Schicksal Sprüche

Sprüche über Schicksal

628 Sprüche in dieser Kategorie

Das Schicksal verbessert manche Fehler an uns, welche die Vernunft nicht verbessern könnte.

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Der Anmaßende betrachtet sich als Gläubiger des Schicksals, der Bescheidene als Schuldner.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1889

Man sollte das Schicksal nicht immer gegen den Strich bürsten.

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Der schlimmste Wucherer ist Das Schicksal allezeit: Für eine Stunde Glück Zahlst du eine Stunde Leid.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Möge das Schicksal, das dich trifft, dein Vertrauen nicht zerstören.

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Das Schicksal gibt häufig dem Knackmandeln, der keine Zähne mehr hat.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Jeder verdient sein Schicksal, es fragt sich nur, ob vorher oder nachher.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1847

Pessimisten-Arznei Du klagst, dass nichts dir schmackhaft sei? Noch immer, Freund, die alten Mucken? Ich hör dich lästern, lärmen, spucken — Geduld und Herz bricht mir dabei. Folg mir, mein Freund! Entschließ dich frei, Ein fettes Krötchen zu verschlucken, Geschwind und ohne hinzugucken! — Das hilft dir von der Dyspepsei!

Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft (La gaya scienza), 1882 (ergänzt 1887). Scherz, List und Rache. Vorspiel in deutschen Reimen

Wenn du meinst, du kannst dein Schicksal leiten, heißt das nicht gleichzeitig, daß du es ins Glück führst.

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Des Schicksals Zwang ist bitter: Doch seiner Oberherrlichkeit Sich zu entziehn, wo ist die Macht auf Erden? Was es zu tun, zu leiden uns gebeut, Das muß getan, das muß gelitten werden.

Wieland, Oberon, Erstdruck 1780. Fünfter Gesang, 60.

An das Schicksal Wer bist du, nachtumhülltes Wesen, Das schreitet mit Gigantenschritt? Das blühn läßt hier und dort verwesen, Despotisch herrscht, wohin es tritt? Noch nimmer hab ich dich geschauet Von Angesicht zu Angesicht, Auch hab' ich nimmer dir vertrauet, Denn nach Vertrauen fragst du nicht. [...] Kalt scheinst du, gleich des Eises Masse, So theilst du Schwarzes, Frohes aus, Machst, daß ein Teufel lach' und prasse, Ein Gottmensch wein' im Höllengraus; Gleichgültig scheinst du, doch wer siehet, Ob du uns gern zu Boden drückst? Ob deine Brust nicht liebend glühet, Wenn du auch noch so finster blickst?

Ortlepp, Gedichte, 1831

Die Bestimmung. Tränen und Seufzer löschen nicht aus die Tafel des Schicksals; Bitten und Schmeichelein ändern kein Pünktchen auf ihr. Kümmerte sich der Engel, der über die Winde gesetzt ist, ob sein brausender Hauch irgendein Lichtchen verweh’?

Herder, Blumen aus morgenländischen Dichtern gesammlet (in: Zerstreute Blätter, 4. Sammlung), 1792. Zweites Buch

Schicksal ist, wenn sich zwei Menschen finden, die sich nicht einmal gesucht haben.

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Blauer Himmel. Heiter blick' ich, ohne Reue In des Himmels reine Bläue, Zu der Sterne lichtem Gold. Ist der Himmel, ist die Freundschaft, Ist die Liebe mir doch hold. Laure, mein Schicksal, laure! Keine Stürme, keine Schmerzen, Heit're Ruh' im vollen Herzen, Kann es aber anders sein? Blauer Himmel, treue Freundschaft, Reiche Liebe sind ja mein. Laure, mein Schicksal, laure! Hat das Schicksal arge Tücke, Sieh', ich fürchte nichts vom Glücke, Heiter bin ich, wie die Luft. Mein der Himmel, mein die Freundschaft, Mein die Liebe bis zur Gruft. Laure, mein Schicksal, laure!

Chamisso, Gedichte

Das Schicksal rupft uns alle erbärmlich; wem dienen wir denn eigentlich zum Braten?

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Das Schicksal schnellt seinen Pfeil auch durch den siebenfachen Schild des Ajax hindurch und kennt die Stelle, wo wir tödlich zu treffen sind, besser als wir selbst.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Wie oft werden wir von einem scharf ins Auge gefaßten Ziel abgelenkt, um ein höheres zu erreichen! Der Reisende bricht unterwegs zu seinem höchsten Verdruß ein Rad und gelangt durch diesen unangenehmen Zufall zu den erfreulichsten Bekanntschaften und Verbindungen, die auf sein ganzes Leben Einfluß haben. Das Schicksal gewährt uns unsre Wünsche, aber auf seine Weise.

Goethe, Die Wahlverwandtschaften, 1809. 2. Teil, 10. Kap.

Was schwer zu ertragen, ist süß zu erinnern.

Oesch (Hg.), Portugiesische Sprichwörter, ausgewählt und übersetzt von Will A. Oesch, Zürich 1945

Es ist manchmal, als wenn das, was wir Schicksal nennen, gerade an guten und verständigen Menschen seine Tücken ausübte, da es so viele Narren und Bösewichter ganz bequem hinschlendern läßt. Fromme Leute mögen das auslegen, wie sie wollen, und dadrin eine prüfende Weisheit finden; uns andern kann es nur verdrießlich und ärgerlich sein.

Goethe, J. W., Briefe. An Charlotte von Stein, 16. August 1808

Noch ist nichts bestimmt, und alles möglich – noch spielt die Hand, mutwillig zögernd, mit den Losen in der Urne des Schicksals, welche auch das große enthält – warum sollte sie es nicht fassen können? Sie säumt und säumt, indem schon die bloße Möglichkeit fast ebenso wollüstig ist, wie die Wirklichkeit – indessen spielt ihr das Schicksal einen Zettel unter die Finger – es ist nicht das große Los, es ist keine Niete, es ist ein Los, wie es Tausende schon getroffen hat, und Millionen noch treffen wird.

Kleist, H., Briefe. An Adolfine von Werdeck, 28. Juli 1801

Es ist nicht entscheidend, wer uns zeugt, sondern wo das Schicksal uns hinstellt.

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