns liebten, Da blühten Rosen um den Trauerzug; Im Schaum der Tage, die sonst leer zerstiebten, War eine Perle, reich und stolz genug. Ich will den Arm um deinen Nacken schlingen, Und durch die Ferne der Erinnrung tön': Kann keine Zeit das Glück uns wiederbringen – Wie war es doch so schön!

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Wenns dämmert Und Tag um Tag geht still dahin, Und meine ruhigen Augen sehn, Wie alle Wünsche wunschlos still In eine blasse Dämmerung gehn. Dich lieb ich, du! Oh komm, sei mein! Ein grauer Nebel kommt und steht. Wo bist du?! Alles grau und leer. Und mein Begehren wankt und geht. Wohin, wohin!? Ich seh kein Licht, Ins Graue schwindet, was ich will. Laß gehn dahin und frage nicht, Laß gehn dahin und blicke still. Wunsch geht und Welt geruhig hin, Und meine ruhigen Augen sehn, Wie alle Wünsche wunschlos still In eine blasse Dämmerung gehn.

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Laß allen Tugenden die Sterbeglocke läuten! ich höre ja dich, dich, deines Herzens Lied, du Liebe! und finde unsterblich Leben, indessen alles verlischt und welkt.

Hölderlin, Hyperion oder der Eremit in Griechenland, 2 Bde., 1797-99. Erster Band. Zweites Buch. Hyperion an Bellarmin

Vorüber! O darum ist der Lenz so schön Mit Duft und Strahl und Lied, Weil singend über Tal und Höhn So bald er weiter zieht; Und darum ist so süß der Traum, Den erste Liebe webt, Weil schneller wie die Blüt' am Baum Er hinwelkt und verschwebt. Und doch! Er läßt so still erwärmt, So reich das Herz zurück; Ich hab' geliebt, ich hab' geschwärmt, Ich preis' auch das ein Glück. Gesogen hab' ich Strahl auf Strahl Ins Herz den kurzen Tag; Die schöne Sonne sinkt zu Tal. Nun komme, was kommen mag! Sei's bittres Leid, sei's neue Lust, Es soll getragen sein: Der sichre Schatz in meiner Brust Bleibt dennoch ewig mein.

Geibel, E., Gedichte. Jugendgedichte. Erstes Buch. Lübeck und Bonn

Die Liebenden Es sitzen drei Burschen bei funkelndem Wein Und denket ein jeder der Liebsten sein. Der erste schauet betrübt in sein Glas, Seine Wange ist bleich und sein Auge ist naß: "Die einst mich geliebet mit Herz und mit Mund, Sie lieget gebettet im Grabesgrund. Ihr holdes Wesen und Angesicht Vergesse ich all mein Lebtag nicht! So lange ich wandle im Erdental, Werd ich sie missen in Schmerz und Qual. Der zweite schiebet sein Glas beiseit: "Mein Liebste hat einen andern gefreit. Sie gab sich als Gattin dem lieblosen Mann, Der mit blinkendem Golde ihr Herz gewann. Sie küßt ihn, die Falsche, und lächelt dazu, Ich aber finde nicht Friede noch Ruh'." Der Dritte hebet sein Glas in der Hand: "Das Glück der Liebe hat nicht Bestand. Ich küsse mein Liebchen mit glühendem Kuß, Weil ich weiß, daß ich wieder es lassen muß. Und gehn wir vonsammen für ewige Zeit, So haben wir dessen noch Reu noch Leid. Die Liebe ist flüchtig, das Leben ists auch Und Finden und Scheiden ist überall Brauch!"

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Sie wird mir einst begegnen, irgendwann, Wie einem auf verdrossnen Wanderungen Ein Lied einfällt, daß er als Kind gesungen; Seither sind viele tot, und er ist Mann. Und ist davon beglückt, daß er's noch kann; Denn während er zur Klarheit sich gerungen, Ist manche Saite in ihm abgesprungen… Sie wird mir einst begegnen – irgendwann Und wird mich fragen nicht: Woher? Wohin? Und wird nicht in mich drängen: Weile, raste! Einer wie ich ist immer nur zu Gaste – Und größer wird sie sein durch Demutsinn Als jene, die wie Krämer Liebe geben: Nur Zug um Zug und Leben gegen Leben.

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Chor der Nixen Ihr glücklichen Kinder Schlürft das Vergnügen; Bald wird es versiegen; Ein langer Winter Rafft es dahin. Euer Sinn Schaut nicht vorwärts, Schaut nicht zurück. Vergängliches küßt ihr, Sorglos genießt ihr Den Augenblick. Wir können nicht lieben; Von Wind und Wellen Umhergetrieben, Bis wir zerschellen, Ward uns als Leben Nicht mehr gegeben Als euch im Traum. Wunschlos entstehen wir, Wunschlos vergehen wir Wieder zu Schaum.

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Die Liebe ist flüchtig, das Leben ists auch Und Finden und Scheiden ist überall Brauch!

Wehl, F., Gedichte. Aus: Die Liebenden

Die Liebe? … ihr flücht'ger Genuß ist der Mühe nicht wert, Und ewig lieben ist unmöglich. Im Herzen wird bald jede Spur des Vergangnen verzehrt, Und Freude, wie Gram, ist hier kleinlich und kläglich.

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Liebe und Tod Die Liebe schritt, als voll das Mondlicht schien, Des Paradieses Thymianflur entlang Und spähte hell umher auf ihrem Gang. Da sah sie plötzlich unterm Eibenbaum Alleine wandelnd, redend wie ein Traum, Den Tod; zum ersten Male sah sie ihn. Flieh, sprach der Tod; denn dieser Pfad ist mein! Die Liebe weint' und wandte sich, zu fliehn; Doch scheidend sprach sie: Diese Stund ist dein; Du bist des Lebens Schatten; wie der Baum Im Sonnenlicht beschattet rings die Matten, So wirft im lichtbestrahlten Weltenraum Das große Leben rings des Todes Schatten; Der Schatten schwindet mit des Baumes Fall, Ich aber herrsche ewig ob dem All.

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Aber jedes Glücksschloß, das sich erhebt, hat in dem Grunde, auf dem es ruht, Sand, und der Sand sammelt sich und rinnt unter den Mauern fort, langsam vielleicht, unmerklich, aber er rinnt und rinnt, Korn auf Korn. Und die Liebe? Auch sie ist kein Fels, wie gern wir es auch glauben möchten.

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