Liebe Sprüche – zeit
262 Sprüche gefunden
Eros Masken! Masken! Daß man Eros blende. Wer erträgt sein strahlendes Gesicht, Wenn er wie die Sommersonnenwende Frühlingliches Vorspiel unterbricht. Wie es unversehens im Geplauder Anders wird und ernsthaft… Etwas schrie… Und er wirft den namenlosen Schauder Wie ein Tempelinnres über sie. O verloren, plötzlich, o verloren! Göttliche umarmen schnell. Leben wand sich, Schicksal ward geboren. Und im Innern weint ein Quell.
Reife Im hohen, heißen Sommer, Wenn schwanger alle Luft, Spürst du ganz einen eignen, Der Reife schweren Duft. Es weht ein drängend Leben Von jedem Halme her. ... Auch du, mein Herz, wie trägst du An deiner Liebe schwer.
Allgegenwärtig Wenn die Winde sacht Um dein Fenster gehn, Stimmen in der Nacht Von den Hügeln weh'n. Hoher Firnenkranz, Um den See gereiht, Seinen reinen Glanz Deinen Tagen leiht.
Die Nacht Du verstörst uns nicht, o Nacht! Sieh! wir trinken im Gebüsche; Und ein kühler Winde erwacht, Daß er unsern Wein erfrische. Mutter holder Dunkelheit, Nacht! Vertraute süßer Sorgen, Die betrogner Wachsamkeit Viele Küsse schon verborgen! Dir allein sei mitbewußt, Welch Vergnügen mich berausche, Wann ich an geliebter Brust Unter Tau und Blumen lausche! Murmelt ihr, wann alles ruht, Murmelt, sanftbewegte Bäume, Bei dem Sprudeln heischrer Flut Mich in wollustvolle Träume.
Bäder, Wein und Liebe zerstören unsern Leib, und das Leben machen doch nur Bad, Wein und Weib.
Abschied Nun sind sie vorüber, jene Stunden, Die der Himmel unsrer Liebe gab, Schöne Kränze haben sie gebunden, Manche Wonne floß mit ihnen ab. Was der Augenblick geboren, Schlang der Augenblick hinab, Aber ewig bleibt es unverloren, Was das Herz dem Herzen gab.
Ist nicht die Dämmerung die Zeit der Märchen; ist nicht die Zeit der jungen Liebe die Zeit des Traumes?
Wir kommen – niemand weiß, woher? Sind Tropfen nur im Lebensmeer Aus unerschöpftem Grunde. Wir gehen – niemand weiß, wohin? Bemüht um kargen Lohngewinn In brüderlichem Bunde. Aber quäle Dich, o Seele, Nicht im Trüben Nie versiegen Licht und Wärme, wenn wir lieben. Du ew'ge Macht, die unbekannt Die weite Welt so stark umspannt, Daß keiner dir entrinne, Du hältst auch uns im festen Ring; Wer ist so arm, so gar gering, Der nicht sein Teil gewinne? Aus der Ferne Ew'ger Sterne Strömt von drüben Uns hernieder Kraft zu leiden und zu lieben. Wir schaun ins All der Wunderwelt, Darein ein Traum wir sind gestellt, Und wissen's nicht zu deuten, Vom Morgen- bis zum Abendrot, Und balde kommt der Glöckner Tod, Die Nachtruh' einzuläuten. Weh und Wonnen Rasch zerronnen, Nichts geblieben, Als der Trost nur, Daß wir lebten, um zu lieben.
Wer mäßig liebt, der liebt um desto länger; Trägheit und Hast sind beide schlechte Gänger.
An eine Frau Die wahre Ernte aller Dinge bleibt Und blüht in hoher Luft wie lichte Zinken, Das andere war nur da um wegzusinken. Und irgendwie geheimnisvoll erträgt Es unser Geist nur immer auszuruhen Auf Gleitendem, wie die Meervögel tuen.
Laß uns vergessen, daß es eine Zeit gibt und zähle die Lebenstage nicht! Was sind Jahrhunderte gegen den Augenblick, wo zwei Wesen so sich ahnen und nahn?
Jedes Leben erstarret, wenn dem alten nichts neues, vollkommeneres zugeführt wird.
Lauf der Welt An jedem Abend geh ich aus, Hinauf den Wiesensteg. Sie schaut aus ihrem Gartenhaus, Es stehet hart am Weg. Wir haben uns noch nie bestellt, Es ist nur so der Lauf der Welt. Ich weiß nicht, wie es so geschah, Seit lange küß ich sie. Ich bitte nicht, sie sagt nicht: ja! Doch sagt sie: nein! auch nie. Wenn Lippe gern auf Lippe ruht, Wir hindern's nicht, uns dünkt es gut. Das Lüftchen mit der Rose spielt, Es fragt nicht: hast mich lieb? Das Röschen sich am Taue kühlt, Es sagt nicht lange: gib! Ich liebe sie, sie liebet mich, Doch keines sagt: ich liebe dich!
Allen Kräften des Gemüts ruft die Zeit unbarmherzig ein hartes »Genug« zu. Nur einer nicht: der Kraft, zu lieben.
Unerklärbar Ich weiß es nicht, warum die Blume blüht, Ich weiß, sie muß erblühn und Düfte spenden; Ich weiß es nicht, warum der Stern entglüht, Ich weiß es nur, er muß die Strahlen senden. Ich weiß es nicht, warum die Welle fließt, Ich weiß es nur, sie muß und darf nicht weilen, Warum der Strom sich in das Meer ergießt, Ich weiß es nicht, er muß zum Meer enteilen. Ich weiß es nicht, warum so nah als fern Dein Bild so treu im Herzen mir geblieben; Vergebens fragst du Blume, Well' und Stern So weiß auch ich allein, ich muß dich lieben.
Ich hab' den Weg verloren, Der mich zum ihm geführt; Ich hab' das Wort vergessen, Das seine Seele rührt. Er geht an mir vorüber, Es wich der Zauberbann; Ich hab' das Wort vergessen Und geh' zu Grund daran.
Kann der Winter alles zähmen, Kann er töten Laub und Gras, Kann er schon die Frücht' uns nehmen, Kann er zwingen alles Naß, Ei, sie muß er doch mit Schanden Von den Herzen ziehn ab, Die mit festen Liebesbanden Sich verknüpfen bis ans Grab.
Liebeseifer Ach Liebste laß uns eilen! Noch ist es Zeit Es schadet das Verweilen Uns beiderseit. Der edlen Schönheit Gaben Fliehn Fuß für Fuß Daß alles, was wir haben, Uns schwinden muß. Der Wangen Ziehr verbleichet Das Haar wird greiß Der Augen Feuer weichet Die Brunst wird Eiß. Das Mündlein von Korallen Wird ungestalt, Die Hände, sie verfallen Und du wirst alt. Drum laß und jetzt genießen Der Jugend Frucht Eh' als wir folgen müssen Der Jahre Flucht. Wo du dich selber liebest, So liebe mich; Gib mir – das, wann du gibest, Verlier auch ich.
So ist denn alles nichts, wenn das eine fehlt, das dem Menschen alles übrige wert ist.
Ich weiß, alles ist vergänglich, nur nicht die Gewißheit der naturgewollten Zuneigungen.
Zwischen Reben und Rosen In glücklichen Stunden Im Herzen geboren, Im Wandern gefunden, Im Wandern verloren: Wie ihr doch flüchtig und ewig seid, Liebe, Lieder und Jugendzeit!