Seele Sprüche

Sprüche über Seele

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Wie die eigene, so erscheint auch die fremde Seele in ihrem Unendlichkeitswert allein in der Ehrfurchtshaltung. Für den ehrfürchtigen Menschen ist jede Menschenseele ein Heiligtum, ein Tempel Gottes.

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Es ist schauerlich an Toren zu rütteln, die verschlossen sind; noch schauerlicher aber, wenn sie nur aus dünnem Seelenstoff, ja, wenn sie nur aus den kühlen, harten Blicken einer Seele bestehen, die dich nicht in sich eindringen lassen will.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1906

Verstand und Gemüt schämen sich immer voreinander.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Ruhe der Seele ist das einzige Glück, das wir während unserer Pilgerschaft genießen können, an welches kein Ruhm heranreicht.

Friedrich II. (der Große), Briefe. An Voltaire, am 3. November 1766

Großen Seelen ziehen die Schmerzen nach, wie den Bergen die Gewitter; aber an ihnen brechen sich auch die Wetter, und sie werden die Wetterscheide der Ebene unter ihnen.

Jean Paul, Der Komet oder Nikolaus Marggraf. Eine komische Geschichte, 1820-22 (blieb wegen schwerer Schicksalsschläge nur Fragment). Ernste Ausschweife des sechsten Vorkapitels

Vergebens sprichst du, o Seele, zu einem entseelten Geschlecht!

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Große Seelen fühlen immer edelmütige Unterwerfung, Verehrung gegen das, was über ihnen ist; nur kleine, niedrige Seelen fühlen anders.

Carlyle, Über Helden, Heldenverehrung und das Heldentümliche in der Geschichte (On Heroes, Hero-Worship, and The Heroic in History), 1841

Edle Seele, entreiß dich dem Wahn Und den himmlischen Glauben bewahre! Was kein Ohr vernahm, was die Augen nicht sahn, Es ist dennoch, das Schöne, das Wahre! Es ist nicht draußen, da sucht es der Tor, Es ist in dir, du bringst es ewig hervor.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Die Worte des Wahns, 1800

Wessen Seele fähig ist, sich auf den Schwingen einer reinen poetischen Weltanschauung über die Trivialitäten des Lebens zu erheben, der geht nie verloren.

Rau, Beethoven, ein Künstlerleben. Kulturhistorisch-biographisch geschildert, 4 Bde., 1859

Wolken seh' ich abendwärts Ganz in reinste Glut getaucht, Wolken ganz in Licht zerhaucht, Die so schwül gedunkelt hatten. Ja, mir sagt mein ahnend Herz: Einst noch werden, ob auch spät, Wenn die Sonne untergeht, Mir verklärt der Seele Schatten.

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Die Schönheit der Seele ist die Tugend und ihre Hässlichkeit das Laster.

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O lieber Pan und ihr Götter, die ihr sonst hier zugegen seid, verleihet mir, schön zu werden im Innern, und daß, was ich Äußeres habe, dem Inneren befreundet sei.

Platon, Phaidros, entstanden um 360 v. Chr. 279b. Übersetzt von Friedrich Schleiermacher

Wer keine große Seele hat, wird kein großes Kunstwerk erfassen.

Krauß (Hg.), Vischer. Aussprüche des Denkers, Dichters und Streiters, um 1900

Ruhe, meine Seele Nicht ein Lüftchen Regt sich leise, Sanft entschlummert Ruht der Hain; Durch der Blätter Dunkle Hülle Stiehlt sich lichter Sonnenschein. Ruhe, ruhe, Meine Seele, Deine Stürme Gingen wild, Hast getobt und Hast gezittert, Wie die Brandung, Wenn sie schwillt! Diese Zeiten Sind gewaltig, Bringen Herz und Hirn in Not – Ruhe, ruhe, Meine Seele, Und vergiß, Was dich bedroht!

Henckell, Buch des Kampfes, 1921

Der wahren Schönheit bildende Schöpferin ist nur die Seele, läßt sie den Widerstrahl von ihrem innern heil'gen Leben hell auf das spiegelnde Antlitz leuchten.

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Eine Menschenseele, in der auch nur ein Ton der ewigen Melodie erklingt, kann sich auf die Dauer nicht mit armen, äußeren, flüchtigen Klängen und Mißklängen zufrieden geben, sie muß in die Tiefe und in die Höhe dringen und die ewige Heimat suchen.

Carlyle, The life of John Sterling, 1851

Nur dem ehrfürchtigen Blick wird jene Tiefenschicht des menschlichen Wesens sichtbar, wo Endliches und Unendliches sich berühren.

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Die Seele [...] besteht aus glatten, runden (Feuer-)Atomen, die durch das Einatmen aus der Luft geschöpft und durch das Ausatmen an dieselbe wieder abgegeben werden.

Schwegler, Geschichte der Philosophie im Umriß, in: Neue Encyclopädie der Wissenschaften und Künste, 1846-47. Wurde bis ins Jahr 1950 (17. Auflage) immer wieder überarbeitet und ergänzt

Eine edle Seele erträgt so wenig anhaltende moralische Dissonanzen, als das Ohr das Gekritzel eines Messers auf Glas.

Schiller, Die Räuber, 1781. Vorrede

Nur von der Seele her kann der Himmel aufbrechen über die Erde.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Die Freude muss auch für die sittliche Natur des Menschen auferbauende und ausheilende Kräfte enthalten: Wie käme es sonst, dass unsere Seele, sobald sie im Sonnenschein der Freude ruht, sich unwillkürlich gelobt „gut sein!“ „vollkommen werden!“ und dass dabei ein Vorgefühl der Vollkommenheit, gleich einem seligen Schauder, sie erfasst?

Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 2. erweiterte Auflage 1886 (EA: 1878). Zweiter Band. Erste Abteilung. Vermischte Meinungen und Sprüche