Religion Sprüche – klassisch

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Wenn man nur dem Gehör geschenkt hätte, was Gott zum Herzen der Menschen gesagt hat, so hätte es niemals mehr als eine Religion auf der Erde gegeben. Der Schein einer Religion überhebt sie der Mühe, wirklich eine zu besitzen.

Rousseau, Briefe. An Erzbischof Beaumont, 1762

Petrus soll sogar Franklin, der ihm offen beichtete, daß er keine andere Religion habe, als das Naturgesetz und die Menschenliebe, zugeflüstert haben: "Komm herein und nehme Platz, wo du willst!"

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Weitere Religionsbetrachtungen eines einfältigen Laien

Der Kluge sieht das Gemeinsame in den verschiedenen Religionen, der Dummkopf die Unterschiede.

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Von dem Augenblick an, wo eine Religion bei der Philosophie Hülfe begehrt, ist ihr Untergang unabwendlich.

Heine, Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland, 1793. Zweites Buch

Die Religion eines Zeitalters ist die literarische Unterhaltung des nächsten.

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Aus dieser Unkenntnis, wie Träume und andere starke Vorstellungen von Visionen und Empfindungen zu unterscheiden sind, ist der größte Teil der Religion der Heiden in der Vergangenheit entstanden, die Satyrn, Faune, Nymphen und dergleichen verehrten, und ebenso heute die Meinung, die primitive Leute von Feen, Geistern, Kobolden und der Macht der Hexen haben.

Hobbes, Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und staatlichen Gemeinwesens (Leviathan or the Matter, Forme and Power of a Commonwealth Ecclesiasticall and Civil), 1651

Die Religion aus der Vernunft verbessern, kömmt mir freilich ebenso vor, als wenn ich die Sonne nach meiner alten hölzernen Hausuhr stellen wollte.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Eine Korrespondenz zwischen mir und meinem Vetter, angehend die Orthodoxie und Religionsverbesserungen

Was man zuweilen Irreligiosität nennt, ist die unterlassene Anbetung gewisser Götzen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Die christliche Religion ist ein mächtiges Wesen für sich, woran die gesunkene und leidende Menschheit von Zeit zu Zeit sich immer wieder emporgearbeitet hat; und indem man ihr diese Wirkung zugesteht, ist sie über aller Philosophie erhaben und bedarf von ihr keiner Stütze.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Johann Peter Eckermann, 4. Februar 1829

Eine Religion nach der andern lischt aus, aber der religiöse Sinn, der sie alle erschuf, kann der Menschheit nie getötet werden.

Jean Paul, Levana oder Erziehlehre, 2. Auflage 1811 (EA: 1807). Drittes Kapitel. Über den Geist der Zeit. § 34

»Bleibe, schönes Mädchen!« ruft der Knabe, Rafft von seinem Lager sich geschwind: »Hier ist Ceres', hier ist Bacchus' Gabe; Und du bringst den Amor, liebes Kind! Bist vor Schrecken blaß! Liebe, komm und laß, Laß uns sehn, wie froh die Götter sind!« »Ferne bleib, o Jüngling! bleibe stehen; Ich gehöre nicht den Freuden an. Schon der letzte Schritt ist, ach! geschehen Durch der guten Mutter kranken Wahn, Die genesend schwur: Jugend und Natur Sei dem Himmel künftig untertan. Und der alten Götter bunt Gewimmel Hat sogleich das stille Haus geleert. Unsichtbar wirdeinernur im Himmel Und ein Heiland wird am Kreuz verehrt; Opfer fallen hier, Weder Lamm noch Stier, Aber Menschenopfer unerhört.« .....

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Balladen. Aus: Die Braut von Korinth, 1797

Einst ist nicht Jetzt Sonst war die Religion, ich gesteh's, die Stütze des Staates; Aber jetzt ist der Staat Stütze der Religion.

Feuerbach, Gedanken über Tod und Unsterblichkeit, Erstdruck 1830 (anonym). Satyrisch theologische Distichen, 1830

Ein Herrscher kann gar nicht genug Verachtung für die frivolen Streitigkeiten der Priester beweisen, und er kann nicht genug Aufmerksamkeit darauf verwenden, daß der Aberglaube und der religiöse Wahnsinn, den er in seinem Gefolge hat, sorgfältig vertilgt werden.

Friedrich II., Der Anti-Machiavel oder Widerlegung des Fürsten von Machiavelli (L'Antimachiavel ou Réfutation du Prince de Machiavel), 1740

Religion ist ein Grundpfeiler in dem Bau eines Staates. Wenn sie jedoch zur Politik wird, ist sie die größte Feindin des Fortschritts und Gedeihens einer Nation.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Papst Alexander VI. sagte: "Jede Religion ist gut, die beste aber – die dümmste." Er sprach es aus, was alle Päpste vor und nach ihm dachten. "Rom kann nur herrschen, wenn die Welt dumm ist", stand als unumstösslicher Grundsatz in ihrer Seele geschrieben, und deshalb schickten sie ihre Apostel aus, welche die Menschheit systematisch verdummen mußten...

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Der weise und mutige Turenne hat die Religion geachtet – und unzählige, völlig unbedeutende Leute halten sich für genial und stark, weil sie sie mißachten.

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Endlich ist die Religion die höchste Humanität des Menschen [...].

Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, 4 Bde., 1784-91. Erster Teil. Viertes Buch. VI. Zur Humanität und Religion ist der Mensch gebildet

Wer seine Religion lobt, der hat keine.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909

Wer Wissenschaft und Kunst besitzt, Hat auch Religion; Wer jene beiden nicht besitzt, Der habe Religion.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Zahme Xenien, Kap. 9

Wer irgendeine Art von Religion zur Stütze seiner Sittlichkeit bedarf, dessen Moralität ist nicht rein, denn diese muß ihrer Natur nach in sich selbst bestehen.

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Religion ist kein populärer Irrtum; sie ist eine große Wahrheit des Instinktes, von Menschen geahnt, von Menschen zum Ausdruck gebracht.

Renan, Die Geschichte des Urchristentums (Histoire des Origines du Christianisme), 7 Bde., 1863-81. 2. Band: Die Apostel (Les Apôtres), 1866