Sterben Sprüche

Sprüche über Sterben

587 Sprüche in dieser Kategorie

Wenn ich sterbe, sterben alle anderen.

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Eine Maus fiel einst in einen unbedeckten Topf von Suppe. Schon vom Fett erstickt, sprach sterbend sie noch dies: "Gegessen hab ich und getrunken und genossen alle Lust. Jetzt ist die Zeit zum Tod."

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Es wäre interessant zu sterben, d.h. aufzuhören Körper zu sein und nur Geist zu werden. Aber der Mensch, ungeduldig alles Neue zu ergründen, ist nur auf dies eine nicht neugierig.

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Wenn ich tot bin In der Truhe liegt ein weißes Kleid und ein grünes Kränzlein dicht daneben – meine Mutter hat es mir gegeben, meine Mutter tut mir gar so leid. "Trag' mein lebelang kein Festgewand, nie wird mich die Myrtenkrone schmücken" – Ging die alte Frau Zypressen pflücken, drückte sie mir weinend in die Hand. Meine Mutter bracht' es fast ins Grab, daß die Leute so verächtlich taten, weil der Herzgeliebte mich verraten, unserm Kinde keinen Namen gab. "Wenn ich tot bin, Mutter, nimm das Kleid und das Myrtenkränzlein aus der Truhe, tu mir ab die schweren Wanderschuhe, lege mir den Hochzeitsstaat bereit. Bald, ich fühl's ist meine Zeit dahin – liebe Mutter, darfst nicht um mich klagen – wenn die Leute kommen nach mir fragen, sag' – daß ich bei meinem Kinde bin…"

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Ich möchte hingehn wie das Abendrot…

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Menschlich zu sterben, zu sterben mit dem Bewußtsein, daß du im Tode deine letzte menschliche Bestimmung erfüllst, zu sterben also im Frieden mit dem Tode – das sei dein letzter Wunsch, dein letztes Ziel. Dann triumphierst du auch noch im Tode über den üppigen Traum der christlichen Unsterblichkeit.

Feuerbach, Gedanken über Tod und Unsterblichkeit, Erstdruck 1830 (anonym). Der rationalistische oder ungläubige Unsterblichkeitsglaube

Geht nun hin und grabt mein Grab! Denn ich bin des Wanderns müde. Von der Erde scheid' ich ab; Denn mir ruft des Himmels Friede, Denn mir ruft die süße Ruh' Von den Engeln droben zu. Geht nun hin und grabt mein Grab! Meinen Lauf hab' ich vollendet, Lebe nun den Wanderstab Hin, wo alles Ird'sche endet, Lege selbst mich nun hinein In das Bette sonder Pein. Was soll ich hienieden noch In dem dunkeln Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch Wir auch stellen unsre Sachen, Muß es doch wie Sand vergehn, Wenn die Winde drüber wehn. Darum, Erde, fahre wohl, Laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist hohl, Deine Freuden selber Leiden, Deine Schönheit Unbestand, Eitel Wahn und Trug und Tand. Darum, letzte gute Nacht, Sonn' und Mond und liebe Sterne! Fahret wohl mit Eurer Pracht; Denn ich reis' in weite Ferne, Reise hin zu jenem Glanz, Drinnen ihr verschwindet ganz. Die ihr nun in Trauer geht, Fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben niederweht, Tröstet ja des Herrn Gemeinde. Weint nicht ob dem eiteln Schein! Ew'ges kann nur droben sein. Weinet nicht, daß ich nun will Von der Welt den Abschied nehmen, Daß ich aus dem Irrthum will Aus den Schatten, aus den Schemen, Aus dem Eiteln, aus dem Nichts Hin ins Land des ew'gen Lichts! Weinet nicht! mein süßes Heil, Meinen Heiland hab' ich funden, Und ich habe auch mein Theil In den heil'gen Todeswunden, Woraus einst sein theures Blut Floß der ganzen Welt zu gut. Weint nicht! mein Erlöser lebt; Hoch vom finstern Erdenstaube Hell empor die Hoffnung schwebt, Und der Himmelsheld, der Glaube; Und die ew'ge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht!

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Was zum Galgen geboren ist, ersäuft nicht.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Die Bahre ist die Wiege des Himmels.

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Es ist nicht dasselbe, ob jemand lebt, um zu sterben, oder ob jemand stirbt, um zu leben. Der heidnische Philosoph hascht noch im Sterben nach Beifall; der Apostel stirbt ständig, um in die Herrlichkeit einzugehen.

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Sterben ist kein Kinderspiel.

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Im weiten Meere treffen sich zwei Splitter Holz; für kurze Zeit sind sie beisammen, bis die Flut sie wieder auseinander treibt. So Gattinnen und Kinder auch, Verwandte, Freunde, Hab' und Gut; sie kommen und sind wieder fern, urplötzlich trifft uns ihr Verlust. Wie einer, der am Wege steht, zu einer Karawane spricht: Zieht hin, den gleichen Weg wie ihr werd' ich auch gehen hinter euch; so weiß der Mensch, daß er den Weg, den Vater und Großvater ging, auch wandeln wird; was klagt er daen, wenn kommt, was unvermeidlich ist!

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Wo und wie wir fallen, ob am skäischen Tor oder am Schreibtisch usw., wir erfüllen nur unser Schicksal.

Raabe, Gedanken und Einfälle (Sämtliche Werke, Dritte Serie, Bd. 6), 1913

Wer einmal völlig begriffen hat, daß er sterblich ist, für den hat eigentlich die Agonie schon begonnen.

