Liebe Sprüche – zeit
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In den Stürmen der Versuchung Hab' ich lang schon Ruh' gefunden, Doch dem Tugenhaftsten selber Kommen unbewachte Stunden! Heißer als in heißer Jugend Überschleicht der alte Traum mich, Und beflügelt schwingt des Katers Sehnen über Zeit und Raum sich. O Neapel, Land der Wonne, Unversiegter Nektarbecher! Nach Sorrent möcht' ich mich schwingen, Nach Sorrent, aufs Dach der Dächer. Der Vesuvius grüßt, es grüßt vom Dunkeln Meer das weiße Segel, Im Olivenwald ertönt ein Süß Konzert der Frühlingsvögel. Zu der Loggia schleicht Carmela, Sie, die schönste aller Katzen, Und sie streichelt mir den Schnauzbart, Und sie drückt mir leis die Tatzen, Und sie schaut mich an süß schmachtend – Aber horch, es tönt ein Knurren. Ist's vom Golf der Wellen Rauschen? Ist es des Vesuvius Murren? 's ist nicht des Vesuvius Murren, Der hält jetzo Feierstunde, – In dem Hof, Verderben sinnend, Bellt der schlechtste aller Hunde. Bellt der schechtste aller Hunde, Bellt Krakehlo, der Verräter, Und mein Katertraum zerrinnet Luftig in den blauen Äther.
Die Motte und die Kerze Fliege nur in dein Verderben, Das so schön, so lockend loht: Selig ist's, in Flammen sterben Aus des Herzens Machtgebot.
Die ewige Liebe hat eine gar zu kurze Dauer; wir können ewig hassen, aber nicht ewig lieben.
Weißt du? Weißt du, wann du sterben mußt, Wann du darfst die Flügel heben? Darum soll in deiner Brust Nie ein Liebesklang verschweben. Sprich ihn rasch und köstlich aus, Ohne Furcht und ohne Zagen, Eh' sie dich ins dunkle Haus, Unter Leid und Thränen tragen. Mancher kehrte gern zurück, Doch er darf nicht wieder kommen, Und hat sein und fremdes Glück Mit sich in das Grab genommen.
Lieben und Hassen, Hassen und Lieben, Ist alles über mich hingegangen; Doch blieb von allem nichts an mir hangen, Ich bin der allerselbe geblieben.
Was für eine trostlose Welt würde das geben, wenn die Toten alle Liebe mit sich hinabnähmen in die Gruft! Das wird geschehen, wenn die Erdenuhr ablaufen will, und dann erst wird es recht sein, aber dann werden auch alle Sonnen und Sterne ihre leuchtenden Augen abwenden, es wird dunkel werden und kalt, immer dunkler und kälter – dann wird es recht sein, daß jeder Hunger, jedes Sehnen unter sich geht, daß alle Liebe mit in den Sarg gelegt wird. Dann dürfen auch die letzten Blumen im Garten zu den Totenkränzen gebrochen werden – es wird ja niemand übrigbleiben, der noch seine Lust an ihnen haben könnte.
Nun liegt die Welt umfangen Von starrer Winternacht, Was frommt's, daß am Kamin ich Entschwundner Lieb gedacht? Das Feuer will erlöschen, Das letzte Scheit verglüht, Die Flammen werden Asche, Das ist das End vom Lied, Das End vom alten Liede, Mir fällt kein neues ein, Als Schweigen und Vergessen – Und wann vergäß' ich dein?
Nyt Eiges meh Was wie-n-e Flamme-n-uf mym Scheitel rueht, Du bisch die Glueth! Was wie-n-e helli Wulke-n-um mi wallt, Du bisch die Gwalt! Und 's Morgeroth schynt dur e Rosehag, Du bisch der Tag! Und d'Sterne glänze-n-in der hellste Pracht, Und du bisch d'Nacht! Es ghört mer weder Denke, Gseh noch Thue Meh eige zue – Wer het mi au mit Allem, was i bi, Verschenkt an Di?
Acht Tåg ist a Wochen, Zwölf Monat a Jåhr; Kaum håt die Lieb ång'hebt, Is s' schon wieder går.
Kind, Jugend, Schönheit, Lust entschwindet, Nur Liebe blüht ein ew'ger Mai.
