Weisheit Sprüche

Weise Gedanken und Erkenntnisse

632 Sprüche in dieser Kategorie

Die Weisheit ist dem Einen tiefster Kummer: Sie sieht die Schrecken, sieht das Unglück erst Mit reinen Augen aus dem klaren Geiste!

Schefer, Hausreden, 1855. Aus: Denen Deine Liebe – Allen Hülfe

Glückselige Zeiten, als der Tugendhafteste der Gelehrteste war! als alle Weisheit in kurzen Lebensregeln bestand!

Lessing, Gedanken über die Herrnhuter, 1750

Stimmt! Das Einmaleins und das A b c Ist nichts, als die Weisheit im Negligee.

Holz, Gedichte. Buch der Zeit, Erstdruck 1886. Der Text hier folgt der zweiten, erweiterten Ausgabe 1892. Originaltext. Berliner Schnitzel

Die Weisheit (Philosophie) ist eine Wissenschaft göttlicher und menschlicher Dinge nebst den Ursachen, worauf sie beruhen.

Cicero, Von den Pflichten (De officiis), 44 v. Chr. II, 2.

Der Weise muß nach ächten Freuden streben, Die Klugheit würzt, und Reue nicht vergällt.

Uz, J. P., Gedichte. Aus: Die Wollust. Originaltext

Der Gesetze der Weisheit und Moral sind nicht viele; nur der Erklärungen, Beweise und Anwendungen dieser Gesetze gibt es viele.

Schlegeln/Heyern (Hg.), C. F. Gellert's Moralische Vorlesungen. Erster Band, nach des Verfassers Tod hg. von Johann Adolf Schlegeln und Gottlieb Hegerecht Heyern, Leipzig 1770

Ein Weiser ist wie nicht da, wo die Thoren noch herrschen.

Schefer, Hausreden, 1855. Aus: Denen Deine Liebe – Allen hülfe. Originaltext

Siehe! Ich bin meiner Weisheit überdrüssig, wie die Biene, die des Honigs zuviel gesammelt hat, ich bedarf der Hände, die sich ausstrecken. Ich möchte verschenken und austeilen, bis die Weisen unter den Menschen wieder einmal ihrer Torheit und die Armen wieder einmal ihres Reichtums froh geworden sind.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Vorrede

Die Natur führt uns auf dem Wege der Zuckerbäckerjungen zur Weisheit: sie übersättigt uns mit den Genüssen, die wir meiden sollen.

Börne, Aphorismen und Miszellen, 1828/32. [257]

Der Weise begnügt sich nicht mit dem Studium der Natur und der Wahrheit; – er wagt es auch, letztere auszusprechen um der kleinen Zahl von Menschen willen, welche denken wollen und können, ohne Rücksicht auf die grosse Menge der Sklaven des Vorurtheils, welche ebenso wenig an sie heranzureichen vermögen, als es den Fröschen zu fliegen vergönnt ist.

La Mettrie, Der Mensch eine Maschine (L'homme [plus que] machine), 1748. Übersetzt von Adolf Ritter, Verlag Erich Koschny, Berlin 1875

Der höchste Grad der Weisheit ist, zu erkennen, dass man keine besitzt.

Souvré/Sablé, Maximes et Pensées Diverses, imprimé chez Sebastien Mabre-Cramoisy, Paris 1678

Wer erst klug wird nach der That, Braucht seine Weisheit viel zu spat.

Rollenhagen, Froschmäuseler, 1595

Weisheit mit dem Sonnenblick, große Göttin, tritt zurück, weiche vor der Liebe. Wer die steile Sternenbahn ging dir heldenkühn voran zu der Gottheit Sitze? Wer zerriß das Heiligtum, zeigte dir Elysium durch des Grabes Ritze? Lockte sie uns nicht hinein, möchten wir unsterblich sein? Suchten auch die Geister ohne sie den Meister? Liebe, Liebe leitet nur zu dem Vater der Natur, Liebe nur die Geister. Selig durch die Liebe Götter – durch die Liebe Menschen Göttern gleich. Liebe macht den Himmel Himmlischer – die Erde Zu dem Himmelreich.

Schiller, F., Gedichte. Anthologie auf das Jahr 1782. Aus: Der Triumph der Liebe

Was aber die Natur verborgen hat, halten auch diejenigen, die bei Verstand sind, von den Augen fern.

Cicero, Von den Pflichten (De officiis), 44 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Quae enim natura occultavit, eadem omnes, qui sana mente sunt, removent ab oculis

Wer ohne Weisheit ist, wird stets von Schatten betroffen sein.

Internet

Die Weisheit allein ist es nämlich, die die Trauer aus unseren Seelen vertreiben kann und die nicht zulässt, dass wir vor Furcht erschaudern.

Cicero, Vom höchsten Gut und vom größten Übel (De finibus bonorum et malorum), 45 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Sapientia enim est una, quae maestitiam pellat ex animis, quae nos exhorrescere metu non sinat

Während sich die Dummen aber mit den Erinnerungen an üble Dinge quälen, erfreuen sich die Weisen an vergangenem Glück, das sie sich in ihrer Erinnerung vergegenwärtigen.

Cicero, Vom höchsten Gut und vom größten Übel (De finibus bonorum et malorum), 45 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Stulti autem malorum memoria torquentur, sapientes bona praeterita grata recordatione renovata delectant

Den Weisen bereichert die Natur selbst.

Cicero, Vom höchsten Gut und vom größten Übel (De finibus bonorum et malorum), 45 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Sapientem locupletat ipsa natura

Am besten ist das Obst, wenn es zur Neige geht.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 12. Brief. Übers. Internet Originaltext: Gratissima sunt poma cum fugiunt

Was aber ist Weisheit? Stets dasselbe zu wollen und dasselbe nicht zu wollen.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 20. Brief. Übers. Internet Seneca modifiziert hier Sallust Cat. 20,4. Originaltext: Quid est sapientia? semper idem velle atque idem nolle

Siehe, Weisheit und Dummheit schlagen verschiedene Richtungen ein.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 48. Brief. Übers. Internet Originaltext: In diversum ecce sapientia et stultitia discedunt!