Sterben Sprüche

Sprüche über Sterben

587 Sprüche in dieser Kategorie

Wichtig nehmen alle das Sterben: Aber noch ist der Tod kein Fest. Noch erlernten die Menschen nicht, wie man die schönsten Feste weiht.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Erster Teil. Die Reden Zarathustras, 1883. Vom freien Tode

Sterben heißt, initiiert zu werden.

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Sterben heißt dorthin gehen, woher wir gekommen sind.

Tolstoi, Tagebücher. 1908

Meine Grabschrift Ich hab' die Sonne des Tages gesehn, Nun ist es Zeit zum Schlafengehn. Nun ist es Zeit, nach Sorgen und Wachen Die Augen in Frieden zuzumachen. Und wem mein Schatten im Herzen lag, Der soll mich vergessen am dritten Tag. Doch wem ich ein wenig Licht gegeben, Der laß' im Herzen mich weiterleben.

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Die Menschen wollen's nicht verstehen Zwei Herzen haben sich gefunden – die Menschen wollen's nicht verstehn – und die sich innig treu verbunden, sie sollen auseinander gehn! Doch mächtig einen sie die Triebe, man trennt sie, 's ist des Schicksals Lauf, doch in den Herzen glüht die Liebe in Sehnsucht um so mächtger auf. Er ist so bleich – sie sehn's mit Bangen – und nicht zu ändern ist sein Sinn, es schwanden doch von ihren Wangen die Rosen auch schon längst dahin! Und eines Morgens trug man beide – die Menschen wollen's nicht verstehn – zur Ruhe nach dem Erdenleide – dorthin, wo still die Kreuze stehn! Dort ruhen selig sie im Frieden des leeren Lebens matt und müd – – geliebt, gehofft, getrennt, geschieden – das ist das alte, alte Lied!

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Wer darüber klagt, daß einer gestorben sei, der klagt darüber, daß eben dieser ein Mensch gewesen sei.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 99. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Quisquis aliquem queritur mortuum esse, queritur hominem fuisse

Ruhmvoll zu sterben ist den Menschen doch ein Trost.

Aischylos, Agamemnon (Erster Teil der Orestie), 458 v. Chr

Der Geschmack des Todes ist auf meiner Zunge, ich fühle etwas, das nicht von dieser Welt ist.

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Für ewig ist ja nicht gestorben, Was man für diese Welt begräbt.

Holtei, K., Gedichte. Aus: Die letzte Stunde, 1839

Erst am Ende unseres Weges stehen die Antworten.

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Hier soll ich also dauernd bleiben, hier ist mein Haus und Hof bestellt – mich aber plötzlich überfällt ein Bangen, nimmer zu beschreiben! Hier ist mein Hof, hier ist mein Haus – und auch mein Grab – hier harrt die Erde, bereit, daß ich verschüttet werde! Mir ist, als wär' mein Hoffen aus! Mir ist, als ob der Tod sich setze zu mir, in eine stille Ecke wie Spinnen an der Zimmerdecke, zu weben mich in seine Netze!

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Der Mensch möchte nicht gern sterben, weil er nicht weiß, was dann kommt. Bildet er sich ein, es zu wissen, dann möchte er es auch nicht gern; weil er das Alte noch ein wenig mitmachen will. Ein wenig heißt hier: ewig.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Der Mensch, in: Die Weltbühne, Nr. 24, 16.06.1931 (Kaspar Hauser), wieder in: Lerne lachen ohne zu weinen, 1931

Ach, mein Freund, ich verlasse diese Welt, in der Herzen gebrochen oder zu Stein werden.

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Ich will in die Sonne sehn Ich will in die Sonne sehn, wenn ich sterbe, wie sie in brennenden Wolken verloht… ich will mit der Sonne gehn, wenn ich sterbe, in sommerflammendem Abendrot. Die Fenster auf! dort drüben ist meine Heimat und nicht in eurer Nacht und Not! Ich will in die Sonne sehn, wenn ich sterbe, und sinken gleich ihr in strahlendem Tod.

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Auch die Nachtigall röchelt in ihrer Todesstunde.

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Wer will wohl und selig sterben, Lass sein Gut den rechten Erben.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Eltern und Kindern bleibt nichts übrig, als entweder vor- oder hintereinander zu sterben, und man weiß am Ende nicht, was man vorziehen sollte.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus dem Nachlass. Über Literatur und Leben

Du hast das schöne Paradies verlassen Du hast das schöne Paradies verlassen, Tratst ein in dieses Labyrinthes Gassen, Verlockt von lieblich winkenden Gestalten, Die Schale dir und Kranz entgegenhalten; Und unaufhaltsam zieht's dich weit und weiter. Wohl ist ein leises Ahnen dein Begleiter, Ein heimlich Graun, daß diese süßen Freuden Dich Schritt um Schritt von deiner Heimat scheiden, Daß Irren Sünde, Heimweh dein Gewissen; Doch ach umsonst! Der Faden ist zerrissen. Hohläugig faßt der Schmerz dich an und warnt, Du willst zurück, die Seele ist umgarnt. Vergebens steht ob deinem Haupt der Stern. Einsam, gefangen, von der Heimat fern, Ein Sklave, starrst du in des Stromes Lauf Und hängst an Weiden deine Harfe auf. Nun fährst du wohl empor, wenn so zuzeiten Im stillen Mondeslichte durch die Saiten Ein leises, wehmutsvolles Klagen geht Von einem Hauch, der aus der Heimat weht.

Busch, W., Gedichte. Kritik des Herzens, 1874

Abschied vom Leben Die Wunde brennt, die bleichen Lippen beben. Ich fühl's an meines Herzens matterm Schlage, hier steh ich an den Marken meiner Tage. Gott, wie du willst! Dir hab ich mich ergeben. Viel gold'ne Bilder sah ich um mich schweben; Das schöne Traumbild wird zur Totenklage. Mut! Mut! – Was ich so treu im Herzen trage, Das muß ja doch dort ewig mit mir leben. Und was ich hier als Heiligtum erkannte, Wofür ich rasch und jugendlich entbrannte, Ob ich's nun Freiheit, ob ich's Liebe nannte: Als lichten Seraph seh ich's vor mir stehen; Und wie die Sinne langsam mir vergehen, Trägt mich ein Hauch zu morgenroten Höhen.

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Wir sterben nur ein einziges Mal, aber wenigstens hält es lange an.

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Augentrost O laß es gern geschehen, Daß dir dein Auge blind! Was willst du denn noch sehen, Altes, betrognes Kind? Willst du den Lenz erzwingen Durch buntgefärbtes Glas? Soll dir noch Blumen bringen Das längst verwelkte Gras? Die lichten Regenbogen, Die Schlösser in der Luft, Alter! sind fortgezogen, Du siehst nur eis'gen Duft. Lenz, Sommer sind geschieden, Nur Winter siehest du. Alter! o schließ in Frieden Die müden Augen zu.

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