Das ist der Bann der Fee'n: Der Mann, der Eine gesehn, Muß sie haben oder vergehn.
Täglich steht der Tod mir bevor, wohl weiß ich es sicher. Doch wenn ich schau', wie der Chor kreisender Sterne sich schlingt, fühl' ich mich aufwärts gehoben, ich sitze an himmlischer Tafel.
Heute lieb, morgen leid, das ist der Welt Unstetigkeit.
Dauer im Wechsel Siehe, der Frühling währet nicht lang': Bald ist verhallt der Nachtigall Sang. Blühen noch heute Blumen im Feld, Morgen ist öd' und traurig die Welt, Aber der Liebe selige Lust Ist sich des Wandels nimmer bewußt. Alles auf Erden hat seine Zeit, Frühling und Winter, Freuden und Leid, Hoffen und Fürchten, Ruhn und sich Mühn, Kommen und Scheiden, Welken und Blühn, Aber der Liebe selige Lust Ist sich des Wandels nimmer bewußt. Weil uns des Lebens Sonne noch scheint, Wollen wir leben liebend vereint. Wollen der Zukunft Wetter nicht scheu'n, Wollen des Augenblicks uns erfeu'n! Was auch des Himmels Fügung uns gibt: Glücklich ist nur das Herz, das da liebt.
Zuvor Wellenschäume, Wolkensäume, Wünsche, Träume, Im Entfalten, Im Zerfließen festgehalten; Manch Erlebtes Längst Entschwebtes, Mit Gestalten Leicht Verwebtes, Wie sie kommen, wie sie fliehn – Launekinder, Phantasien, Bilder im Vorüberziehn, Liebespoesien!
… des Weibes Lieb' ist seichte; Kurz trauert sie, zerriß ein Band. Die Liebe weicht der langen Weile, Dann schärft sie neue Liebespfleile.
Ich hab' eine alte Muhme, Die ein altes Büchlein hat, Es liegt in dem alten Buche Ein altes, dürres Blatt. So dürr sind wohl auch die Hände, Die's einst im Lenz ihr gepflückt. Was mag doch die Alte haben? Sie weint, so oft sie's erblickt.
Was waren Frauen Was waren Frauen anders dir als Spiel, Der du dich bettetest in soviel Liebesstunden: Du hast nie andres als ein Stück von dir gefunden, Und niemals fand dein Suchen sich das Ziel. Du strebtest, dich im Hellen zu befreien, Und wolltest untergeh'n in wolkig trüber Flut – Und lagst nur hilflos angeschmiedet in den Reihen Der Schmachtenden, gekettet an dein Blut. Du stiegst, dein Leben höher aufzutürmen, In fremde Seelen, wenn dich eigne Kraft verließ, Und sahst erschauernd deinen Dämon dich umstürmen, Wenn deinen dünnen Traum der Tag durchstieß.
Ach seht wie im Winde die Linde nun zittert, ihr Laub vor dem Walde zu Balde verwittert. Und klag auf der Heide mit Leide man übet so hat mir die Minne die Sinne betrübet. Ach, sehnende Leiden bescheiden mit Sorgen die muß ich ertragen ohn Klagen verborgen Die stets mir verholen gestohlen den Schlummer die läßt mich vergehen in Wehen und Kummer Oh gnädig erscheine du Reine mir Armen und laß Dich die Schmerzen von Herzen erbarmen Den Geist mir entbinde geschwinde vom Leide aus wogendem Feuer dein Steuer mich scheide
Eine versunkene Liebeszeit gleicht den Sagen von versunkenen goldenen Zeiten und Ländern, mit dem Unterschiede jedoch, daß die Sagen der Völker sich immer grauer färben, im Herzen der Liebenden die versunkene Zeit immer goldener wird, wie auch oft das Abendrot immer dunkler erglüht, je tiefer die Sonne sinkt.
Ach, wie Blumen sich entfärben, Wenn ein Hauch den Schmelz entführt, Muß der Liebe Blüte sterben, Von der Sünde Hauch berührt. Edles Feuer schöner Jugend, Bebe vor der Schuld zurück! Lieb' ersiegt allein die Tugend, Nur der Unschuld blüht das Glück.