Sterben Sprüche – sinn

168 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Sterben sinn

Wer darüber klagt, daß einer gestorben sei, der klagt darüber, daß eben dieser ein Mensch gewesen sei.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 99. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Quisquis aliquem queritur mortuum esse, queritur hominem fuisse

Der Mensch möchte nicht gern sterben, weil er nicht weiß, was dann kommt. Bildet er sich ein, es zu wissen, dann möchte er es auch nicht gern; weil er das Alte noch ein wenig mitmachen will. Ein wenig heißt hier: ewig.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Der Mensch, in: Die Weltbühne, Nr. 24, 16.06.1931 (Kaspar Hauser), wieder in: Lerne lachen ohne zu weinen, 1931

Wer will wohl und selig sterben, Lass sein Gut den rechten Erben.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Wir sterben nur ein einziges Mal, aber wenigstens hält es lange an.

Internet

Sterben Denkt ihr ans Sterben voll Angst und Pein, Dann laßt euch die Weisheit offenbaren: Wir werden im Tode nicht toter sein, Als wir vor unsrer Geburt es waren.

Internet

Die Ungewissheit,wannwir sterben, mildert die Gewissheit,dasswir sterben.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Die Gewissheit zu sterben ist zuweilen der einzige Trost dieses Lebens.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Auch das Sterben ist ja eine von den Aufgaben unseres Lebens. Genug also, wenn du auch sie glücklich lösest, sobald sie dir vorgelegt wird.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 6,2. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Jeder hat die moralische Verpflichtung auszusterben.

Internet

Friedhofsbetrachtung: "Kein Mensch verfehlt seine Bestimmung."

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Wenn du stirbst, so wirst du entweder alles erfahren, oder du wirst nicht mehr fragen.

Tolstoi, Krieg und Frieden (Война и мир), 1862-69. 5. Teil, 1. Übersetzt von Hermann Röhl

Für alle tritt mit der letzten Stunde dasselbe ein, was vor der ersten war, und Gefühl und Bewußtsein gibt es für Seele und Körper nach dem Tode so wenig als vor der Geburt. Menschliche Eitelkeit setzt die Existenz in die Zukunft fort, und erlügt ein Leben in die Zeit des Todes hinein, indem sie der Seele bald Unsterblichkeit, bald Umgestaltung, bald den Unterirdischen Bewußtsein beilegt und Manen verehrt und die zu Göttern macht, die sogar Menschen zu sein aufgehört haben.

Plinius d. Ä., Naturgeschichte (Naturalis historia), ca. 77 n. Chr. 7, 188f. Deutsche Übersetzung bei Ludwig Friedländer in: Darstellungen aus der Sittengeschichte Roms in der Zeit von August bis zum Ausgang der Antonine (3. Teil), Leipzig 1871

Der Mensch stirbt stückweis, wie uns die Philosophen sagen; und dabei führt er fast immer den Tod an; denn ist es wirklich immer Leben, was dieser mit seiner Knochenhand ergreift?

Balzac, Physiologie der Ehe (Physiologie du mariage), 1829. Der eheliche Friede

Nichts ist dem Menschen so wenig eigen als die Freuden, die er besitzt; nichts so sehr sein, als die Freuden jenseits des Grabes.

Young, Klagen oder Nachtgedanken (The Complaint or Night-Thoughts), 1742-45. 5. Nacht

In der gleichen Art und Weise stirbt der Tatenlose ebenso wie der Schaffensfreudige.

Internet

Tüchtiges Leben endet auf Erden nicht mit dem Tode, es dauert in Gemüt und Tun der Freunde, wie in den Gedanken und der Arbeit des Volkes.

Freytag, Karl Mathy. Geschichte seines Lebens, 1870

Wer nicht stirbt, lebt nicht.

Langbehn, Rembrandt als Erzieher, 90. Auflage 1936 (EA: 1890). V. Deutsche Menschheit. Christentum

Was ein Sterbender sagt, wird immer bedeutsam; durch das Menschliche klingt das Ewige hindurch.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Um die Lippen aller Toten muß ein Lächeln spielen, ein wehes, mitleidiges Lächeln über all die Nichtigkeiten, mit denen die Lebenden die kurze Spanne Zeit, die ihnen noch gegeben ist, hastend ausfüllen. Wie erbärmlich erscheint vieles von dem, was uns leidenschaftlich bewegt – im Schatten des Grabes.

Merian (Hg.), Trotzdem. 366 deutsche Gedanken und Gedichte, Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1926

Und ach!, wer tot zu sein wünscht, der ist es schon zur Hälfte.

Heine, H., Briefe. An Friederike Robert, Mai 1829

Als Michael Hahn im Sterben lag, sagte ein Umstehender: "Jetzt hört das Leben auf." Mit letzter Kraft richtete sich der Totgeglaubte auf und rief: "Nein, jetzt fängt das Leben an!"

Merian (Hg.), Heller wird mir jeder Tag. 365 lebensnahe deutsche Gedanken, auch Gedichte, Verlag Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1939