Marcus Tullius Cicero
Jede Tätigkeit und Pflicht, welche die Verbindungen der Menschen und die bürgerliche Gesellschaft zu schützen vermag, ist derjenigen vorzuziehen, welche sich auf Erkenntnis und Wissenschaft bezieht.
O wie trügerisch ist die Hoffnung der Menschen, wie gebrechlich ihr Glück, wie nichtig all unser Streben!
Es ist keine Pflicht unausweichlicher als die, Dank abzustatten.
Dankbarkeit ist nicht nur die größte aller Tugenden, sondern auch die Mutter von allen.
Alle aber hassen den, der einer Wohltat nicht eingedenk ist.
Sicher ist, dass man sterben muss, unsicher, ob bereits an diesem Tag.
Einen Zwang des Schicksals gibt es nicht.
Wenn auch das meiste oder gar alles von ungefähr, blindlings und zufällig geschehen würde – würde dann etwas auf andere Weise geschehen, als es jetzt geschieht?
Was für ein größeres und besseres Geschenk können wir dem Gemeinwesen darbringen, als wenn wir die Jugend lehren und unterrichten, zumal bei den gegenwärtigen Sitten und Zeiten, wo sie sich so verrannt hat, dass sie mit aller Macht gezügelt und in Schranken gehalten werden muss!
Heilsame Strenge erreicht mehr als der leere Schein der Milde.
Denn da dies von Natur den Lebewesen gemeinsam ist, die Lust zu zeugen, liegt die erste Gemeinschaft in der Ehe selbst, die nächste in den Kindern, dann die Einheit des Hauses, die Gemeinsamkeit in allem. Das aber ist der Anfang der Stadt und gleichsam die Pflanzschule des Gemeinwesens.
Das Greisenalter, das wir alle zu erreichen wünschen, klagen alle an, wenn sie es erreicht haben.
Vor nichts muß sich das Alter eher hüten, als sich der Lässigkeit und Untätigkeit zu ergeben.
Niemand ist so alt, dass er nicht noch ein Jahr leben zu können glaubt.