Seele Sprüche – nachdenklich
171 Sprüche gefunden
Eine zu schnelle Kur kündigt auch bei Seelen den Rückfall an.
Kein anderer hat die Macht, eine rechte Seele, einen starken, kräftigen Willen umzuschaffen. Wo ein solches Hineingreifen in die heiligsten Menschenrechte vorkommt, da räumt die eigene Schwäche dem andern das Feld ein; denn was wir sind, das sind wir aus uns, durch uns selber, und niemand kann uns zu dem Werkzeuge seines Wollens machen, ohne unsere Zustimmung.
Die Seele selbst ist ihr eigener Richter und Hort. Kränke nicht deine erkenntnisfähige Seele – deinen höchsten inneren Richter.
Dieselbe Sorgfalt wie auf den Körper muß man auch auf die Seele verwenden. Meist denkt man nicht daran und verletzt sie.
Wenn der Körper die Seele wegen der erlittenen Mißhandlungen verklagen wollte, so würde sie nicht loskommen.
Ist dir nie im lauten Gewühl des Tages ein Klang, ein Wort oder irgend ein anderer oft nur flüchtiger Eindruck vor die Seele getreten, den du trotz der Mannigfaltigkeit der dich umgebenden Verhältnisse, trotz des drängenden Ernstes deiner Geschäfte, trotz deines Glücks oder deines Kummers nicht wieder vergessen konntest? – Nicht das Große, sondern das Kleine beherrscht unsere Stimmungen, und solche unscheinbare Momente lassen uns oft auf Tage lang nicht aus ihren Banden.
Nur Quacksalber streichen auf jegliche Wunde gleich einen heilenden Balsam oder gar ein Heftpflaster; es gibt Wunden, die ausbluten, auseitern müssen, wenn sie gut heilen sollen. So ist's auch mit den Seelenwunden und Eiterbeulen.
In der Tat ist es für unsere Gemütsruhe außerordentlich wichtig, daß man vor allem auf sich selbst das Auge richtet und auf das uns Angemessene, andernfalls aber mehr auf die blickt, die schlimmer daran sind als wir, und nicht, wie es meistens der Fall ist, auf die über uns Stehenden.
In jedem großen Leben wird ein Augenblick eintreten, wo die Seele empfindet, daß sie nicht in der gegenwärtigen Welt aufgeht, und sich von derselbigen zurückzieht.
Dass wir ein Inneres besitzen, von dem wir die Welt ausschließen können, in das auch kein König einbrechen kann, das ist doch ein herrliches Gefühl!
Da sollte man mit seiner Seele verfahren wie jemand, der in seinem Hause einen Raum sucht, wo er am ungestörtesten ist. Denn alles könne die Seele ertragen, nur keinen Lärm. Sie ist still und geheimnisvoll wie das Lautlose, aus dem der Getreidehalm wächst und der Klee blüht. Die mit Gedonner laufen wie ein Pferd, kämen nie, niemals zu ihr.
Innerlichkeit macht wortarm.
Von dem Heiligsten und Höchsten, was die Seele bewegt, spricht man ungern, ehrt es am besten durch Schweigen.
Die unverbogene Seele verlangt immer, unbedingt und ganz zu handeln.
Akkurat wie auf dem Feldacker geht es auf dem Seelenacker, die inwohnende Kraft will gebären, treiben, schaffen; liegt nun nichts Gutes da, welches die Kräfte anzieht und verbraucht, so schaffen die was Böses und lassen Unkraut lustig wachsen, Disteln und Dornen.
Unsere Seele ist für etwas Höheres da, als bloß den uniformen Takt der Maschine zu halten.
Wie die eigene, so erscheint auch die fremde Seele in ihrem Unendlichkeitswert allein in der Ehrfurchtshaltung. Für den ehrfürchtigen Menschen ist jede Menschenseele ein Heiligtum, ein Tempel Gottes.
Es ist schauerlich an Toren zu rütteln, die verschlossen sind; noch schauerlicher aber, wenn sie nur aus dünnem Seelenstoff, ja, wenn sie nur aus den kühlen, harten Blicken einer Seele bestehen, die dich nicht in sich eindringen lassen will.
Der wahren Schönheit bildende Schöpferin ist nur die Seele, läßt sie den Widerstrahl von ihrem innern heil'gen Leben hell auf das spiegelnde Antlitz leuchten.
Eine Menschenseele, in der auch nur ein Ton der ewigen Melodie erklingt, kann sich auf die Dauer nicht mit armen, äußeren, flüchtigen Klängen und Mißklängen zufrieden geben, sie muß in die Tiefe und in die Höhe dringen und die ewige Heimat suchen.
Nur dem ehrfürchtigen Blick wird jene Tiefenschicht des menschlichen Wesens sichtbar, wo Endliches und Unendliches sich berühren.