Zeit Sprüche

Sprüche über Zeit und Vergänglichkeit

760 Sprüche in dieser Kategorie

Raum und Zeit stehen sich gegenüber wie das Flussbett und der Fluss.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

In was für einem Jahrhundert es auch sein mag, die natürlichen Verhältnisse ändern sich nicht.

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Die Zeit fliegt über uns hinweg, aber ihren Schatten läßt sie hinter sich.

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Zeit gewonnen, alles gewonnen.

Machiavelli, Der Fürst (Il Principe), verfasst 1513; päpstliche Druckgenehmigung 1532 (posthum)

Wer nicht die Stunden berechnet, verschwendet Tage und Wochen.

Gessner, Memorabilien der Zeit, 2. Auflage 1807 (EA: 1804)

Ein jeder Schlag von dir verwundet Und mäht die Zeit, dem Schnitter gleich. Je mehr des Zeigers Lauf sich rundet, Rückt näher mir das Schattenreich. Und doch – wie seltsam – muß ich sagen, Lausch' ich gern deinem Pendelschlag. Er singt mir von vergangenen Tagen Und lullt in Träume mich gemach. So sehr – Minute von Minute – Mit dir die Zeit von dannen eilt – Gleich ob sie ebbe oder flute – Verwundet sie zugleich – und heilt.

Inschrift. Spruch auf einer alten Dielenuhr

Der Mensch erfand die Uhr, doch Gott die Zeit.

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Wochenkalender Montag erst. – Entsetzlich! Freudelos Neu beginne, wo die Woche schloß. Dienstag erst. – Entsetzlich! Ohne Sinn Spinnen fort des Lebens grau Gespinn. Mittwoch erst. – Entsetzlich! Ohne Ziel Neu durchspielen das durchspielte Spiel. Donnerstag. – Entsetzlich! Ohne Gnad Neu durchmessen den durchmessnen Pfad. Freitag schon. – Entsetzlich! Wirrer Tand Neu durchwaten den durchwatnen Sand. Samstag schon. – Entsetzlich! Ohne Gruß Ewig wandern um des Hügels Fuß. Sonntag heut. – Entsetzlich! Wieder neu Segeln an dem Leuchtturm hier vorbei.

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Die Zeit ist eine grundverkehrte Künstlerin: Sie bildet an ihrem Werk herum, bis sie's verpfuscht.

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Man kann seiner eignen Zeit nicht böse sein, ohne selbst Schaden zu nehmen.

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43. Erstes Buch, 1. Teil, 16: Eine geheimnisvolle Zeitkrankheit

Wir leben in einer Zeit des Überganges. Das Alte stirbt ab, das Neue gewinnt an Kraft und dringt vorwärts. Der Widerstreit des Rücklaufenden und des Vorwärtsstrebenden verleiht den Verhältnissen oft ein wunderliches Gepräge, sodaß bei oberflächlichem Zuschauen es oft unklar bleibt, ob man in der ärgsten Reaktion oder schon in der Morgendämmerung einer neuen Zeit lebt.

Aachener Kritische Revue, 1891-94

Keine Zeit ist mit der Zeit zufrieden; das heißet, die Jünglinge halten die künftige für idealer als die gegenwärtige, die Alten die vergangne.

Jean Paul, Vorschule der Ästhetik nebst einigen Vorlesungen in Leipzig über die Parteien der Zeit, 2. Auflage 1813 (EA: 1804). Erste Abteilung. 5. Programm. Über die romantische Poesie. § 21. Das Verhältnis der Griechen und der Neuern

Kein Zeitalter spinnt aus sich allein sein Gewebe. Jedes Tatenwerk ruht auf der Vergangenheit Grund und Boden.

Jahn, Merke zum Deutschen Volkstum, 1833

Im Zauberstrom der Wesenmutter Zeit Rollt Jahr auf Jahr nach unbekannten Fernen; Sie stürzen sich ins Meer der Ewigkeit, Wir stehn am Uferrand und lernen: Daß Alles endlich ist, von der Vergangenheit.

Bechstein, L., Gedichte. Aus: Der Sonntag, 1831

Die Zeiten sind nicht leer, und sie rollen nicht spurlos durch unser Empfinden.

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Die Zeiger der Zeit verbinden gestern und heut.

Inschrift. Spruch auf einer Sonnenuhr

Nichtwirsind in der Zeit, sondern die Zeit – oder vielmehr nicht sie, sondern die reine absolute Ewigkeit istin uns!

Schelling, Philosophische Briefe über Dogmatismus und Kriticismus, 1795

Ein Wassertropfen in verschlungnen Kehren in meiner Hand herniederlief, zu weitrem Fall ihr zu entgleiten; da eilt' ihn schon die Sonne zu verzehren. So suchst du dich in deiner Handvoll Zeit hinab, hinweg zu immer fernern Tiefen. Da – just wann dir Entscheidung zugewogen, trifft dich des Gottes unbarmherziger Bogen.

Morgenstern, C., Gedichte. Und aber ründet sich ein Kranz, 1902

Wenn ich den Stundenschlag der Uhr vernehme, und seh den Tag in schwarze Nacht versinken, wenn ich ein Veilchen am Verwelken sehe, und silberweiß aus schwarzen Locken blinken, wenn hohe Bäume jetzt kein Blatt mehr tragen, die vor der Hitze noch das Vieh bewahrt, und Sommers Grün, in Garben weggetragen, wird nun mit weißen Stoppeln aufgebahrt: Wo bleibt dann deine Schönheit, frag ich mich: Du wirst in der Verschwendung untergehn! Läßt Süß das Süß, und Schön das Schön im Stich, so wird es sterbend andre wachsen sehn. Was kann der Sichel Zeit denn widerstehn? Nur eigen Blut, das bleibt, mußt du schon gehn.

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Landleuten, welche mit Taschenuhren nicht versehen sind oder mit denselben auf gespanntem Fuße stehen, rate ich immer, sie sollen auf eine Minute zwei Vaterunser rechnen.

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Ewig herrscht der Wechsel auf der Erde, Eins zerstäubt, damit das andre werde; Töten muß, was Leben bringt. Rastlos wirkt die Zeit von Licht zu Lichte, Treibet immer Blüten, reifet Früchte, Die sie gierig selbst verschlingt.

Raupach, Timoleon der Befreier. Ein dramatisches Gedicht, 1814. 1. Akt, Chor