Liebe Sprüche – zeit

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Die Zeit Die Zeit war lang genug, dass uns nun klar sein müsste, dass die Liebe zwischen uns ein längst verklungener Ton ist. Doch die Zeit war nicht lang genug, dass wir uns darüber im Klaren sind, dass man einen verklungenen Ton auch wieder aufs Neue erklingen lassen kann.

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Und so spiegelt jedes Gefühl und jede Liebe uns eine erlogne Ewigkeit vor: ein Scherz, ein Schlaf, eine verlorne Unze Blut, ach! eine Stunde erwürgt die Liebe. So steht überall und überall, wo eine Menschenbrust an der andern liegt, die Zeit und schiebt sie auseinander wie Marmorplatten, weil sie sie nicht auseinanderreißen kann.

Jean Paul, Biographische Belustigungen unter der Gehirnschale einer Riesin, 1796. Sechste biographische Belustigung

Natürlich ist die Liebe für ewig – nur die Partner wechseln.

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Die Liebe hat kein Maß der Zeit. Sie keimt und blüht und reift in einer schönen Stunde.

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So wie der Wind mit den Blättern spielt, so spielt das Schicksal mit den Menschen; man sieht sich, lernt sich kennen, gewinnt sich lieb und muß sich wieder trennen. Der Mensch kann viel ertragen und erleiden, er kann vom Liebsten, was er hat, in Wehmut scheiden, er kann die Sonne meiden und das Licht, doch vergessen, was er einst geliebt, das kann er nicht.

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Und darum ist so süß der Traum, Den erste Liebe webt, Weil schneller wie die Blüt' am Baum Er hinwelkt und verschwebt.

Geibel, E., Gedichte. Jugendgedichte. Erstes Buch. Lübeck und Bonn. Aus: Vorüber!

Der Abgekühlte Und ist man tot, so muß man lang Im Grabe liegen; ich bin bang, Ja, ich bin bang, das Auferstehen Wird nicht so schnell vonstatten gehen. Noch einmal, eh' mein Lebenslicht Erlöschet, eh' mein Herze bricht – Noch einmal möcht ich vor dem Sterben Um Frauenhuld beseligt werben. Und eine Blonde müßt es sein, Mit Augen sanft wie Mondenschein – Denn schlecht bekommen mir am Ende Die wild brünetten Sonnenbrände. Das junge Volk voll Lebenskraft Will den Tumult der Leidenschaft, Das ist ein Rasen, Schwören, Poltern Und wechselseit'ges Seelenfoltern! Unjung und nicht mehr ganz gesund, Wie ich es bin zu dieser Stund', Möcht ich noch einmal lieben, schwärmen Und glücklich sein – doch ohne Lärmen.

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Nicht hat ein Ende der Mensch – hat er doch keinen Beginn: welche sich selber verlieren, die hat der Liebste erkannt.

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Nichts will so zart, so unausgesetzt gepflegt sein, als die Blume des Besitzes. Dies bedenken Wenige und lassen daher ihr Schönstes verkommen. Eine verwelkte Liebe, ein verstorbenes Vertrauen blüht nimmer wieder.

Volger (Hg.), Frauenbrevier für Haus und Welt. Eine Auswahl der besten Stellen aus namhaften Schriftstellern über Frauenleben und Frauenbildung, 1859

Der Mensch hat hier dritthalb Minuten, eine zu lächeln – eine zu seufzen – und eine halbe zu lieben; denn mitten in dieser Minute stirbt er.

Jean Paul, Hesperus oder 45 Hundsposttage. Eine Lebensbeschreibung, 3 Bde., 1795. Erstes Heftlein. 4. Hundposttag

Sicher ist die Liebe, die dem Charakter gilt; die körperliche Schönheit aber fällt dem Alter zum Opfer. Certus amor morum est; formam populabitur aetas.

Ovid, De medicamine faciei, auch Medicamina faciei femineae (Über die Gesichtspflege bei Frauen). 45

Was du auch seist, Seel’ oder Leib. Erbarm dich! Geh nicht von mir! Bleib! Oder laß beid’ uns weiter fliehn, als Winde wehn und Wolken ziehn! Es ist zu spät - du warst, du bist - der teure Wahnsinn, der mein Herz zerfrißt.

