Sterben Sprüche – sinn

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Selig preise nur den, der das Leben wonnenreich geschlossen hat.

Aischylos, Agamemnon (Erster Teil der Orestie), 458 v. Chr

Es ist kein Mensch so arm, Daß er nicht endlich sterben könnte.

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Leitsatz Fürcht' nicht die Stunde, da du stirbst. Die Welt, o glaub's nur, kann dich missen. Kein Stern, um dessen Licht du wirbst, Wird mit dir in den Tod gerissen. Solang du lebst, wirst du gebraucht. Soll dich das Leben nicht vergessen, Sorg, dass die Tat nicht untertaucht, An der du deine Kraft gemessen. Leb, dass du stündlich sterben kannst, In Pflicht und Freude stark und ehrlich. Nicht dich – das Werk, das du begannst, Mach für die Menschheit unentbehrlich!

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Lebensergebnis In angstvollen Nächten, Frierend und schaudernd, In Tagen, kalt und trostlos, Ist sie mir kund geworden, Die schreckliche Wahrheit; Hab' ich es kennen, Doch leider zu fassen nicht Gelernt, Das unerbittliche Gesetz; ohn' Erbarmen Ward er mir verkündet Mit ehernen Zungen, Unter Sturm und Klage, Der eisige Spruch der Parze: Du mußt, o Mensch! Begraben dein Liebstes, Oder du mußt, Du banger Geselle, Von deinem Liebsten Begraben dich lassen! – Von beiden welches Dünkt dir das Härt're? – Sinne und grüble In Tagen und Nächten Der Frage nach, Und schaudre und lerne Fassen und tragen Die schreckliche Wahrheit!

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Es gibt Leute, die so grotesk sind, daß sie beim Sterben den Todesgedanken zu profanieren scheinen.

Goncourt, Ideen und Impressionen (Idées et sensations), 1866 (dt. 1904)

Laß meines Lebens Herbst erst kommen, O Herr, wenn ich zu Nutz und Frommen Der Welt gewirkt auf meiner Bahn! Ruf' mich zu dir an jenem Tage, Wo ich mit Zuversicht mir sage: Wie ich gesollt, hab' ich gethan!

Hammer (Hg.), Leben und Heimath in Gott. Eine Sammlung Lieder zu frommer Erbauung und sittlicher Veredlung, hg. von Julius Hammer 1862. Aus: Herbst

Möchtest du beim Sterben vor der Entdeckung bewahrt bleiben, daß du nicht gelebt hast!

Merian (Hg.), An allem wachsen! 365 deutsche Gedanken und Gedichte, ausgewählt von Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1934

Es ist kein Tod Ich glaube keinen Tod; sterb ich gleich alle Stunden, So hab ich jedesmal ein besser Leben funden.

Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675

Kämpfe Arme Seele, die sich selbst verzehrt! Sehnsucht, die ins Leben möchte greifen Und dem blühenden doch angstvoll wehrt – Arme Hand, die an dem goldnen Reifen Heimlich dreht, weil sie das Glück begehrt, Und doch nicht vermag, ihn abzustreifen – Augen, die dem Lichte abgekehrt, Ruhelos durch Nacht und Dunkel schweifen – Jene Weisheit, die »Entsagung« lehrt, Werdet ihr die bittre je begreifen?

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Doch wenn des Menschen Tage erfüllt sind, soll er den Tod nicht mit einem bösen Gesicht empfangen.

Balzac, Tolldreiste Geschichten (Les contes drolatiques), 1832-37 (dt. 1908)

Sollten irgendwann alle Planeten und Sterne untergehen, auch dann sterben wir nur ein Mal.

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Leben ist das nicht: die Kunst zu sterben? Oder ist dieses lange Sterben nicht der Boden für die Kunst, zu leben?

Gött, Zettelsprüche. Aphorismen, hg. von Volker Schupp und Reinhard Pietsch, Universitätsbibliothek Freiburg i. Br. 1982

Fürchte dich nicht, du stirbst nur, um zu leben.

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Ja, lerne zeitig begreifen, dass Dein ganzes Leben Dich vorbereiten muss, den Tod zu bestehen.

Toeche-Mittler, Stimmungsgedanken über Raum und Zeit, 1907

Wer geboren wird, schreit; wer stirbt, betet.

Oesch (Hg.), Russische Sprichwörter. Ausgewählt und übersetzt von Will A. Oesch, Zürich 1945

Es stirbt nur das Elend, nicht der Mensch.

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Strebenheißt leben: vertausche zwei Buchstaben, es genügt, dass alles sich ins Gegenteil fügt:sterben.

Toeche-Mittler, Stimmungsgedanken über Raum und Zeit, 1907

Zum Leben stärkt Klugheit, zum Sterben Weisheit.

Essigmann, Gott, Mensch und Menschheit. Aphorismen, 1916

Wißt ihr, wo sind die Myriaden, Die waren, seit die Erde steht? Hat sie ein Gott zu sich geladen? Hat eine Windsbraut sie verweht? Ich kann nicht fordern noch ein Leben, Ein Paradies noch nach dem Tod. Was hab ich dieser Welt gegeben? Nichts gegen das, was sie mir bot. Ich kann nur stehn in stummer Wehmut Und, wenn mein Geist vom Leib sich trennt, Erwarten nur in tiefer Demut, Ob Gott ihn noch als Geist erkennt.

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Von Natur aus weiß der Mensch standhaft zu leiden und stirbt in Frieden. Die Ärzte mit ihren Verordnungen, die Philosophen mit ihren Lehrsätzen, die Priester mit ihren Ermahnungen entmutigen sein Herz und machen, daß er das Sterben verlernt.

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Sterben heißt dorthin gehen, woher wir gekommen sind.

Tolstoi, Tagebücher. 1908