Liebe Sprüche – zeit
262 Sprüche gefunden
Frauenlieb' und süßer Wein, kann morgen beides Essig sein.
Frauenlieb und Rosenblätter, verändern sich wie Aprilwetter.
Wehr im Beginne dem Übel; zu spät wird Heilung bereitet, Wenn durch langen Verzug Stärke gewonnen es hat.
Schweig, Herz, kein Schrei! Schweig, Herz, kein Schrei! Denn alles geht vorbei! Doch, daß ich auferstand und wie ein Irrstern ewig sie umrunde, ein Geist, den sie gebannt, das hat Bestand. Ja, alles geht vorbei. Nur dieses Wunderband, aus meines Herzens tiefstem Grunde zu ihrem Geist gespannt, das hat Bestand. Ja, alles geht vorbei. Doch sie, die mich erkannt, den Harrenden, wildfremd an Ort und Stunde, ging nicht vorbei, sie stand, reicht mir die Hand. Ja, alles geht vorbei. Doch diese liebe Hand, die ich in tiefer, freudenheller Stunde an meinem Herzen fand, die hat Bestand.
Liebe, ach, du gehst vorbei Schneller als ein Sturm im Mai, Bleibst kein treuer Gast! Ach, mein Lieb ist lange fort, Und mein Kränzlein ist verdorrt An dem grünen Ast!
Der Liebe Dauer O lieb', so lang du lieben kannst, O lieb', so lang du lieben magst; Die Stunde kommt, die Stunde kommt, Da du an Gräbern stehst und klagst. Und sorge, daß dein Herze glüht, Und Liebe hegt und Liebe trägt, So lang ihm noch ein ander Herz In Liebe warm entgegenschlägt. Und wer dir seine Brust erschließt, O thu' ihm, was du kannst, zu lieb! Und mach' ihm jede Stunde froh Und mach' ihm keine Stunde trüb! Und hüte deine Zunge wohl, Bald ist ein böses Wort gesagt; O Gott, es war nicht bös gemeint, Der Andre aber geht und klagt. O lieb', so lang du lieben kannst, O lieb', so lang du lieben magst; Die Stunde kommt, die Stunde kommt, Da du an Gräbern stehst und klagst. Dann kniest du nieder an der Gruft Und birgst die Augen trüb und naß – Sie sehn den Andern nimmermehr – In's lange feuchte Kirchhofgras, Und sprichst: "O schau' auf mich herab, Der hier an deinem Grabe weint; Vergieb, daß ich gekränkt dich hab', O Gott, es war nicht bös gemeint!" Er aber sieht und hört dich nicht, Kommt nicht, daß du ihn froh empfängst; Der Mund, der oft dich küßte, spricht Nie wieder: "Ich vergab dir längst!" Er that's, vergab dir lange schon, Doch manche heiße Thräne fiel Um dich und um dein herbes Wort, Doch still, er ruht, er ist am Ziel. O lieb', so lang du lieben kannst, O lieb', so lang du lieben magst; Die Stunde kommt, die Stunde kommt, Da du an Gräbern stehst und klagst.
Wer gab dir, Minne, die Gewalt, daß du so ganz allmächtig bist? Du siegtest über jung und alt, und gegen dich hilft keine List.
Im Mannesleben Wird Liebe nur Episoden geben, Im Frauenleben Wird Liebe sich zur Geschichte erheben.
Das Leben entflieht schnell. Nicht eine Sekunde kehrt zurück. Bemühen wir uns, möglichst viele Beweise der Liebe zu geben.
Östliches Taglied Ist dieses Bette nicht wie eine Küste, ein Küstenstreifen nur, darauf wir liegen? Nichts ist gewiß als deine hohen Brüste, die mein Gefühl in Schwindeln überstiegen. Denn diese Nacht, in der so vieles schrie, in der sich Tiere rufen und zerreißen, ist sie uns nicht entsetzlich fremd? Und wie: was draußen langsam anhebt, Tag geheißen, ist das uns denn verständlicher als sie? Man müßte so sich ineinanderlegen wie Blütenblätter um die Staubgefäße: so sehr ist überall das Ungemäße und häuft sich an und stürzt sich uns entgegen. Doch während wir uns aneinanderdrücken, um nicht zu sehen, wie es ringsum naht, kann es aus dir, kann es aus mir sich zücken: denn unsre Seelen leben von Verrat.
