Seele Sprüche

Sprüche über Seele

761 Sprüche in dieser Kategorie

Innerlichkeit macht wortarm.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

In der Tiefe des Gemütes verbirgt die Menschheit ihre Schätze.

Varnhagen von Ense, K. A., Vermischte Schriften, 3 Bde., 3. Auflage 1875-76. Angebliche Äußerung Rahels gegenüber Gustav von Brinckmann

Nur an die großen Seelen kommen die großen und schweren Dinge.

Internet

Himmel und Erde sind schön, aber die Menschenseele, die sich über den Staub, der draußen wallet, emporhebt, ist schöner als Himmel und Erde.

Pestalozzi, Die Kinderlehre der Wohnstube, 1782

Von dem Heiligsten und Höchsten, was die Seele bewegt, spricht man ungern, ehrt es am besten durch Schweigen.

Verena, Über Alles die Pflicht. Roman, 1870

Edle und treue Freunde zu besitzen, ist auch für Leidende eine Erhöhung des Lebensgefühles, wie sie kein anderes Mittel zu bieten vermag.

Internet

Die unverbogene Seele verlangt immer, unbedingt und ganz zu handeln.

Internet

Von allen Heilmitteln der Seele ist die Zeit zwar das wirksamste, aber auch das kostspieligste. Man muß es mit einem unwiederbringlichen Dasein bezahlen.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Es ist keine Seele so verhärtet, daß nicht ein weicher Punkt, eine echte Regung, eine süßklingende Saite in ihr schliefen; sie wird sich freilich oft dieses inneren Schatzes nicht bewußt, wenn die Erweckung von außen fehlt.

Marlitt, Das Geheimnis der alten Mamsell, 1868

Wie ein Abschnitt unseres Lebens – ja selbst wie der Hintergrund, auf den dieser Lebensabschnitt gezeichnet ist, uns in der Erinnerung erscheinen soll – das hängt doch schließlich davon ab, ob es in unserer Seele während der Zeit hell oder dunkel ist.

Spielhagen, Hammer und Amboss. Roman in fünf Bänden, 1869

Die Welt ist das Dasein Gottes nicht in ruhiger Weise, sondern so, daß Gott sein Dasein darin stets verbessert, stets aufs neue eine geringere Form desselben durch eine bessere beschämt. Gott ist eigentlich eben diese wunderbare und heilige Unruhe.

Vischer, Auch Einer. Eine Reisebekanntschaft, 2 Bde., 1879. Tagebuch

Bezüglich unseres Innern können wir es mit der Zeit überall zu einer Stetigkeit, Festigkeit bringen; mit unserem Herzen aber erst dann, wenn unsre Phantasie ihre letzten Farben eingebüßt.

Martin, Ein Buch der Weisheit und Wahrheit, 1868

Von dem ethischen Individuum kann man sagen, es sei wie das stille Wasser, das einen tiefen Grund hat, während der, der ästhetisch lebt, nur oberflächlich bewegt ist.

Kierkegaard, Entweder – Oder. Ein Lebensfragment (Enten – Eller. Et Livs-Fragment), Erstdruck unter dem Pseudonym Victor Eremita 1843. Zweiter Teil. Das Gleichgewicht des Ästhetischen und Ethischen in der Entwickelung der Persönlichkeit. Übersetzt von Alexander Michelsen und Otto Gleiß, 1885

Gegen die Vivisektion Ein unbekanntes Band der Seelen kettet Den Menschen an das arme Tier, Das Tier hat seinen Willen – ergo Seele – Wenn auch 'ne kleinere als wir. Ein Mensch, mißbrauchend die Gewalt und Stärke, Ein lebend Herz zerreißend – wie? Wer gleicht denn hier dem wilden Tiere, Ist es der Mensch, ist es das Vieh?

Internet

Es gibt im Seelenleben des Menschen feine, liebliche Dinge, die so zart sind, dass sie zerstört werden, wenn man sie mit Worten berührt.

Pauly, Aphorismen, 1905

Akkurat wie auf dem Feldacker geht es auf dem Seelenacker, die inwohnende Kraft will gebären, treiben, schaffen; liegt nun nichts Gutes da, welches die Kräfte anzieht und verbraucht, so schaffen die was Böses und lassen Unkraut lustig wachsen, Disteln und Dornen.

Gotthelf, Käthi, die Großmutter, oder: Der wahre Weg durch jede Not, 1847. 22. Kapitel: Die Emme bricht los, begräbt, was Käthi hoffte und hatte

Behutsam Gieb deine Hand und komm, den Atem still gesenkt, unter den Riesenbaum. Hier stirbt im Wipfelneigen mit Seufzerlaut der Wind in dämmergrauen Zweigen, die blasses Mondlicht sanft und zärtlich übersprengt. Verträumt ruht da der Blick, der nicht ans Leben denkt in trägem Schoss. Nun lass das Glück, das einst uns eigen, und all die Liebe frei und ungehemmt entsteigen gleich unserm Haar, um das sich Eulenschwirren drängt. Und lass das Hoffen! Nur das düstre Sonnenscheiden und dieses rätselschwere Schweigen lass uns beiden in unsre herbverschlossnen stummen Seelen ein. Im Frieden dieser Nacht verzagt der Worte Wille, denn wie ein Gottesfrevel muss es schreckhaft sein, erweckt man die Natur, die finster ruht und stille.

Zweig (Hg.), Gedichte von Paul Verlaine. Eine Anthologie der besten Übertragungen, hg. von Stefan Zweig 1902. Übers. von Stefan Zweig

A sè stesso – An sich selbst Ein Fremdling bist du, Ein seltsamer Fremdling, o meine Seele, In diesem Erdengetriebe. Ringsum qualmt Selbstsucht und Hoffart zum Himmel, Laster und Torheit wuchern in üppiger Blüte Und lustig schießen empor die tauben Halme der Eitelkeit. Und siehe: die Welt erträgt es! Sie erträgt es nicht bloß, Sie opfert der Selbstsucht, Beugt sich der Hoffart, Mästet Torheit und Laster Und schmeichelt der Eitelkeit. Aber wehe dir, arme Seele, Wenn zu Tage tritt, Daß auch du staubgeboren, Und einmal dich betreten lässest auf menschlicher Art Und menschlicher Schwäche. Da geifert's sogleich in der Runde! Da predigt die Selbstsucht Entsagung, Die Hoffart Demut, Das Laster Tugend – Und Torheit und Eitelkeit Haben für dich ein Lächeln des Hohnes . . . Fürwahr ein Fremdling bist du, Ein seltsamer Fremdling, o meine Seele, In diesem Erdengetriebe.

Internet

Es gibt Menschen, die nur Regen und Sonnenschein kennen und haben. Es gibt aber auch Seelen voll taubildender Kraft – das sind die stillen, in sich reichen, triebkräftigen, die mehr innerlich als äußerlich erleben.

Auerbach, Auf der Höhe. Roman, 1865

Ein Fremdling bist du, Ein seltsamer Fremdling, o meine Seele, In diesem Erdengetriebe.

Internet

Unsere Seele ist für etwas Höheres da, als bloß den uniformen Takt der Maschine zu halten.

Schiller, F., Briefe. An Christian Gottfried Körner, 17. Mai 1785