Liebe Sprüche – zeit

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A alta Liab roscht nit – aber schimmmelig ka se weara.

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Statt im Leben freundlich und friedfertig einander zu tragen und zu erfreuen, grämen sich die meisten Menschen, wenn es zu spät ist, wenn der Tod die traulichen Lebensgefährten von der Seite gerissen hat; darum soll man sich lieben, solange man noch lebt, denn jede Stunde, die man in Unliebe verbringt, hat man sich und dem andern unwiederbringlich vom Leben geraubt.

Auerbach, Sämtliche Schwarzwälder Dorfgeschichten, entstanden 1842-80 (diverse Einzeldrucke), 10 Bde., 1884. Erster Band. 3. Des Schloßbauers Vefele

Letzte Liebe Wie an der Neige unserer Zeit Wir zarter, abergläubischer lieben! Als Abglanz der Vergänglichkeit Ist, letzte Liebe, dein Strahl geblieben. Den halben Himmel deckt die Nacht, Und nur im Westen schweifen Lichter. Verweile, verweile, du Abendpracht, Verstrick mich, Zauber, dicht und dichter. Mag spärlich das Blut sich regen, Doch voller Zartheit ist das Herz. O letzte Liebe, Fluch und Segen Und Glück und hoffnungsloser Schmerz.

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Ersatz für manches beut die Welt, für Liebe beut sie nichts [...].

Platen, Gedichte. Ghaselen

Im Wiesengrunde am Baches Strand Ein allerliebstes blau' Blümlein stand; Vom süßen Dufte angezogen, Ein bunter Falter kam geflogen. Sie kosen und tändeln im Sonnenlicht, Manch herziges Wörtlein der Bunte spricht: Zu spät merkt's das Blümlein, daß der Tropf Nur "Raupen ihm setzte in den Kopf".

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Dämmerung Hell weckt Dunkel Dunkel wehrt Schein Der Raum zersprengt die Räume Fetzen ertrinken in Einsamkeit! Die Seele tanzt Und Schwingt und schwingt Und Bebt im Raum Du! Meine Glieder suchen sich Meine Glieder kosen sich Meine Glieder Schwingen sinken sinken ertrinken In Unermeßlichkeit Du! Hell wehrt Dunkel Dunkel frißt Schein! Der Raum ertrinkt in Einsamkeit Die Seele Strudelt Sträubet Halt! Meine Glieder Wirbeln In Unermeßlichkeit Du! Hell ist Schein! Einsamkeit schlürft! Unermeßlichkeit strömt Zerreißt Mich In Du! Du!

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Ungerecht bleiben die Männer, und die Zeiten der Liebe vergehen.

Goethe, Hermann und Dorothea. Versepos, 1797. Terpsichore. Hermann. Vater zu Frau und Sohn H.

Gott Amor, Gott Hymen und der Tod haben ein Licht. Amor hat ein Talglicht, das schmilzt schnell, Hymen hat ein Wachslicht, das brennt hell, und der Tod hat eine Pechfackel, die verrinnt schnell.

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Dauer der Liebe Er: Du hast geliebt! O, leugne nicht! Ganz sicher bin ich dessen. Sie: Ich hätt' geliebt? Besinn' mich nicht, Und wenn, ich hab's vergessen. Er: So hältst du Treu', so haltst du Lieb'? Vergißt, wer dachte deiner? Sie: Mein Freund! Er ging, doch wenn er blieb, Gedächt' ich heut noch seiner. Er: Wenn du so schnell Vergessen treibst, Wer wird mit dir es wagen? Sie: Je nun, mein Freund, solang du bleibst, Hast du nicht Grund zu klagen. Es schärft die Zeit der Lieb' Gewalt, Man schätzt sich stets genauer, Und wird mit uns erst einer alt, So kriegt die Liebe Dauer.

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Es schärft die Zeit der Lieb' Gewalt.

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O Regen sag' du kommst so hoch daher, Ist droben auch der Tag spurlos und leer? Du fällst zum Fluß und schwimmst zum Meer, Glaubst, du enteilst dem Leid und suchst Genuß? O wüßten alle nur, was doch ein jeder wissen muß: Die Tage lassen keine Spur, so wenig wie Der Regen auf dem Fluß, — Die Liebe nur…

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Waltete Liebe nicht, ewige Güte, Irdisches triebe nicht himmlische Blüte.