Die Füße im Feuer Wild zuckt der Blitz. In fahlem Lichte steht ein Turm Der Donner rollt. Ein Reiter kämpft mit seinem Roß Springt ab und pocht ans Tor und lärmt. Sein Mantel saust Im Wind. Er hält den scheuen Fuchs am Zügel fest. Ein schmales Gitterfenster schimmert goldenhell Und knarrend öffnet jetzt das Tor ein Edelmann ... "Ich bin ein Knecht des Königs, als Kurier geschickt Nach Nîmes. Herbergt mich! Ihr kennt des Königs Rock!" "Es stürmt. Mein Gast bist du. Dein Kleid, was kümmerts mich? Tritt ein und wärme dich! Ich sorge für dein Tier!" Der Reiter tritt in einen dunkeln Ahnensaal, Von eines weiten Herdes Feuer schwach erhellt, Und je nach seines Flackerns launenhaftem Licht Droht hier ein Hugenott im Harnisch, dort ein Weib, Ein stolzes Edelweib aus braunem Ahnenbild ... Der Reiter wirft sich in den Sessel vor dem Herd Und starrt in den lebendgen Brand. Er brütet, gafft ... Leis sträubt sich ihm das Haar. Er kennt den Herd, den Saal ... Die Flamme zischt. Zwei Füße zucken in der Glut. Den Abendtisch bestellt die greise Schaffnerin Mit Linnen blendend weiß. Das Edelmägdlein hilft. Ein Knabe trug den Krug mit Wein. Der Kinder Blick Hangt schreckensstarr am Gast und hangt am Herd entsetzt ... Die Flamme zischt. Zwei Füße zucken in der Glut. "Verdammt! Dasselbe Wappen! Dieser selbe Saal! Drei Jahre sinds ... Auf einer Hugenottenjagd ... Ein fein, halsstarrig Weib ... 'Wo steckt der Junker? Sprich!' Sie schweigt. 'Bekenn!' Sie schweigt. 'Gib ihn heraus!' Sie schweigt. Ich werde wild. Der Stolz! Ich zerre das Geschöpf ... Die nackten Füße pack ich ihr und strecke sie Tief mitten in die Glut ... 'Gib ihn heraus!' ... Sie schweigt ... Sie windet sich ... Sahst du das Wappen nicht am Tor? Wer hieß dich hier zu Gaste gehen, dummer Narr? Hat er nur einen Tropfen Bluts, erwürgt er dich." - Eintritt der Edelmann. "Du träumst! Zu Tische, Gast ..." Da sitzen sie. Die drei in ihrer schwarzen Tracht Und er. Doch keins der Kinder spricht das Tischgebet. Ihn starren sie mit aufgerißnen Augen an - Den Becher füllt und übergießt er, stürzt den Trunk, Springt auf: "Herr, gebet jetzt mir meine Lagerstatt! Müd bin ich wie ein Hund!" Ein Diener leuchtet ihm, Doch auf der Schwelle wirft er einen Blick zurück Und sieht den Knaben flüstern in des Vaters Ohr ... Dem Diener folgt er taumelnd in das Turmgemach. Fest riegelt er die Tür. Er prüft Pistol und Schwert. Gell pfeift der Sturm. Die Diele bebt. Die Decke stöhnt. Die Treppe kracht ... Dröhnt hier ein Tritt? Schleicht dort ein Schritt? ... Ihn täuscht das Ohr. Vorüberwandelt Mitternacht. Auf seinen Lidern lastet Blei, und schlummernd sinkt Er auf das Lager. Draußen plätschert Regenflut. Er träumt. "Gesteh!" Sie schweigt. "Gib ihn heraus!" Sie schweigt. Er zerrt das Weib. Zwei Füße zucken in der Glut. Aufsprüht und zischt ein Feuermeer, das ihn verschlingt ... "Erwach! Du solltest längst von hinnen sein! Es tagt!" Durch die Tapetentür in das Gemach gelangt, Vor seinem Lager steht des Schlosses Herr - ergraut, Dem gestern dunkelbraun sich noch gekraust das Haar. Sie reiten durch den Wald. Kein Lüftchen regt sich heut. Zersplittert liegen Ästetrümmer quer im Pfad, Die frühsten Vöglein zwitschern, halb im Traume noch. Friedselge Wolken schwimmen durch die klare Luft, Als kehrten Engel heim von einer nächtgen Wacht. Die dunkeln Schollen atmen kräftgen Erdgeruch, Die Ebne öffnet sich. Im Felde geht ein Pflug, Der Reiter lauert aus den Augenwinkeln: "Herr, Ihr seid ein kluger Mann und voll Besonnenheit Und wißt, daß ich dem größten König eigen bin. Lebt wohl! Auf Nimmerwiedersehn!" Der andre spricht: "Du sagsts! Dem größten König eigen! Heute ward Sein Dienst mir schwer ... Gemordet hast du teuflisch mir Mein Weib! Und lebst ... Mein ist die Rache, redet Gott."
