Zeit Sprüche – klassisch

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Welchen Gedanken die Zeit Einmal erkoren Der ist gefeit und beschworen, Und wird ewig wiedergeboren Trotz allem Widerstreit. Seine Feinde mühen sich ab, Mit Schlingen und Banden, Sie machen ihn gerne zu Schanden Und wenn er schon längst erstanden, Hüten sie noch sein Grab.

Lingg, H., Gedichte. Band 2, Stuttgart 1868

Das Leben, das uns gegeben ist, ist lang genug und völlig ausreichend zur Vollführung auch der herrlichsten Taten, wenn es nur von Anfang bis Ende gut verwendet würde.

Seneca, Von der Kürze des Lebens (De Brevitate Vitae), um 49 n. Chr. 1. Kapitel. Übers. Otto Apelt (1923) Originaltext: Satis longa vita et et in maximarum rerum consummationem large data est, si tota bene collocaretur

Wer begreift den Wert der Zeit? Nur die kennen ihn, die sie verloren haben.

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Lästert nicht die Zeit, die reine! Schmäht ihr sie, so schmäht ihr euch; Denn es ist die Zeit dem weißen, Unbeschriebnen Blatte gleich, Das Papier ist ohne Makel, Doch die Schrift darauf gebt ihr! Ist die Schrift just nicht erbaulich, Nun, was kann das Blatt dafür?

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»Zeitraum«: das ist ein Quodlibet der Ewigkeit. Man versuche einmal, sich ohne Kopfschmerzen die Raumzeit vorzustellen.

Kraus, Pro domo et mundo, 1912. VI. Zufälle, Einfälle

Zeit ist ein Geheimnis, eine Urfrage ohne Antwort.

Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlaß, unter Mitwirkung von Manfred Schröter hg. von Anton Mirko Koktanek, C. H. Beck 1965

Wie du sie selber benutzest, die Zeit, Ist sie, dir zu dienen oder zu schaden, bereit.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1874

Ein Hilfsmittel großer Zeitersparnis ist: Alles gleich recht machen, nicht bloß vorläufig.

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Die Stunde ist die körperliche Hülle der Ewigkeit – es lieben sich ewig, die sich auch nureineStunde geliebt.

Börne, Der Roman, 1822/23

Die Zeit: Dieser alte Mann – glatzköpfiger Betrüger.

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In diesen Zeiten ist alles Politik.

Kierkegaard, Der Einzelne (Den enkelte). Zwei 'Noten' betreffs meiner Wirksamkeit als Schriftsteller, entstanden 1846-47. Vorwort. Übersetzt von Albert Dorner und Christoph Schrempf, 1922

Stoßseufzer Stunden gehen, immer Stunden, Wer hat doch die Qual erfunden? An den Stuhl wie angebunden Sitzt man, bis der Tag entschwunden. In den Stunden, in den Stunden Wird geplagt man und geschunden, Und die einzigen, die uns munden, Sind halt doch die Schäferstunden!

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Du möchtest der Zeit nach immer leben, mein lieber Piepmeyer? Aber wenn du auf immer neuen Planeten ewig ein neues Zeitleben lebst, so kommt es in jedem derselben immer nur darauf an, ob du vermagst, ins Zeitlose emporzusteigen. Von der endlosen Zeit, mein Lieber, hast du gar nichts.

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Der Zeit kann und muß nichts vorgreifen, nicht Religion, nicht Weisheit, sie leidet es nicht; nur sie kann den Schmerz lindern.

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Noch kommt mit der Unsterblichkeit gepaart die Zukunft ewig strömend zu dir her und schafft auf ihrem unbewegten Meer in dir den Wellenschaum der Gegenwart; sie prallt in unergründlich schneller Fahrt aufgischtend an deiner Seele Wehr und bricht durch dich in einem Sturze, der schon als Vergangenheit sich offenbart. Bis eines Tages sich der Schaum zerstreut und deiner Seele Balkenwerk zerfällt – und Strom ist nicht mehr Strom, still steht die Zeit : fort strömt die Zeit und trägt die tote Welt auf ungeteilter Flut zur Ewigkeit, wo sie mit ihrer Last als Wort zerschellt.

Sack, Paralyse. Romanfragment, Erstdruck 1913/14

Wenn du der Stunde dienst, beherrschest du die Zeit; Wirk' auf den Augenblick! er wirkt in Ewigkeit.

Rückert, Gedichte. Die Weisheit des Brahmanen, 1836-1839

Wehe dem Zeitalter, das über seine Richter zu Gericht sitzt!

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Nicht jede Zeit findet ihren großen Mann, und nicht jede große Fähigkeit findet ihre Zeit. Vielleicht sind jetzt sehr große Männer vorhanden für Dinge, die nicht vorhanden sind.

Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905 (posthum). V. Das Individuum und das Allgemeine

Du fragst, was ist die Zeit? Und was die Ewigkeit? Wo hebt sich Ew'ges an und hebet auf die Zeit? Die Zeit, sobald du sie aufhebst, ist aufgehoben, Wo dich das Ewige zu sich erhebt nach oben. Die Zeit ist nicht, es ist allein die Ewigkeit, Die Ewigkeit allein ist ewig in der Zeit. Sie ist das in der Zeit sich stets gebärende, Als wahre Gegenwart die Zeit durchwährende. Wo die Vergangenheit und Zukunft ist geschwunden In Gegenwart, da hast du Ewigkeit empfunden. Wo du Vergangenheit und Zukunft hast empfunden Als Gegenwart, da ist die Ewigkeit gefunden.

Rückert, Gedichte. Die Weisheit des Brahmanen, 1836-1839

Der Kaufpreis der Ewigkeit ist die Zeit.

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Ja, so groß ist die Torheit der Menschen, daß, während sonst auch das Kleinste und Unbedentendste, wenn es nur überhaupt ersetzbar ist, von dem Empfänger als Schuldposten anerkannt wird, niemand sich als Schuldner fühlt dem gegenüber, der ihm seine Zeit gewidmet hat, während doch gerade dies das Einzige ist, was auch der Dankbare nicht wiedererstatten kann.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 1. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924)