Hamerling, Sinnen und Minnen, 1860

Die Freude, sie schwindet, Es dauert kein Leid, Die Jahre verrauschen Im Strome der Zeit; Die Sonne wird sterben, Die Erde vergeh'n; Doch Liebe muß ewig Und immer besteh'n.

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Minne ohne Treue, und Beichte ohne Reue, und Feuer ohne Brände, die haben bald ein Ende.

Rumpel (Hg.), Deutsche Art und Kunst in Gedichten für die reifere Jugend christlicher Schulen, 1853. Aus dem 14. Jahrhundert

Alle Weisheit meines Lebens Hat das Eine mich gelehrt, Lieb' ist sterblich! Ganz vergebens Hoffst du, daß die Liebe währt! Bist du treu, sie lachen deiner, Ändern wie die Moden sich, Änderst du dich, keift gemeiner Eifersücht'ger Neid um dich. Drum vermeide Hymens Falle, Hoffe nie, ein Weib sei dein! Aber lieb' und täusche alle, Um nicht selbst getäuscht zu sein.

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Im Augenblicke der glücklichen Liebe schaue nicht auf die Uhr, damit du nicht wahrnehmest, wie kurz dein Glück gewährt.

Franz-Voneisen (Hg.), Junggesellenbrevier. Gesammelte Aphorismen über Frauen, Liebe und Ehe, hg. von Franz-Voneisen [i. e. Zdenko Zelezny], Leipzig, um 1900

Minne, der Welt Unseligkeit, Da reine Lust so flüchtig ist, Da du so wankelmütig bist Was minnt nur all die Welt an dir? Ich seh doch wohl, du lohnest ihr, So wie der Ungetreue tut. Dein Ende, das ist nie so gut, Wie du versprichst im Anbeginn: Da lockst du den betörten Sinn Mit kurzer Lust zu langem Leid. Mit schmeichlerischer Trüglichkeit, Die in so falscher Süße schwebt, Die trüget alles, was da lebt.

Gottfried von Straßburg, Tristan, um 1210 (Fragment)

Der Jugend erste Liebesschwüre, Beseelt vom heißesten Verlangen, Sind weiter nichts als Perlenschnüre, Der Liebsten um den Hals gehangen. Das Band zerreißt, die Perlen rollen, Wer reiht sie wieder auf die Schnur? Gleichgültigkeit und leises Grollen, – Vorbei die Lieb', verweht der Schwur.

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Zerbrich, verbrenne und zermalme, Was dir nicht völlig wohlgefällt! Ob mich die Welt an einem Halme, Ob sie mich an der Kette hält, Ist alles eins in deinen Augen, Da nur ein ganz befreiter Geist, Der alles andre Schaden heißt, Und nur die lautre Liebe taugen.

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Um die Zeit der Sonnenwende Ging der Winter auch zu Ende. Mit dem Frühling wuchs der Tag, Mit dem Tage wuchs mein Lieben, Und ich sah in Hof und Hag, Wie die Zweige Blüten trieben. Um die Zeit der Sonnenwende Ging der Sommer auch zu Ende. Mit dem Winter wuchs die Nacht, Mit der Nacht wuchs auch mein Lieben, Denn in meines Herzens Schacht War es Frühlingstag geblieben.

Fallersleben, H., Gedichte. Aus: Buch der Liebe, 1836

Kleine Winterlandschaft Hart am Ufer steht mein Fuß, Drüben, horizontdurchlassend, Friert am Strand ein schmales Wäldchen, Nirgends eine Spur von Haus und Menschen. Klatschend steht die Ente auf, Mißtrauisch durch meine Nähe, Bald mit vorgestemmten Rudern, Fällt sie wieder ein nach raschem Fluge. Nebel zieht und hüllt gemach Erst das Wäldchen, dann die Welle, Hüllt mich selbst in seinen Mantel; Nicht mehr sichtbar, quakt ein braver Erpel. Gleich Eliasens Wolke sinkts, Jener Wolke des Propheten, Die zum Himmel ihn entführte, Als vor Isebel er flüchten mußte. Ach, Jehovah, laß mich noch, Laß mich noch auf deiner Erde! Isebel, die schöne Fürstin, Lieb' ich, und sie liebt mich zärtlich wieder.

Liliencron, Nebel und Sonne, 1900