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Lethe Jüngst im Traume sah ich auf den Fluten Einen Nachen ohne Ruder ziehn, Strom und Himmel stand in matten Gluten Wie bei Tages Nahen oder Fliehn. Saßen Knaben drin mit Lotoskränzen, Mädchen beugten über Bord sich schlank, Kreisend durch die Reihe sah ich glänzen Eine Schale, draus ein jedes trank. Jetzt erscholl ein Lied voll süßer Wehmut, Das die Schar der Kranzgenossen sang - Ich erkannte deines Nackens Demut, Deine Stimme, die den Chor durchdrang. In die Welle taucht ich. Bis zum Marke Schaudert ich, wie seltsam kühl sie war. Ich erreicht' die leise ziehnde Barke, Drängte mich in die geweihte Schar. Und die Reihe war an dir zu trinken, Und die volle Schale hobest du, Sprachst zu mir mit trautem Augenwinken: "Herz, ich trinke dir Vergessen zu!" Dir entriß in trotzgem Liebesdrange Ich die Schale, warf sie in die Flut, Sie versank, und siehe, deine Wange Färbte sich mit einem Schein von Blut. Flehend küßt ich dich in wildem Harme, Die den bleichen Mund mir willig bot, Da zerrannst du lächelnd mir im Arme Und ich wußt es wieder - du bist tot.

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Vergänglichkeit der Schönheit Es wird der bleiche Tod mit seiner kalten Hand Dir endlich mit der Zeit um deine Brüste streichen. Der liebliche Corall der Lippen wird verbleichen; Der Schultern warmer Schnee wird werden kalter Sand. Der Augen süßer Blitz, die Kräffte deiner Hand, Für welchen solches fällt, die werden zeitlich weichen. Das Haar, das itzund kan des Goldes Glantz erreichen Tilgt endlich Tag und Jahr als ein gemeines Band. Der wohlgesetzte Fuss, die lieblichen Gebärden, Die werden theils zu Staub, theils nichts und nichtig werden, Denn opfert keiner mehr der Gottheit deiner Pracht. Diss und noch mehr als diss muß endlich untergehen, Dein Hertze kan allein zu aller Zeit bestehen Dieweil es die Natur aus Diamant gemacht.

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Epigramma Du meinst ich soll dein noch gedencken und dich lieben ob du mich schon verläst ey sey doch nicht so toll ich habe dir ja offt vor disem schon geschrieben: daß niemand Eysen Stein und Klöze lieben soll.

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Mein Alles ist dahin, mein Trost in Lust und Leiden, mein ander Ich ist fort, mein Leben, meine Zier mein Liebstes auff der Welt ist wegk, ist schon vohn hier. (die Lieb ist bitter zwahr, viel bittrer ist das Scheiden) Ich kann nicht von dir seyn, ich kann dich gantz nicht meiden, O liebste Dorile! Ich bin nicht mehr bey mir Ich bin nicht der ich bin, nun ich nicht bin bey dir. Ihr Stunden lauft doch fort, wolt ihr mich auch noch neiden? Ey Phoebus halte doch die schnelle Hengste nicht! fort, fort, ihr Tage fort, komb bald du Monden Licht! Ein Tag ist mir ein Jahr, in dem ich nicht kann sehen mein ander Sonnenlicht! fort, fort, du faule Zeit, spann doch die Segel auff, und bring mein Lieb noch heut, und wan sie hier dan ist, so magstu langsam gehen.

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Die Zeit, nicht der Verstand, macht der Liebe ein Ende.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Originaltext: Amori finem tempus, non animus facit

Geflüster der Nacht Es ist ein Flüstern in der Nacht, Es hat mich ganz um den Schlaf gebracht; Ich fühl's, es will sich was verkünden Und kann den Weg nicht zu mir finden. Sind's Liebesworte, vertrauet dem Wind, Die unterwegs verwehet sind? Oder ist's Unheil aus künftigen Tagen, Das emsig drängt sich anzusagen?

Storm, T., Gedichte. In: Die deutsche Lyrik der Gegenwart. Eine Anthologie, zusammengestellt von Fritz Lemmermayer, Verlag von Hermann Bruckner, Leipzig, o. J. [1884]

Desselben Weges wandern wir Langsam und spät stieg ich empor, nun steh ich hoch und frage: "Bin wohl auch ich ein Meteor am Himmel deiner Tage? Läßt mich das Schicksal vor der Zeit dir im Zenith verschwinden? Spannt sich der Horizont uns weit, bis Nacht und Tod mich finden?" Du blickst mich an und streichelst mir liebkosend Wang' und Haare: "Desselben Weges wandern wir, ob kurz, ob lang, zur Bahre."

Dahn, Th., Gedichte, in: Felix Dahn’s sämtliche Werke poetischen Inhalts, 21 Bde., 1899 (Neufassung in 4 Bänden 1903)

Laut klag' ich oft aus tiefster Brust, Daß du ein Mensch bist - und sterben mußt.

Dahn, Th., Gedichte, in: Felix Dahn’s sämtliche Werke poetischen Inhalts, 21 Bde., 1899 (Neufassung in 4 Bänden 1903)

Doch schon bewegte Willen und Verlangen Mir, wie ein gleichbewegtes Rad, die Liebe, Die kreisen macht die Sonne wie die Sterne.

Dante Alighieri, Die göttliche Komödie (La Divina Commedia), entstanden ca. 1307-1321; Erstdruck 1472. Schlussworte