Zeit Sprüche – klassisch

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Nütze die Zeit: Die Zeit, so lehrte mein Urgroßvater, hat ein Janusgesicht, von vorn zeigt sie sich Dir jung und frisch: greife sie fest an der Stirnlocke; hinten hat sie eine Glatze.

Toeche-Mittler, Stimmungsgedanken über Raum und Zeit, 1907

Niemand zweifelt daran, dass vor der Sintflut das beste Zeitalter gewesen ist.

Luther, Tischreden oder Colloquia, 1566

Jedes Zeitalter findet ein paar große Wahrheiten, ein paar allgemeine Sätze, mit denen es sich seine eigene Welt erobert.

Riehl, Die bürgerliche Gesellschaft, 1851

Die Zeit, der schlaue Saturn, er heilt uns von jeder Wunde, um uns mit seiner Sense bald wieder eine neue Wunde ins Herz hineinzuschneiden.

Heine, H., Briefe. An Varnhagen von Ense, 28. März 1833

Ein Pfeil geht zwar geschwind, die Luft saust schnell vorbei, Die Wolken laufen sehr, der Blitz fährt in die Eichen, Sprich, ob was Schnellers noch, als seine Strahlen sei! Blitz, Pfeil, Luft, Wolken sind der Zeit nicht zu vergleichen. Sie streicht geschwind dahin, kein Auge kann es sehn; Meer, Wind und Wetter sind von Menschen aufzuhalten, Die Zeit von keinem nicht; sie läßt auch Kaiser stehn, Nicht über einen Blick vermag ein Fürst zu walten. Wer kaufte nicht die Zeit für Millionen ein? Doch geht sie, weil sie mehr als gülden ist zu schätzen. Wer sich der Zeit bedient, kann reich in Armut sein. Beizeiten kann die Zeit in Glück und Ehren setzen. Drum, edle Menschen, braucht anitzt der edlen Zeit! Gar lange wird der Sand nicht in dem Glase bleiben; Und sucht die Weisheit mehr als die Ergötzlichkeit, Vertreibt die Zeit doch nicht, sie wird sich selbst vertreiben.

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Für einen einzigen Augenblick Zeit, der mir gehört, gäbe ich all meine Reichtümer.

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Wer seiner Zeit möglichst ferne steht, spiegelt diese am besten wieder.

Wertheimer (Hg.), Weisheiten von Oscar Wilde, übersetzt von Paul Wertheimer, 1921 (EA: 1907)

Jedes Zeitalter schlägt von der hinter ihm liegenden Literatur andere Bücher auf und andere zu, lernt Vergessenes wieder und vergisst Gelerntes.

Pauly, Aphorismen, 1905

Jede Zeit erkennt die Fehler ihrer Vorgängerin, wie jeder Narr die Narrheit eines andern, aber nicht seine eigene.

Pauly, Aphorismen, 1905

In was für einem Jahrhundert es auch sein mag, die natürlichen Verhältnisse ändern sich nicht.

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Der Mensch erfand die Uhr, doch Gott die Zeit.

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Man kann seiner eignen Zeit nicht böse sein, ohne selbst Schaden zu nehmen.

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43. Erstes Buch, 1. Teil, 16: Eine geheimnisvolle Zeitkrankheit

Kein Zeitalter spinnt aus sich allein sein Gewebe. Jedes Tatenwerk ruht auf der Vergangenheit Grund und Boden.

Jahn, Merke zum Deutschen Volkstum, 1833

Nichtwirsind in der Zeit, sondern die Zeit – oder vielmehr nicht sie, sondern die reine absolute Ewigkeit istin uns!

Schelling, Philosophische Briefe über Dogmatismus und Kriticismus, 1795

Ein Wassertropfen in verschlungnen Kehren in meiner Hand herniederlief, zu weitrem Fall ihr zu entgleiten; da eilt' ihn schon die Sonne zu verzehren. So suchst du dich in deiner Handvoll Zeit hinab, hinweg zu immer fernern Tiefen. Da – just wann dir Entscheidung zugewogen, trifft dich des Gottes unbarmherziger Bogen.

Morgenstern, C., Gedichte. Und aber ründet sich ein Kranz, 1902

Wie souverän doch ein Dummkopf die Zeit behandelt! Er vertreibt sie sich oder schlägt sie tot. Und sie läßt sich das gefallen. Denn man hat noch nie gehört, daß die Zeit einen Dummkopf vertrieben oder totgeschlagen hat.

Kraus, Sprüche und Widersprüche, 4. Auflage 1924 (EA: 1909). III. Mensch und Nebenmensch

Menschenkinder, opfert die Zeit der Ewigkeit!

Jean Paul, Herbst-Blumine oder gesammelte Werkchen aus Zeitschriften, 3 Bde., 1810-20. Drittes Bändchen. V. Die Schönheit des Sterbens in der Blüte des Lebens, und ein Traum von einem Schlachtfelde, 1813

Es wird zu allen Zeiten Menschen geben, die von den Ansichten ihres Jahrhunderts, ihres Landes und ihrer Gesellschaft beherrscht werden.

Rousseau, Abhandlung über die Wissenschaften und Künste, 1749. Vorwort

Unendliche Zeit Wirklich, bist du zu schwach, dich der seligen Zeit zu erinnern? Über dem dunkelnden Tal zogen die Sterne herauf, Wir aber standen im Schatten und bebten. Die riesige Ulme Schüttelte sich wie im Traum, warf einen Schauer herab Lärmender Tropfen ins Gras: Es war keine Stunden vergangen Seit jenem Regen! Und mir schien es unendliche Zeit. Denn dem Erlebenden dehnt sich das Leben: es tuen sich lautlos Klüfte unendlichen Traums zwischen zwei Blicken ihm auf: In mich hätte ich gesogen dein zwanzigjähriges Dasein – War mir, indessen der Baum noch seine Tropfen behielt.

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An der Quelle
 "An der Quelle saß der Knabe,"
 Ungetrübt sein Herz und klar,
 Wie im Frühling oder Sommer
 Dieses kleine Bächlein war.

 "An der Quelle saß der Knabe,"
 An der Quelle sitzt der Mann;
 Ach, wie doch so Vieles bleiben
 Und so viel sich ändern kann!

Eyth, E., Gedichte, 2. vermehrte Ausgabe 1851

Wenn niemand Zeit verlöre, würde niemand Zeit gewinnen.

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