Schicksal Sprüche

Sprüche über Schicksal

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Wir wissen, daß das Schicksal unter allen Umständen uns richtig führt, und leben mit Frieden in dieser Sicherheit.

Merian (Hg.), Heller wird mir jeder Tag. 365 lebensnahe deutsche Gedanken, auch Gedichte, Verlag Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1939

– Doch verteilt das Schicksal nicht an Alle seine Gaben? hat jeder nicht sein Teil am Lebensglück? sei's Reichtum oder körperliche Kraft, Gesundheit, hoher Mut, ein leichter Sinn, sei's Freiheit oder schöne Sklaverei, der Liebe süßer Rausch, der Freundschaft stille Lust. So arm ist keiner, dass nicht auf des Lebens Feld ihm irgendeine Blume blüht; vielleicht ein zarter Blütenzweig, der Hoffnung Kind, Ihm teurer oft als gegenwärtig Gut, das ihm in heitrer stiller Ferne schon die schönsten Früchte zeigt.

Mereau, S., Gedichte. Aus: Die Herbstgegend

Auf der Weltbühne ist das Schicksal der Souffleur, der das Stück ruhig und leise abliest, ohne Gebärden, ohne Deklamation, und ganz unbekümmert, ob es ein Lustspiel oder ein Trauerspiel ist. Das Zappeln, das Schreien und übriges tun die Menschen hinzu.

Börne, Aphorismen und Miszellen, 1828/32. [76]

Des Menschen Verdüsterungen und Erleuchtungen machen sein Schicksal!

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Johann Peter Eckermann, 11. März 1828

Die Schicksale des Lebens gehen ihren Gang, scheinbar fühllos, fort.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 1. Januar 1832

Was hat, o Schicksal, dieser Mensch getan, Daß mit des Wahnsinns bangen Finsternissen Du ihm verschüttet hast die Lebensbahn, Aus seiner Seele seinen Gott gerissen?

Lenau, N., Gedichte. Aus: Die Waldkapelle, um 1828

So geizen die Götter mit ihren Gaben Und versagen der Sehnsucht die Seligkeitsfülle. Wer sein Glück verspielt hat, dem werfen sie spöttisch In den Schooß das Geschenk aus Schadenfreude Und gewähren den Wunsch wann er wertlos geworden!

Jordan, Nibelunge, 2 Bde., 1867-68. Sigfridsage. Erster Gesang, übersetzt von Wilhelm Jordan

Voll Weisheit sind des Schicksals Fügungen!

Euripides, Die Phönikerinnen, 410/409 v. Chr. Übersetzt von Friedrich von Schiller, 1789

Mein Schicksal ruft.

Shakespeare, Hamlet, Erstdruck 1603

Rache des Geschicks Aufrecht unter allem Drange Und mit stolz erhobnem Haupt, Wehrend jedem Niederzwange, Hab' gekämpft ich und geglaubt! So des Schicksals wüsten Wettern Hab' getrotzt ich als ein Mann. Will es jetzt mich ganz zerschmettern, Hat es recht, sobald es kann.

Claar, Vom Baum der Erkenntnis, 1909

Jedweder ist des dunklen Schicksals Knecht.

Schiller, Demetrius. Fragment, 1805; uraufgeführt in Weimar am 15. Februar 1857. III, 1. Zitiert in: Alfred Hermann Fried, Lexikon deutscher Zitate, 1888

Sein Schicksal kann keinem entgehen, sollte man sagen, nicht seinem Schicksal kann keiner entgehen; denn nicht das Schicksal fängt den Menschen; der Mensch jagt nach seinem Schicksal.

Ludwig (Hg.), Gedanken Otto Ludwigs. Aus seinem Nachlaß ausgewählt und hg. von Cordelia Ludwig, Leipzig 1903

Wo die Menschen wenig Kraft und Tapferkeit besitzen, zeigt Fortuna in hohem Maße ihre Macht.

Machiavelli, Discorsi (Discorsi sopra la prima deca di Tito Livio), dt. Abhandlungen über die ersten zehn Bücher des Titus Livius, entstanden 1513-1519, posthum veröffentlicht 1531. 30. Wahrhaft mächtige Republiken und Fürsten erkaufen Bündnisse nicht durch Gold, sondern durch Tapferkeit und Waffenruhm

Die Formel eines solchen, für alle Zeiten wesentlichen Menschen ist: was geschieht, geht ihn zutiefst an. Er nimmt nicht nur teil an dem, was geschieht: ob er es verdammen muß oder nicht, er bekennt sich zu dem, was geschieht: ob er es bekämpfen oder von Mitleid geschüttelt beklagen muß, er ist zu sehr aus dem Stoff der Zeit, des Lebens geschaffen, und wenn es nur das Närrische ist, was ihn an dem Geschehen reizt, er wird nicht die Zähne blecken wie ein zynischer Wolf, sondern lachen, wirklich, aus voller Kehle dazu lachen.

Holitscher, A., Essays. Frans Masereel

XIX Sie hatte keinerlei Geschichte, ereignislos ging Jahr um Jahr – auf einmal kams mit lauter Lichte ... die Liebe oder was das war. Dann plötzlich sah sie's bang zerrinnen, da liegt ein Teich vor ihrem Haus ... So wie ein Traum scheint's zu beginnen, und wie ein Schicksal geht es aus.

Rilke, Gedichte. Traumgekrönt, 1896. Aus: Siehe, ich wußte es sind solche

Die Stimme des Schicksals Erbarmen nicht, noch Göttergunst, noch Bitten versöhnen dein Geschick; uralter Stempel, aus Demant geschnitten, prägt Leid und Glück. Wie lange trübt der dunkle Quell der Trauer, der Lust den Lebensstrom? Nur Dumpfheit malt auf leere Nebelmauer ihr Schreckphantom. Getrost hinab die innerlichen Schächte, von Finsternis geschwellt; im Mittelpunkt vermählen sich die Mächte: Recht, Wille, Welt.

Rathenau, Gesammelte Schriften in fünf Bänden, Band 1, Berlin 1918

Erbarmen nicht, noch Göttergunst, noch Bitten versöhnen dein Geschick; uralter Stempel, aus Demant geschnitten, prägt Leid und Glück.

Rathenau, Gesammelte Schriften in fünf Bänden, Band 1, Berlin 1918. Aus seinem Gedicht: Die Stimme des Schicksals

Die Vorsehung ist auch weltklug und heult mit den Wölfen wie der schlaueste Mensch. Sobald aber ihr Wille reif geworden, wirft sie die Maske ab.

Börne, Aphorismen und Miszellen, 1828/32. [29]

… [Das] Bleigießen, welches das Schicksal mit uns veranstaltet.

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43

Das Schicksal ist die Zeit in ihrer beschleunigten Form.

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Das Schicksal aber gibt den Frechen mehr als den Fleißigen.

Zweig, Drei Dichter ihres Lebens, 1925. Casanova