Soll man die Menschheit beweinen oder über die Menschen lachen? Jeder, wie er will: es ist eines wie das andere. Ob wir spotten oder ernst sind, kriechen oder hüpfen, zaudern oder fortstürmen, hoffen oder fürchten, glauben oder zweifeln – am Grabe begegnen wir uns alle. Doch eins ist, was nützt: die Klarheit. Eins ist, was besteht: das Recht. Eins ist, was besänftigt: die Liebe.
Als er Phillis einen Ring mit einem Totenkopf reichte Erschrick nicht vor dem Liebeszeichen, Es träget unser künftig Bild, Vor dem nur die allein erbleichen, Bei welchen die Vernunft nichts gilt. Wie schickt sich aber Eis und Flammen? Wie reimt sich Lieb' und Tod zusammen? Es schickt und reimt sich gar zu schön, Denn beide sind von gleicher Stärke Und spielen ihre Wunderwerke Mit allen, die auf Erden gehn. Ich gebe dir dies Pfand zur Lehre: Das Gold bedeutet feste Treu', Der Ring, daß uns die Zeit verehre, Die Täubchen, wie vergnügt man sei; Der Kopf erinnert dich des Lebens, Im Grab ist aller Wunsch vergebens, Drum lieb und lebe, weil man kann, Wer weiß, wie bald wir wandern müssen! Das Leben steckt im treuen Küssen, Ach, fang den Augenblick noch an!
Rinne, Strom des Lebens, Rinne nur so zu! Rannst doch nicht vergebens, Flücht'ge Welle, du! Liebe war am Quelle, Liebe war im Hain - Liebe wird, o Welle! wo du landest, sein.
Die Liebesschwüre der Männer sind lauter Wechsel an die Ewigkeit, in diesem Leben zahlt sie keiner aus.
Über die Heide Über die Heide hallet mein Schritt; dumpf aus der Erde wandert es mit. Herbst ist gekommen, Frühling ist weit – gab es denn einmal selige Zeit? Brauende Nebel geistern umher; schwarz ist das Kraut und der Himmel so leer. Wär' ich hier nur nicht gegangen im Mai! Leben und Liebe – wie flog es vorbei!
Meine erste Liebe? Erste Liebe? Ach, ein Wüstling, dessen Herz so wahllos ist wie meins, so weit, Hat die erste Liebe längst vergessen, Und ihn intressiert nur seine Zeit. Meine letzte Liebe zu beschreiben, Wäre just so leicht wie indiskret. Außerdem? Wird sie die letzte bleiben, Bis ihr Name in der »Woche« steht? Meine Abenteuer in der Minne Müssen sehr gedrängt gewesen sein. Wenn ich auf das erste mich besinne, Fällt mir immer noch ein frühres ein.
Um die Zeit gut zu verwenden, muß man glühend und beständig lieben.
Mag der Herbst das welke Laub zerstreu'n Mag der Sturm die Blüthen dir entführen, Was du liebst, das bleibt auf ewig dein, Nimmer kann das Herz sich selbst verlieren.
Du hast nur tote Güter zu vergeben! DaseineHöchste, was das Leben schmückt, Wenn sich ein Herz, entzückend und entzückt, Dem Herzen schenkt in süßem Selbstvergessen, Die Frauenkrone hast du nie besessen, Nie hast du liebend einen Mann beglückt!
Die Güter verlaufen sich, wie das Wasser im Strom, aber die Liebe bleibt.