Zeit Sprüche – klassisch

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Die Zeit beugt sich nicht zu dir; du mußt dich ihr beugen.

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Kommst du heute nicht, so kommst du morgen.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Menschen von einigem Talent (wie Erhard) haben sich so sehr mit den gestickten Gewändern des Jahrhunderts umhangen, so viel Fremdes, was schön ist, umlegt ihr Eignes, das auch schön ist, daß man kaum zum eigentlichen Wesen durchdringen kann. Nehmt ihnen die Zeit ab: wie wenig sind sie von denen verschieden, auf die sie herabsehen! – Es sollte eine Abschälungstheorie geben, um den, der viel von der Zeit geborgt, doch nicht über den zu setzen, der wenig geborgt.

Jean Paul, Bemerkungen über den Menschen, 1803-1817. Februar 1803

Eozän, das: Erste der drei großen Perioden, in die Geologen das Alter der Welt unterteilt haben. Aus dem Eozän stammen die meisten bekannten Witze.

Bierce, Des Teufels Wörterbuch (The Cynic's Word Book), 1906 (1909 als »Devil’s Dictionary« in ›Collected Works‹, Vol. 7)

O! der ist aus dem Himmel schon gefallen, Der an der Stunden Wechsel denken muß!

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Die Piccolomini, 1799. 3. Akt, 3. Auftritt, Max

Die Zeiten leben in der Geschichte durch ihre Anachronismen.

Wertheimer (Hg.), Weisheiten von Oscar Wilde, übersetzt von Paul Wertheimer, 1921 (EA: 1907)

Drei Dinge kehren nie: Der Pfeil, der abgeschossen, Das ausgesprochne Wort, Die Tage, die verflossen.

Daumer, Mahomed und sein Werk. Eine Sammlung orientalischer Gedichte, 1848. XLI. Omar spricht

Glaube mir es steht unendlich viel in unserer Gewalt, wir haben unser Vermögen nicht gekannt – dieses Vermögen ist die Zeit. Eine gewissenhafte sorgfältige Anwendung dieser kann erstaunlich viel aus uns machen. Und wie schön wie beruhigend ist der Gedanke, durch den bloßen richtigen Gebrauch der Zeit, die unser Eigenthum ist, sich selbst, und ohne fremde Hilfe ohne Abhängigkeit von Außendingen, sich selbst alle Güter des Lebens erwerben zu können. Mit welchem Rechte können wir das Schicksal oder den Himmel darüber belangen, daß er uns weniger als andre begünstigte. – Er gab uns Zeit und wir haben alles sobald wir Verstand und ernstlichen Willen haben mit diesem Kapital zu wuchern.

Schiller, F., Briefe. An Ferdinand Huber, 28. August 1787

Jede große Zeit erfaßt den ganzen Menschen.

Mommsen, Römische Geschichte, 3 Bde., 1854-56

Zeit haben heißt Willen haben. Die Willensschwachen haben nie Zeit.

Leixner, Der Weg zum Selbst, 1905

Die Zeit ein stetes heute Was heute gestern heißt, das hieß man gestern heute. Was heute morgen ist, wird morgen heute seyn. Und dennoch sorget ihr für morgen, blinde Leute! Weils morgen heut' auch ist, so sorgt für heut' allein.

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Tausend Jahre, mit dem unendlichen Halm gemessen, sind bloß ein Stück Häckerling.

Busch, Aphorismen, Reime und Sinnsprüche

Die Erinnerung (Nach dem Spanischen.) »Gute Zeiten, sel'ge Stunden, Sagt, wo seid Ihr hingeschwunden? Und zum Unglück oder Glück Blieb mir Euer Bild zurück?« »Hin zu neuer Jugend Stunden Sind wir leise hingeschwunden; Und zur Labung und zum Glück Blieb Dir unser Bild zurück.« »Euer Bild? Wie ungenossen Sind der Tage viel verflossen! Trübe kommt dem matten Blick Reue oft statt Trost zurück.« »Auch der Reue süße Schmerzen Sind ein Balsam kranker Herzen. Neuer Muth ist Lebensglück; Schaue vor Dich, nicht zurück!« »Vor mich? Sieh, auf jenem Hügel In der Abendröthe Spiegel Seh' ich eine Urne stehn; Darf ich, darf ich zu ihr gehn?« »Geh hinan! Die goldnen Stunden Haben kränzend sie umwunden. Lies die Inschrift, glänzend-schön: ›Auch hier ist Arkadien!‹«

Herder, J. G., Gedichte. Originaltext

Früh in blühender Jugend lern', o Jüngling, Lebensglück. Sie entfliehn, die holden Jahre! Wie die Welle die Welle treibet eine Stunde die andere. Keine kehret zurück, bis einst dein Haupthaar Schneeweiß glänzet, der Purpur deiner Lippen Ist erblichen; nur eine Schönheit blieb dir - Männliche Tugend.

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Fort, daß wir müßig nicht die Zeit versitzen: Die Stunde, die noch unser, laßt uns nützen!

Shakespeare, Verlorene Liebesmüh, dt. auch: Liebes Leid und Lust (Love’s Labour’s Lost), Erstdruck 1598

Die Zeit ist die kostbarste aller Gaben, die Gott uns gegeben hat; darum müssen wir sie auf eine Art nutzen, die zeigt, wie hoch wir diese Gabe schätzen.

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Lied In allen trüben Stunden, Die mir die Welt gebracht, Hab' ich allzeit empfunden Des alten Wortes Macht: Ein Saatgefilde ist die Zeit, Du erntest Lust, du erntest Leid – Der Tag hat seine Stunden Und ihre Zeit die Nacht. Das hab' ich immer feste Gehalten vor dem Sinn, Es kam und schwand das Beste So wie das Schlimmste hin. Harr' aus nur eine Weile lang, Bis es erinnernd wiederklang, Und was da bleibt vom Reste, Der Rest bleibt doch Gewinn.

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Zeitlied Die Träumer und Propheten, Die raten und die reden Viel von der Ewigkeit. Wohlan, wers kann, der fliege! Wir steigen auf der Stiege Bescheiden, stufenweise; so dienen wir der Zeit. Wir bleiben auf der Erden, Hier gilt es reif zu werden In Kraft und Fröhlichkeit. Das ist des Lebens Segen: Im Lichte sich zu regen; Wir messen unsre Kräfte am Kraftmaß unsrer Zeit. Sie gibt uns viel, wir geben Ihr unser ganzes Leben In Kindesdankbarkeit; Das Erbe gilts zu mehren, Daß wir mit ihr in Ehren Vor uns bestehen können, froh einer reichen Zeit. Schön soll sie sein, und Stärke Das Merkmal ihrer Werke; Der Kraft sei sie geweiht, Die Seele, Geist und Triebe Umfaßt mit gleicher Liebe, Daß wir mit Stolz bekennen: wir dienen dieser Zeit.

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Die Zeit ist die Arznei der Seele.

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Was man schon vorgestern hätte tun sollen, hat auch bis übermorgen Zeit.

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Die Zeit ist das Kostbarste, was man verschwenden kann.

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