Zeit Sprüche

Sprüche über Zeit und Vergänglichkeit

760 Sprüche in dieser Kategorie

O Schmerz! O Schmerz! Die Zeit verschlingt all unser Leben.

Baudelaire, Gedichte. Die Blumen des Bösen (Les fleurs du mal), 1857-66. Nach der Übers. von Wolf v. Kalckreuth, Insel-Verlag, Leipzig 1907. Originaltext der Übersetzung

Das Sieb der Zeit ist weitmaschig, man muß sich recken, wenn man drinnen bleiben will.

Gött, Zettelsprüche. Aphorismen, hg. von Volker Schupp und Reinhard Pietsch, Universitätsbibliothek Freiburg i. Br. 1982

Nieist eine schrecklich lange Zeit.

Barrie, Peter Pan, oder der Junge, der nicht erwachsen werden wollte (Peter Pan, or The Boy Who Wouldn’t Grow Up), 1904

Time is brain – Zeit ist Hirn.

Aus einem amerikanischen Gesundheitsblatt; bezieht sich auf die Reaktionszeit nach einem Schlaganfall

Ihr erinnert mich, Wie kostbar die Minuten sind.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 5. Akt, 6. Auftritt, Butler

Wie sich auch die Zeit will wenden, enden Will sich nimmer doch die Ferne, Freude mag der Mai mir spenden, senden Möcht' Dir alles gerne, weil ich Freude mir erlerne, Wenn Du mit gefaltnen Händen Freudig hebst der Augen Sterne. Alle Blumen mich nicht grüßen, süßen Gruß nehm' ich von Deinem Munde. Was nicht blühet Dir zu Füßen, büßen Muß es bald zur Stunde, eher ich auch nicht gesunde, Bis Du mir mit frohen Küssen Bringest meines Frühlings Kunde. Wenn die Abendlüfte wehen, sehen Mich die lieben Vöglein kleine Traurig an der Linde stehen, spähen Wen ich wohl so ernstlich meine, daß ich helle Tränen weine, Wollen auch nicht schlafen gehen, Denn sonst wär' ich ganz alleine. Vöglein euch mag's nicht gelingen, klingen Darf es nur von ihrem Sange, Wie des Maies Wonneschlingen, singen Alles ein in neuem Zwange; aber daß ich Dein verlange Und Du mein, mußt Du auch singen, Ach das ist schon ewig lange.

Brentano, C., Gedichte. Entstanden 1802, Erstdruck 1844. Originaltext

Wie vom Wind erfaßt den Falter, Sehen wir die Zeit entflieh'n,

Petöfi, S., Gedichte. Übers. v. Ladislaus von Neugebauer, Max Hesses Verlag, Leipzig 1910. Originaltext der Übersetzung. Aus: Heut' ein Jahr ist's, heut' ein Jahr ist's …

In allem hat unsere Zeit die fixe Idee, die Dinge nur inmitten ihrer wirklichen Umgebung zu zeigen, und unterdrückt dadurch das Wesentliche, den geistigen Akt, der sie von der Wirklichkeit isoliert.

Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (À la recherche du temps perdu), 7 Bde., Erstdruck 1913-27. Band 2: Im Schatten der jungen Mädchen (À l'ombre des jeunes filles en fleurs), 1919. Übersetzt von Walter Benjamin und Franz Hessel, Berlin 1927

Die Ewigkeit steht uns zur Verfügung, um über die Zeit zu sprechen.

Valéry, Eupalinos oder über die Architektur. Eingeleitet durch "Die Seele und der Tanz", übertragen durch Rainer Maria Rilke, Leipzig 1927. Das lässt Valéry Sokrates sagen

Zeichen der Zeit Die Wolken nicht, die, dunkel hingestreckt, Uns nahe Stürme zu verkünden scheinen, Was mich an unsrer Zeit zumeist erschreckt, Ist ihre Lust am Niedern und Gemeinen. Ins Reich der Kunst hat es sich eingedrängt, Der Wahrheit hehren Namen schnöd mißbrauchend, Von keiner Scheu und keiner Scham beengt, Mit Wollust sich in Schlamm und Pfützen tauchend. Ergriff es erst von diesem Reich Besitz, Wer könnte ferner seinen Lauf noch wenden? Bald dringt es zu des tiefsten Lebens Sitz, Das Werk der Schmach, des Unheils zu vollenden! Ein heißer Schmerz flammt grimm in mir empor, Seh' ich der Menschheit Adel frech geschändet. Weh einer Kunst, die solchen Weg erkor, Und weh dem Volke, das ihr Beifall spendet!

Paoli, B., Gedichte. Letzte Gedichte. Erstdruck aus dem Nachlaß, Stuttgart 1895. Originaltext

Sie litten alle unter der Angst, keine Zeit füralleszu haben, und wussten nicht, dass Zeit haben nichts anderes heißt, alskeineZeit für alles zu haben.

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43. Zweiter Band

Kein Mensch dreht die Zeit zurück …

Tucholsky, Werke 1907-1935. Aus: Augen in der Großstadt, in: Arbeiter Illustrierte Zeitung, 1930, Nr. 11 (Theobald Tiger), wieder in: Lerne lachen ohne zu weinen, 1931

Zeitbewußtsein ist ein Attribut des Menschen, im Gegensatz zu dem bloßen Gegenwartsbewußtsein des Thieres.

Liebmann, Gedanken und Thatsachen. Philosophische Abhandlungen, Aphorismen und Studien. Erster Band, drittes Heft, Straßburg 1899. Originaltext

Oft muss man die Zeit erhaschen, wie man einen Schmetterling an den Flügeln hält. Wird er aber dadurch nicht seine bunte Farbenpracht verlieren? Und nur bei Muße entfaltet auch die Muse ihr zartes, feenhaftes Leben.

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Die Zeit geht nicht, sie stehet still, Wir ziehen durch sie hin.

Keller, G., Gedichte. Aus: Die Zeit geht nicht, 1849

Da alles, was in der Zeit ist,nacheinanderist, so wird dadurch, daß etwas ist, alles andere ausgeschlossen.

Schiller, F., Theoretische Schriften. Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen, 1793-1794. Zwölfter Brief

Ich will heut für heute sorgen, Morgen ist für morgen Zeit.

Grillparzer, F., Gedichte. In ein Stammbuch

Die Zeit umdunkelt alles, Führt alles dem Vergessen zu.

Stobaios, Eclogae und Florilegium (antike Sammlung von Exzerpten und Lehrmeinungen). Sententiae

Die Gesichtszüge der Zeit verraten eine düster kaltschnäuzige Anbetung alles Unangenehmen.

Werfel, Zwischen Oben und Unten. Essays, 1946 (posthum). Von der reinsten Glückseligkeit

Die Zeit ist zu langsam für die, die warten. Zu schnell für die, die sich fürchten. Zu lang für die, die trauern, zu kurz für die, die frohlocken, aber für die, die lieben, bedeutet Zeit Ewigkeit. Was das Leben auch bringt, ich werde an deiner Seite sein.

Internet

Im Grunde ist alles eins Man redt von Zeit und Ort, von Nun und Ewigkeit: Was ist denn Zeit und Ort und Nun und Ewigkeit?

Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675