Alter Sprüche – zeit
646 Sprüche gefunden
Wer dem Alter erliegt, wem herbstlich die Stirn sich entlaubt hat, wankt dreifüßigen Gangs. (Am Stock)
Auf der großen Zeituhr steht ein einziges Wort »Jetzt«. Auf der Straße »Nachundnach« erreicht man das Haus »Niemals«.
Feigherzig und geschwätzig ist das Alter.
Der Schrecken kann den Menschen in kurzer Zeit um viele Jahre älter machen; schon mancher ist über Nacht Großvater geworden.
Die Menschheit ist wirklich jung. Es genügt eine Kette von 84 Hundertjährigen, um in die Zeiten eines Theseus und in die prähistorischen Zeiten zurückzukommen.
Jedes Jahr des Lebens, wie es abgeht, nimmt auch was von uns als Beute mit.
Was uns älter macht, ist nicht die Zunahme an Jahren, sondern das Aufgeben unserer Ideale.
Es ist kein Pferd so gut, es wird zuletzt eine Mähre.
Einem Greis Das Haar schneeweiß, Die Wangen so hohl, Bald, bald Lebwohl; Und noch die Stirne so heiß? Dein Schifflein stoßt Schon ins Meer, zum Land Streckst du die Hand Noch, überhangend, um Trost; Um Trost und Genuß, Um Hab und Halt, Und bist schon so alt: »O daß man sterben muß!« Zieh ein die Hand! Den Bück hinaus Ins Meer! nach Haus! Denk an den ewigen Strand! Nicht scheide so schwer; Wenn du rückverlangst Und überhangst, So sinkst du hinab ins Meer.
Seien wir Männer mit den Männern, immer aber Kinder vor Gott, denn in seinen Augen sind wir ja nur Kinder. Selbst das Alter ist vor der Ewigkeit nur der erste Augenblick eines Morgens.
Das Alter hat viel Häßliches und Dummes, aber das eine Kluge hat es, daß es einsieht: nichts ist von besonderer Wichtigkeit, und man kann es so machen oder auch so.
Das Alter kehrt sich nicht an Potentaten, Und Runzeln sind verdammte Demokraten.
Zu glücklich und zu heiter Wär' unser Los auf Erden, Wenn unsre Jugendzeit, wo doch noch Wonnen, Wenn auch aus Leidensbronnen, Erglühn, andauerte durchs ganze Leben. Zu mild wär' der Beschluß auch Der Götter, der zum Tod verdammt das Leben, Wenn nicht auch noch des Lebens letzte Hälfte Zuvor uns düstrer machte Das Schicksal, als den Tod, vor dem wir beben. Als würdige Erfindung Unsterblich weiser Geister Und letztes Übel gaben uns die Götter Das Alter, wo die Sehnsucht Noch währet, doch vernichtet ist die Hoffnung, Versiegt der Born der Lust, das Maß der Leiden Erfüllt bis an den Rand, erschöpft die Freuden.
Wir gleichen im Alter einem Luftschiffer, der getrennt von der Erde im umgeheuern Raume schwimmt, mit dem erhabenen Vorgefühl der Hoffnung, wenn die Seele sich vom Leibe trennt, wie der Luftschiffer von der Erde, und im Alter lernt man vieles, was man in der Jugend nicht begreifen wollte, folglich auch die Verschiedenheit der Seele und des Leibes.
Groß war einstmals die Ehrfurcht vor dem grauen Haupte, und in ihrem Werte stand die Runzel des Alters.
Die Jugend erlaubt sich manche Willkür, das Alter gehorcht unwillig der Notwendigkeit.
Bedenkt: der Teufel, der ist alt, So werdet alt, ihn zu verstehen!
Es muss einer schon in vielen Stücken abgestorben sein, bis er sich alt fühlt. Der gesunde Geist kommt sich immer jung vor.
Ich neide nichts, ich laß es gehn Und kann mich immer manchem gleich erhalten; Zahnreihen aber, junge, neidlos anzusehn, Das ist die größte Prüfung mein, des Alten.
Die Jahre Die Jahre sind allerliebste Leut: Sie brachten gestern, sie bringen heut, Und so verbringen wir Jüngern eben Das allerliebste Schlaraffenleben. Und dann fällt's den Jahren auf einmal ein, Nicht mehr wie sonst bequem zu sein, Wollen nicht mehr schenken, wollen nicht mehr borgen Sie nehmen heute, sie nehmen morgen.
Das Alter ist eigentlich eine Krankheit.