Schicksal Sprüche – leben
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Der Augenblick nur entscheidet Über das Leben des Menschen und über sein ganzes Geschicke.
Der Mensch soll mit der Mühe Pflugschar sich Des Schicksals harten Boden öffnen, soll Des Glückes Erntetag sich selbst bereiten Und Taten in die offnen Furchen streun.
Es gibt Fälle im Leben, wo es einem so recht ersichtlich wird, daß Gottes Vorsehung getreulich über uns waltet und uns kein ander Maß zuteilt, als unsere Kräfte zu tragen fähig sind.
Hobellied Da streiten sich die Leut' herum wohl um den Wert des Glücks; der eine heißt den andern dumm; am End' weiß keiner nix. Da ist der allerärmste Mann dem andern viel zu reich! Das Schicksal setzt den Hobel an und hobelt alles gleich. Die Jugend will halt stets mit G'walt in allem glücklich sein; doch wird man nur a bisserl alt, dann find't man sich schon drein. Oft zankt mein Weib mit mir, oh Graus! Das bringt mich nicht in Wut. Da klopf' ich meinen Hobel aus und denk: Du brummst mir gut! Zeigt sich der Tod einst, mit Verlaub, und zupft mich: Brüderl, kumm! Da stell' ich mich im Anfang taub und schau mich gar net um. Doch sagt er: Lieber Valentin, mach' keine Umständ', geh! Da leg' ich meinen Hobel hin und sag' der Welt Ade!
Aufgebung Ich lasse das Schicksal los. Es wiegt tausend Milliarden Pfund; Die zwinge ich doch nicht, ich armer Hund. Wie's rutscht, wie's fällt, Wie's trifft – so warte ich hier. – Wer weiß denn vorher, wie ein zerknittertes Zeitungspapier Weggeworfen im Wind sich verhält? Wenn ich noch dem oder jener (zum Beispiel dir) Eine Freude bereite, Was will es dann heißen: »Er starb im Dreck«? – Ich werfe das Schicksal nicht weg. Es prellt mich beiseite. Ich poche darauf: Ich war manchmal gut. Weil ich sekundenlang redlich gewesen bin. – Ich öffne die Hände. Nun saust das Schicksal dahin. Ach, mir ist ungeheuer bange zumut.
Die höchste Lebensanschauung ist die, sein Schicksal nicht nur ohne Murren, oder mit einer bloß passiven Geduld, sondern mit freudiger Zuversicht, daß es das Richtige sei, entgegennehmen zu können.
Es ist besser, sein Kreuz zu tragen als zu schleppen.
Es soll keiner den anderen um sein Los beneiden, es soll aber auch keiner den anderen für das seine – wenn es ihm zu schwer wird – verantwortlich machen.
Kein Mensch weiß, was in ihm schlummert und zutage kommt, wenn sein Schicksal anfängt, ihm über den Kopf zu wachsen.
Wer das Schicksal erklären soll, der muß ebenso zweideutig wie das Schicksal sein.
Es gibt Menschen, die durch kleine Zwischenfälle aus dem Gleichgewicht geraten können, während sie die großen Schläge standhaft ertragen.
Kein Schicksal gibt's; es gibt nur Mut und Willen; sei stark durch dich, so ist die Palme dein.
Siege und Staatsumwälzungen gehen aus dem unendlichen Planen der Vorsehung hervor. Wir dürfen uns nicht länger dawider sträuben.
Es ist eine sprichwörtliche Redensart, daß jeder sich das seinige [Schicksal] schafft, und man pflegt das so zu nehmen, daß er es sich durch Vernunft oder Unvernunft gut oder schlecht bereitet. Man kann es aber auch so verstehen, daß, wie er es aus den Händen der Vorsehung empfängt, er sich so hinein paßt, daß es ihm doch wohl darin wird, wieviel Mängel es darbieten möge.
Ein höherer Wille lenkt die Dinge. Es gibt wunderbare Geschicke, in die der Mensch nicht eingreifen soll.
Es ist ein gewagtes Ding, die Vorsehung eines andern sein zu wollen, denn alle menschliche Berechnung trügt und die beste Absicht ist nicht Bürge für den Ausgang.
Das Schicksal weiß immer das Beste für uns.
Was oft die Menschen denken, Worauf ihr Sinn gericht, Kann Gott bald anders lenken, Sein Will' ist unser nicht.
Klage. Und sollte nicht das Herz erbeben, Gebeugt vom Schicksal, rauh und erzen, Wird ihm ein jeder Schritt durch's Leben Zum blutigen Markstein neuer Schmerzen? Wenn Menschen seine Welt zerstören, Durch Hohn sein innerst Selbst vernichten? Sollt es sich zürnend nicht empören, Bleibt ihm Enttäuschung und Verzichten? Sein Schrei nach Frieden ist vergebens, Getränkt mit Wermut ward sein Fühlen... Du gold'ner Quell des ew'gen Lebens, Vermagst du einst, dies wegzuspülen?
Die Finsternisse von Sonne und Mond, die Gefangenschaft wilder Elefanten und Schlangen und die Armut der Weisen zu sehen, dies zeigt, daß das Schicksal immer obsiegt.
Wer das wahre Kreuz bei sich trägt, über den hat der Teufel keine Macht, aber das wahre Kreuz ist weder eins von Silber noch von Gold, sondern es ist der Sinn, der willig und mit Dank trägt, was ihm Gott auferlegt.