Seele Sprüche – liebe
158 Sprüche gefunden
Das Zentrum der Seele ist Gott. Wenn sie ihn liebt mit allen Fasern ihres Seins, mit der ganzen Kraft ihres Tuns und Wünschens, gelangt sie zu ihrer tiefsten Mitte.
So hält die Seele ihren Leib voller Liebe, wie es auch zwischen Mann und Frau sein soll, die das Band der Liebe unzertrennlich zusammenhält.
Die Menschheitsseele Ich war bei dir, in einem andern Leben, und doch, ein andres Leben war es nicht. Ich sah dich wie in Lichtes Fluten schweben, und doch und doch gebrach es mir an Licht. War bei dir, ich weiß nicht, ob am Tage, ob auch vielleicht in sternenarmer Nacht, und finde keine Antwort auf die Frage, welch Intervall mich dir emporgebracht. Es schien mir wie in unbekannter Ferne, und doch war diese Ferne mir bekannt; du strahltest wie auf einem andern Sterne, und doch war dieser Stern mein Vaterland. Wir trafen uns so weltenabgelegen, ich weiß es nicht, in welchem Geisterreich; du kamst wie eine Fremde mir entgegen, und doch und doch erkannte ich dich gleich. Ich hatte dich so oft, so gern gesehen, als pilgernd ich zum Morgenlande kam; ich sah dich leiden, und so ist's geschehen, daß ich dein Bild im Herzen mit mir nahm. Du gingst von dort nach allen, allen Landen. Doch, wo du grüßtest, dankte man dir kaum. So bliebst du unbeachtet, unverstanden, ein armes Weib der Menschheit Jugendtraum. Nun war ich bei dir, jetzt, emporgetragen von meiner Liebe, die dir treu verblieb, denn wie sie dich geliebt in jenen Tagen, so hat dich meine Seele jetzt noch lieb. Und wie mein Herz dein Weh mit dir gelitten, der Menschheit großes, selbstverschuldet Leid, so hab ich mutig stets für dich gestritten und bin für dich auch ferner kampfbereit. Mir ist ja die Erkenntnis aufgegangen, die leider nicht ein Jeder in sich trägt, daß der Verwandtschaft Bande uns umfangen und daß mein Puls grad wie der deine schlägt. Ich weiß es, daß ich mit dir steh und falle; daß deine Zukunft auch die meine ist und daß als leiser Ton ich mit erschalle in dem Akkorde; dessen Klang du bist. Als dieser Ton bin ich emporgeklungen auch heut zu dir und klinge fort und fort; als dieser Ton hab ich auch mitgesungen dein Klagelied, dein holdes Friedenswort. Ich weiß es wohl, es wird umsonst erklingen, so viel der Mensch vom Völkerfrieden spricht; ihn kann ja nur die wahre Liebe bringen, und diese, diese kennt der Mensch noch nicht. Ich dachte dein und durfte zu dir steigen; es war so licht, so hell, so klar bei dir, und dennoch konntest du dich mir nicht zeigen, denn dunkel, menschendunkel war's bei mir. Du gingst vorüber, und in frommer Feier verklang in mir der Wehmut heilger Ton; es legte sich um mich der Hoffnung Schleier - - du warst verschwunden; warst der Welt entflohn.
Das Auge kann den Zustand unserer Seele malen; aber die Hand teilt gleichzeitig die Geheimnisse des Körpers und die des Gedankens mit.
Leute mit enger Seele sind wie Flaschen mit engen Hälsen: je weniger sie in sich haben, desto mehr Lärm machen sie, wenn sie es heraussprudeln.
Seele: du bist eine Lust meiner Gottheit, ein Durst meiner Menschheit, ein Bach meiner Hitze.
Es gibt keine Kraft unter dem Himmel, welche der Menschenseele gleichkäme.
Ein vergiftet Gemüt saugt Gift aus den süßesten Blumen.
Es ist um Gemütszustände ein kurioses Ding, ein paar zu lose oder zu schroff angespannte Nerven, und das ganze Instrumentchen ist verstimmt.
Der Schlaf erstickt und unterdrückt unsere seelischen Kräfte, der Geschlechtsakt saugt sie ebenso auf und lässt sie verschwinden.
Öffnet die Seele - dem Licht der Freude, Horcht! ihr ertönet des Hänflings Gesang. Atmet! sie duftet im Rosengestäude, Fühlet! sie säuselt am Bächlein entlang.
Wenn das Bewußtsein der menschlichen Seele nichts Unangenehmes und nichts Böses im Menschen spürt, öffnet sich auch das Herz dieses Menschen der Freude, so wie sich die Blumen der Sonnenwärme öffnen.
Die Tiefen der Menschenseele sind unergründlich, die Wandlungen eines Herzens rätselhaft und unberechenbar.
Eine fremde Seele, das ist ein dichter Wald.
Halte deinen Tempel mit Umsicht in Ordnung, damit jene Grünheit, in der du Gott mit Liebe empfängst, nicht Schaden nehme, weil Gott deine Seele sehr lieb hat.
O, sie sind süß, die Verwandtschaften des Blutes, die schon selbst die Natur stiftet; aber wie viel süßer sind die Verwandtschaften der Seele.
Es wird der Seele zugelassen, daß sie eifert; aber besser tut sie, daß sie in Sanftmut wandelt, in welcher sie in Kraft der Majestät einhergehet, und ist gar ein liebes Kind.
An nichts erkennt man besser die Gemütsart eines Menschen als am Wesen seines Geliebten.
Ob nun aus Scham oder Selbstsucht, ein jeder verhehlt die besten und zartesten Empfindungen seiner Seele.
Und doch besitzt die Seele alles in allem die umarmende Liebe zu ihrem Leibe, mit dem sie am Werke ist.
Seelische Triebe werden besonders stark, wenn man sie bindet.