Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

708 Sprüche Aufklärung

O das ist herrlich, daß jeder glaubt, mehr vom andern zu empfangen als er gibt! O Liebe, Liebe! Die Armut des Reichtums - und welche Kraft wirkt's in mich, da ich im andern alles umarme, was mir fehlt, und ihm noch dazu schenke, was ich habe.

Goethe, J. W., Briefe. An Friedrich Heinrich Jacobi,13. August 1774

Wer von reiner Lieb entbrannt, Wird vom lieben Gott erkannt.

Goethe, J. W., Gedichte. West-östlicher Divan, 1814 - 1819. Buch der Betrachtungen. Tefkir Nameh

Wenn sich zweie lieben sollen, Braucht man sie nur zu scheiden.

Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil, 1808. Walpurgisnachtstraum, Oberon

Ob ich dich liebe, weiß ich nicht Ob ich dich liebe, weiß ich nicht. Seh ich nur einmal dein Gesicht, Seh dir ins Auge nur einmal, Frei wird mein Herz von aller Qual. Gott weiß, wie mir so wohl geschicht! Ob ich dich liebe, weiß ich nicht.

Goethe, J. W., Gedichte. Sesenheimer Lieder

Ach die Liebe, Freude, Wärme und Wonne, die ich nicht hinzubringe, wird mir der andere nicht geben, und mit einem ganzen Herzen voll Seligkeit werde ich den andern nicht beglücken, der kalt und kraftlos vor mir steht.

Goethe, Die Leiden des jungen Werther, 1774; hier in der zweiten Fassung von 1787. Zweites Buch

Denn das Gute, Liebe, Schöne, Leben ist's dem Lebensband.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Zahme Xenien 3, 1824

Liebe schwärmt auf allen Wegen, Treue wohnt für sich allein; Liebe kommt Euch rasch entgegen, aufgesucht will Treue sein.

Goethe, J. W., Briefe. An Charlotte von Lengefeld, im Dezember 1787

Wer keine Liebe fühlt, muß schmeicheln lernen, sonst kommt er nicht aus.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Kunst und Altertum, 4. Bandes 2. Heft, 1823. Eigenes und Angeeignetes

Segen denen, die gefunden Früher Liebe Rosenstunden!

Goethe, Zu Schillers und Ifflands Andenken. Nachspiel zu den Hagestolzen, 1815

Lieben belebt.

Goethe, J. W., Briefe. Schrieb Goethe auf eine Autogrammkarte am 28. August 1830

Krone des Lebens, Glück ohne Ruh, Liebe, bist du!

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Lieder. Aus: Rastlose Liebe

Amor bleibet ein Schalk, und wer ihm vertraut, ist betrogen.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Aus: Elegien 1

Entzieht euch dem verstorbnen Zeug, Lebend'ges laßt uns lieben!

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Zahme Xenien, Kap. 3

Daß soviel Selbstisches in der Liebe ist, und doch, was wär' sie ohne das!

Goethe, J. W., Briefe. An Charlotte von Stein, am 20. April 1779

Tadelt man, daß wir uns lieben, Dürfen wir uns nicht betrüben, Tadel ist von keiner Kraft. Andern Dingen mag das gelten; Kein Mißbilligen, kein Schelten Macht die Liebe tadelhaft.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Inschriften, Denk- und Sendeblätter

Wonne der Wehmut Trocknet nicht, trocknet nicht, Tränen der ewigen Liebe! Ach, nur dem halbgetrockneten Auge Wie öde, wie tot die Welt ihm erscheint! Trocknet nicht, trocknet nicht, Tränen unglücklicher Liebe!

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Lieder

Der liebt nicht, der die Fehler des Geliebten nicht für Tugenden hält.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus dem Nachlass. Über Literatur und Leben

Lieben heißt leiden. Man kann sich nur gezwungen (natura) dazu entschließen, das heißt, man muß es nur, man will es nicht.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Friedrich Wilhelm Riemer, 11. Juli 1810

Die Liebe nennet sich zuerst Vertraulichkeit.

Goethe, Die Mitschuldigen, entstanden 1768/69. 4. Szene, Sophie zu Alcest

Es füllt sich ganz das Herz von Zärtlichkeit – Sie ist's, sie steht vor mir. Welch ein Gefühl! Ist es Verirrung was mich nach dir zieht? Ist's Raserei? ist's ein erhöhter Sinn, Der erst die höchste reinste Wahrheit faßt? Ja, es ist das Gefühl, das mich allein Auf dieser Erde glücklich machen kann; Das mich allein so elend werden ließ, Wenn ich ihm widerstand und aus dem Herzen Es bannen wollte.

Goethe, Torquato Tasso, 1807. 5. Akt, 4. Szene, Tasso zur Prinzessin

Der Schmerz um Liebe, wie die Liebe, bleibt Unteilbar und unendlich.

Goethe, Die natürliche Tochter, 1803. Dritter Aufzug, zweiter Auftritt, Herzog