Alter Sprüche – zeit

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Graue Haare sind Kirchhofsblumen.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

"Madame, der Herbst Ihres Lebens ist mehr wert als der Frühling Ihrer Gefährtin."

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Jede schöne Rose wird einmal eine Hagebutte.

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Nicht die Jahre, sondern die Untätigkeit macht uns alt.

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Das Wiedersehen Der Weltraum fernt mich weit von dir, So fernt mich nicht die Zeit. Wer überlebt das Siebzigste Schon hat, ist nah bei dir. Lang sah ich, Meta, schon dein Grab, Und seine Linde wehn; Die Linde wehet einst auch mir, Streut ihre Blum' auch mir, Nicht mir! Das ist mein Schatten nur, Worauf die Blüte sinkt; So wie es nur dein Schatten war, Worauf sie oft schon sank. Dann kenn' ich auch die höhre Welt, In der du lange warst; Dann sehn wir froh die Linde wehn, Die unsre Gräber kühlt. Dann... Aber, ach, ich weiß ja nicht, Was du schon lange weißt; Nur daß es, hell von Ahndungen, Mir um die Seele schwebt! Mit wonnevollen Hoffnungen Die Abendröte kommt: Mit frohem, tiefen Vorgefühl Die Sonnen auferstehn!

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Das Altern meines Körpers und meiner Gestalt ist eine Wunde von einem entsetzlichen Messer.

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Auch des Lebens Abend hat seine Betzeitglocke.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Andern altert das Herz zuerst und andern der Geist. Und einige sind greis in der Jugend: aber spät jung erhält lang jung.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Erster Teil. Die Reden Zarathustras, 1883. Vom freien Tode

Auf das Alter Dem Alter nicht, der Jugend sei's geklagt, Wenn uns das Alter nicht behagt.

Lessing, G. E., Gedichte. Sinngedichte, Nachlese

Wenn das Haupt wackelt, so fallen die Füße auch.

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Erwartung und Erfüllung In den Ozean schifft mit tausend Masten der Jüngling, Still, auf gerettetem Boot treibt in den Hafen der Greis.

Schiller, F., Gedichte. Hier: 1797

Der Mensch wird schließlich mangelhaft, die Locke wird dahingerafft.

Busch, Bildergeschichten. Die fromme Helene, 1872

Das Alter bringt in unsre Seele sowohl Runzeln, als in unser Gesicht, und man trifft keine Seele an, die nicht im Alter nach Säure und Schimmel röche.

Charron, Die wahre Weisheit oder Sittenlehre des Weltbürgers (De la Sagesse, 1601), dt. Übersetzung in 2 Bänden, 1779/80

Man kann das Älterwerden nicht vermeiden, wohl aber das Altern.

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Stets war's der ganzen Welt gemein, daß Jugend grünt und blüht, doch jung in alten Tagen sein, das lerne dein Gemüt.

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Ist der Mantel alt, so ist er kalt.

Mechthild von Magdeburg, Das fließende Licht der Gottheit, 1869. VI, 21

Erst das Alter verhärtet gewöhnlich das Herz der Minister.

Voltaire, Der Freimütige (Le Huron ou l'Ingénu), 1767

Manche glauben nicht zu altern, weil ihre Torheiten sich verjüngen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Woran man erkennt, dass man alt wird? Wenn man aufhört zu hoffen und anfängt, sich zu erinnern.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Es ist sehr schade, daß die Kräfte in dem Alter abnehmen, in dem der Geschmack sich vervollkommnet.

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Wenige verstehen es, alt zu werden.

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