Schicksal Sprüche – leben
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Alles ist zu ertragen, was nur einen Augenblick dauert. Aber ist denn das Leben nicht bloß aus Augenblicken zusammengestellt? Sagst du dagegen: »Viele Augenblicke machen doch eine Stunde«, so antworte ich: kommt der zweite Augenblick, so ist der erste vorüber; und so weiter; und so machen sie nie eine Stunde.
Überlaß dich ohne Widerstand dem Geschick und laß dich von diesem in die Verhältnisse verflechten, in die es ihm beliebt.
Man muß dem Schicksal auch eppa übriglassn.
Das Urverhängnis aller Dinge Liegt weislich in dem großen Ringe Durch lange Folgen von Notwendigkeit, Und nichts wird – wenn auch schwache Seelen Mit Gram sich bis zur Folter quälen – Im Schicksal anders eingereiht.
Es gibt Gezeiten im Geschick der Menschen, die, wird die Flut genutzt, zum Glück hinführen, wird sie verfehlt, so bleibt des Lebens Reise in Untiefen und Widrigkeiten stecken. Jetzt schwimmen wir auf einer hohen Woge und müssn, wenn sie naht, die Strömung nutzen, wollen wir nicht scheitern.
Zu wem so laut das Schicksal spricht, der darf auch lauter sprechen mit dem Schicksal, sagt ich mir; je unergründlicher er leidet, um so unergründlich mächtiger ist er.
Und wieder tritt das Leben mir mit vorgestelltem Fuß entgegen, und wieder reißt des Zufalls Gier vom Munde mir mein Häppchen Segen. Und wieder ist der Weg verbaut, den meine Hände wühlend schufen. Zum hohen Ziel, das ich geschaut, weist mich kein Pfad, gehn keine Stufen. Gott liebt den Menschen nicht, der frei hinaufsteigt zu den Zukunftspforten. Die Häscher seiner Polizei, des Schicksals, lauern allerorten.
Was dir geschieht, ist dir von Gott beschieden; doch deines Schicksals Wurzel ist der Traum.
Groll nicht den Wechseln des Schicksals; denn das Schicksal hasst alle Grollenden. Ertrag in Geduld seine Schläge; denn alle Dinge nehmen ein Ende. Wie viele wonnige Freuden kleiden sich in Leid! Und Fröhlichkeit naht, wo du Unheilsschläge schaust.
Nicht ohne Schauder greift des Menschen Hand In des Geschicks geheimnisvolle Urne.
Jeder ist seine eigene Parze und spinnt sich selber seine Zukunft.
Das Schicksal nimmt manchmal, um uns nicht zu erschrecken, die Miene des Zufalls an.
Unsere Schicksale kommen aus uns selbst, wie die Wolken nur aus der Erde.
Nenne nicht das Schicksal grausam, Nenne seinen Schluß nicht Neid! Sein Gesetz ist ew'ge Wahrheit, Seine Güte Götterklarheit, Seine Macht Notwendigkeit. Blick umher, o Freund, und siehe Sorgsam, wie der Weise sieht! Was vergehen muß, vergehet; Was bestehen kann, bestehet; Was geschehen will, geschieht.
Wenn das Leben kein Ende nähme, wer verzweifelte noch an seinem Geschick?
Von einem Ort aufbrechen, auf dem Weg zu einem anderen sein - das ist die Geschichte eines jeden von uns.
Auf dem Bache zu schiffen, ist keine Kunst. Aber wenn unser Herz und unser Schicksal in den Meeresgrund hinab und an den Himmel hinauf uns wirft, das bildet den Steuermann.
Eines nur gibt es, was not hier tut: Aushalten, Dulden, Beharren! Mag dich das Schicksal auch grausam narren, trag es, wenn sich's nicht ändern läßt, nur bleib' getreu, bleib' fest!
Nicht beiseite sehen, nicht drumrum gehen und ausweichen, nicht darüber hinwegträumen… Standhalten, Aug in Auge seine Kraft erproben und Herr darüber werden! Geschick ist nur, wozu du selbst mit eigner Kraft und eignem Willen die Reihe deiner Tage webst… und Glück doch auch nur, was du selber aus deines Wunsches Tiefe hebst! Was du vor dir bist nur entscheidet und wird des Ganzen immer Kern... nicht Glück, nicht Zufall oder Stern! Und was dann auch dagegen streitet, der Freie macht sich stets zum Herrn! Miß nicht nur an deinem Wunsche... er überfliegt sich gar zu leicht, miß an dem, das du erreicht! Aber was du träumst und möchtest, was an Sehnsucht dich bewegt, sei und bleibe, was durch alle Zweifel dich, durch Kampf und Stille weiter stets und höher trägt!
Tragische Geschichte 's war einer, dem's zu Herzen ging, Daß ihm der Zopf so hinten hing, Er wollt es anders haben. So denkt er denn: wie fang ich's an? Ich dreh mich um, so ist's getan – Der Zopf, der hängt ihm hinten. Da hat er flink sich umgedreht, Und wie es stund, es annoch steht – Der Zopf, der hängt ihm hinten. Da dreht er schnell sich anders 'rum, 's wird aber noch nicht besser drum – Der Zopf, der hängt ihm hinten. Er dreht sich links, er dreht sich rechts, Es tut nichts Guts, es tut nichts Schlechts – Der Zopf, der hängt ihm hinten. Er dreht sich wie ein Kreisel fort, Es hilft zu nichts, in einem Wort – Der Zopf, der hängt ihm hinten. Und seht, er dreht sich immer noch, Und denkt: es hilft am Ende doch – Der Zopf, der hängt ihm hinten.
Ermüdung Laß nicht die Arme sinken, so groß das Gezerr, du hast es noch immer gezwungen und wirst auch diesmal Herr! Wenn's andere leichter sich machen, du bist nicht sie, und Helfer zu deinen Zielen… hattest du nie! Du hast noch immer fast alles bezahlt weit über Kauf; laß es dich nicht verdrießen, sei stolz darauf. Und was du selbst gegeben, war immer wohl mehr, als, auf der Waage gewogen, nötig gewesen wär. Doch ohne Opfer und Einsatz von Herz oder Hand kommt auf der Welt überhaupt kein Wert zustand! Es gibt eben zweierlei Menschen und zweierlei Maß: Ein Baum will Früchte tragen und Gras bleibt Gras! Laß nicht die Arme sinken, so groß das Gezerr, du hast es noch immer gezwungen und wirst auch diesmal Herr!