Alter Sprüche – zeit

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Wir werden nur klüger, nicht besser mit dem Alter, und unseres Herzens gefährlichste Feinde sind die Jahre.

Meyern, Dya-Na-Sore, oder die Wanderer. Eine Geschichte aus dem Sams-kritt übersetzt, 3 Bde., 1787-91

Das Alter verklärt oder versteinert.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen (in: Neue Monatshefte für Dichtkunst und Kritik), 1877

Ich wollte schon immer alt werden, wenn nur die, die um mich her sind, jung blieben.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 8. März 1833

Man sagt, ich sei dreißig Jahre alt. Wenn ich aber drei Minuten in einer gelebet habe – bin ich dann nicht neunzig Jahre alt?

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Daß die Herzen mancher Greise – Wohl ganz seltsamer Weise – Ungeheuer Schnell ins Feuer Oft geraten, wenn sie schauen Schöne Mädchen oder Frauen, Schneller als bei Jungen dies mitunter Vorzukommen pflegt – nimmt mich nicht Wunder; Denn das grüne Holz ist ja viel nässer, Und das dürre brennt d'rum immer besser.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Wenn wir alt sein werden, wenn der Ruhe Dämmerung leis in immergleichem Atemzuge uns im Herzen haucht, wenn das Auge matt und milde blickt, kältre Farben sieht und flockigen Umriß, wenn der Hände Drücke, altersfaltenweich, immer abschiednehmender, zag sich fühlen, wenn das Hirn, von Erkenntnis starr, immer kälter wird, und der Hoffnung warmer Taubenflügelschlag nicht mehr linde Glücksgedankenwellen schlägt, wenn an Rosen-Statt Herbstzeitlose blaßt ... Sonne, Sonne! Du auch wirst mir dann verbleichen, die ich kindlich und anbetend liebe. Eine Wärme nur, eine Liebe nur, nur einen Glauben dann werd ich mir wahren: dich du traumvergangene Heilige.

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Wenn ich dereinst ganz alt und schwach, Und 's ist mal ein milder Sommertag, So hink' ich wohl aus dem kleinen Haus Bis unter den Lindenbaum hinaus. Da setz' ich mich denn im Sonnenschein Einsam und still auf die Bank von Stein, Denk' an vergangene Zeiten zurücke Und schreibe mit meiner alten Krücke Und mit der alten zitternden HandBerthaSo vor mir in den Sand.

Busch, W., Gedichte. Kritik des Herzens, 1874

Der Winter will eine Decke haben, das Alter aber unangefochten sein.

Stobaios, Eclogae und Florilegium (antike Sammlung von Exzerpten und Lehrmeinungen)

Ist das Alter entfernt, wer wünscht es nicht? Kommt es denn endlich, Tadelt es jeder; als Schuld dünkt es uns schöner zu sein.

Haug/Weisser (Hg.), Epigrammatische Anthologie, 10 Bde., 1807-1810

Es ist eine traurige Stärke des Alters, dass es auf alles verzichten kann.

Pauly, Aphorismen, 1905

Nichts macht so alt als der Eifer, jung zu scheinen.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

"Die Zeit heilt alle Wunden", ist Dein Wahn? O Freund, fang' doch zu überlegen an, Und Du gelangst zu ganz and'rer Kunde. Hat – neben Vielem, was dem Menschen droht – Hat je die Zeit geheilt des Alters Noth, Und ist das Alter nicht die schlimmste Wunde?

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Wenn man alt ist, denkt man über die weltlichen Dinge anders, als da man jung war.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Johann Peter Eckermann, 6. Dezember 1829

Die Lebenstage der Menschen gleichen den sybellinischen Büchern: Je weniger davon übrig sind, desto kostbarer werden sie.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Vor Zeiten zu Jerusalem Da lebt' ein weiser König, Blieb schuldig keine Antwort wem, Er liebt' und trank nicht wenig; Doch als er alt geworden war, Gebeugt der stolze Scheitel, Die Waden dünn, schneeweiß das Haar, Papier statt Gold im Beutel – Da schrie er in Jerusalem: 's ist Alles, Alles eitel!

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Es ist ein Jammer, daß die Zeit so kurz ist zwischen der Spanne, wo man zu jung, und jener, wo man zu alt ist.

Montesquieu, Meine Gedanken (Mes pensées), 1899-1901 (posthum), übersetzt von Fritz Schalk. Über das Glück

Nichts gewinnt so sehr durch das Alter wie Brennholz, Wein, Freundschaften und Bücher.

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Fromm in der Jugend, ein Teufel im Alter.

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Man sagt vom Alter, es sei geschwätzig, aber ich dächte doch, es dürfte gesprächig sein; man hat viel zu sagen und sagts doch wohl auch kühnlich, was man früher weislich davon gehen ließ.

Goethe, J. W., Briefe. An H. G. Hotho, 19. April 1830

Das Alter ist eine eigene Macht, die sich nach ihren besonderen Gesetzen und Bedingungen entfaltet. Es ist die Zeit einer im vorausgegangenen Leben noch nicht so dagewesenen Ruhe und Befriedigung.

Grimm, Rede über das Alter, 1860

Das Urteil des Greises zittert weniger als sein Haupt.

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Das Alter (Fortsetzung)