Schnitzler, Aphorismen und Betrachtungen, 1967

Nein, ich habe nichts versäumet! Wißt ihr denn, was ich geträumet? Nun will ich zum Danke fliegen, Nur mein Bündel bleibe liegen.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Sprichwörtliches

Ganz leise spüren wir dich in unseren Herzen. Dann geht es uns gut. So wie es uns gut ging, als dein Lachen uns wärmte.

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Auf dem Schwarzwald Die Wolken ziehen vom Mittag her, weißleuchtende Segel in blauem Meer. Wie alte Tempelsäulen stehn ernstgraue Felsen; im Windeswehn darüber wallend ein grüner Kranz, und um sie im schimmernden, flimmernden Glanz, wie reiches Geschmeide, rotblühende Heide. Doch im Dämmern des Waldes in moosiger Kluft von Tannennadeln ein schauernder Duft; ein Lichtstrahl, der verloren irrt, ein plätschernder Quell, ein Tauber girrt; verhallend stößt der kreisende Weih fernher aus den Lüften klagenden Schrei hoch über den Zweigen; sonst tiefes Schweigen. Im Gerank und Gestein ein Pfad noch kaum, nur einsame Wildnis im Mittagstraum. Da schillert es auf wie ein spiegelnder Bach, aus silbernen Schindeln ein glitzerndes Dach, eine letzte Behausung, weithin allein und verlassen im zitternden Sonnenschein; nur Rispen und Ranken lispeln und schwanken. Kein Laut; weit offen das graue Tor, zwei winzige Geschöpfchen nur knien davor; ein Büblein, ein Mägdlein, zusammengeschmiegt, barfüßig, barhäuptig. So reglos liegt auf den Knien das Pärchen. Ein Hauch bewegt ihm das flächserne Haar; aneinander gelegt hält stumm es nach oben die Hände gehoben. Ist's zum Mittagsgebet? Kein Herdrauch steigt vom Dachfirst auf, und alles schweigt. Durchs Stubenfenster nur schimmert es hell: Ein Linnen, gespreitet auf niedrem Gestell, ein Kopf, heraufgebettet am Rand, ein weißes Gesicht; eine reglose Hand hält licht wie von Golde eine Blütendolde. Wie Silber rieselt's vom glimmernden Dach; die Mutter liegt tot im dumpfen Gemach, der Vater stieg zum Kirchhof hinab in der Mittagsrast und bestellt ein Grab; tief drunten klirrt sein Schritt durchs Gestein, gleichmäßig. Die Kinder blieben allein, die Hände faltend und Totenwacht haltend.

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Gedanken bey dem Fall der Blätter im Herbst In einem angenehmen Herbst, bey ganz entwölktem heiterm Wetter, Indem ich im verdünnten Schatten, bald Blätter-loser Bäume, geh', Und des so schön gefärbten Laubes annoch vorhandnen Rest beseh'; Befällt mich schnell ein sanfter Regen, von selbst herabgesunkner Blätter. Ein reges Schweben füllt die Luft. Es zirkelt, schwärmt' und drehte sich Ihr bunt, sanft abwärts sinkend Heer; doch selten im geraden Strich. Es schien die Luft, sich zu bemühn, den Schmuck, der sie bisher gezieret, So lang es möglich, zu behalten, und hindert' ihren schnellen Fall. Hiedurch ward ihre leichte Last, im weiten Luft-Kreis überall, In kleinen Zirkelchen bewegt, in sanften Wirbeln umgeführet, Bevor ein jedes seinen Zweck, und seiner Mutter Schooß, berühret; Um sie, bevor sie aufgelöst, und sich dem Sichtlichen entrücken, Mit Decken, die weit schöner noch, als persianische, zu schmücken. Ich hatte diesem sanften Sinken, der Blätter lieblichem Gewühl, Und dem dadurch, in heitrer Luft, erregten angenehmen Spiel, Der bunten Tropfen schwebendem, im lindem Fall formiertem, Drehn, Mit offnem Aug', und ernstem Denken, nun eine Zeitlang zugesehn; Als ihr von dem geliebten Baum freywilligs Scheiden (da durch Wind, Durch Regen, durch den scharfen Nord, sie nicht herabgestreifet sind; Nein, willig ihren Sitz verlassen, in ihren ungezwungnen Fällen) Nach ernstem Denken, mich bewog, sie mir zum Bilde vorzustellen, Von einem wohlgeführten Alter, und sanftem Sterben; Die hingegen, Die, durch der Stürme strengen Hauch, durch scharfen Frost, durch schwehren Regen ihren Zweigen abgestreift und abgerissen, kommen mir, Wie Menschen, die durch Krieg und Brand und Stahl gewaltsam fallen, für. Wie glücklich, dacht' ich, sind die Menschen, die den freywillgen Blättern gleichen, Und, wenn sie ihres Lebens Ziel, in sanfter Ruh' und Fried', erreichen; Der Ordnung der Natur zufolge, gelassen scheiden, und erbleichen!

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Immer für alle dagewesen. Immer das Beste gewollt. Immer das Beste gegeben. Wir haben heute das Beste verloren.

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Wer nicht gewacht hat, kann nicht schlafen; Wer nicht gelebt hat, kann nicht sterben.

Rückert, Gedichte. Erbauliches und Beschauliches aus dem Morgenlande, 2 Bde., 1836-39. Vierzeilen

Als Gott sah, daß der Weg zu lang, der Hügel zu steil, das Atmen zu schwer wurde, legte er seinen Arm um dich und sprach: "Komm heim."

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