Alter Sprüche – zeit
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Das Alter kommt plötzlich und nicht nach und nach, wie man immer sagt.
Das Alter erscheint mit den Jahren allmählich, aber mit einer Krankheit oder einem großen Unglücksfall, den nichts je wieder gut machen kann, plötzlich.
Amarylle Oh stille Amarylle, Du blühst, wenn Herbst schon leer. Von Frucht- und Blütenfülle Bliebst du mir und nichts mehr. Ich trug dich in mein Zimmer, Balkon war schon zu kalt. Leucht Sommers letzten Schimmer Du mir. Das Jahr ist alt. Und alt ist auch mein Herz schon, Und weiß ist schon mein Haar. Sei du mein letzter Herbstlohn – Stumm, traurig. Und was mir war An Herzblühn und Geistfruchtzeit, Ist abgewelkt, wurmtaub. Auf Schmerz und Mühn und Sucht streut Enttäuschung totes Laub. Ach wenn auf meinem Grab nur Die stille Flamme ständ! Oh Amaryll, ich hab nur Das Licht, das jenseits brennt.
Der Greis ist ehrwürdig, so lange er kein Jüngling sein will.
Warum erblickt man im Alter das Leben, welches man hinter sich hat, so kurz? Weil man es für so kurz hält, wie die Erinnerung desselben ist. Aus dieser nämlich ist alles Unbedeutende und viel Unangenehmes herausgefallen, daher wenig übrig geblieben.
Lacht nur über das Alter, ihr Jungen, ihr lacht nur über eine Vergangenheit, die eure Zukunft ist!
Das Alter ist ein großes Übel, denn es beraubt den Menschen aller Genüsse, läßt ihm aber das Verlangen danach und bringt alle Leiden mit sich.
Jugend im Alter Wie auch spät noch im Herbst um wetterzerfressenen Zaunpfahl Windenblume sich schlingt mit weißem Lilienkelche, so auch frage du nichts nach der Borke herbstlicher Jahre! Farbige Blüte dir web' auch ins entblätterte Alter!
Wie für unterschiedliche Jahreszeiten, so ziemt sich auch für unterschiedliche Lebensalter eine andere Handlungsweise.
Wenn es in den Bergen schneit [die Haare weiß werden], dann wird es kalt im Tal.
Des Menschen Leben ist dem Weine gleich; Der letzte Rest wird Essig.
Ein leeres Wort ist's, wenn ein Greis den Tod sich wünscht, das Alter lästert und die lange Lebenszeit. Erscheint die Todesstunde, dann will keiner mehr verscheiden, und das Alter ist ihm keine Last.
Es ist mir unmöglich, Ihnen zu sagen, wie alt ich bin. Mein Alter verändert sich ständig.
Ihr, die ihr jung seid, verlacht nicht den weißhaarigen Greis; die Blume, die sich entfaltet, wie viele Tage wird sie rot bleiben?
Das mittlere Alter ist die Zeit, in der ein Mann glaubt, daß er sich in einer oder zwei Wochen wieder so gut wie früher fühlen wird.
Kleine, wenn wir alt geworden … Kleine, wenn wir alt geworden, Hat das Leben uns getrennt – Du im Süden, ich im Norden, Wo den andern keiner kennt. Deine Taille nicht mehr zierlich, Deine Rosenwangen blaß, Und behäbig-reputierlich Handelst du mit irgendwas. Ich – von mancher Lebensschlappe Schon gekerbt und wenig froh – Trage meine Aktenmappe Auf ein dämliches Bureau. Kleine, wenn wir alt geworden, Gibt sich unser leichter Sinn; Und ich kriege einen Orden, Weil ich so manierlich bin. Und was dir das Herz entflammte Ist verweht nach froher Frist, Und es führt zum Standesamte Dich ein Steuerakzessist. Und du liest in deinem Blättchen, – Abends liegt es vor der Tür, – Daß ich Lieder und Sonettchen Manchmal dichte noch, wie früh'r. Kleine, wenn sich Blüt' auf Blüte In die Haare steckt der Mai, Klingt ein Echo durchs Gemüte Und die Brust wird jung und frei. Wenn die Kinder längst entschliefen, Und der Alte sitzt beim Skat, Blätterst du in gelben Briefen – Aber nicht vom Steuerrat; Holst du dir die Liederbände, Die ich zärtlich damals schrieb; Und ich halte deine Hände, Und du hast mich wieder lieb. Kleine, höre was ich künde, Sieh mich lächelnd an dabei: Eine ew'ge große Sünde Ist der holde Monat Mai. Trotzend Muckern und Zeloten Raubt sich keck der Liebe List, Was auf Erden so verboten Und was, ach, so himmlisch ist. Denn wie wär' in dürren Tagen, Schneebedrückt und sorgenschwer, Wohl der Winter zu ertragen, Wenn kein Mai gewesen wär? Stunden, ach, zum Teufelholen Schleppt das Leben noch heran, Aber aus verrauschten Bowlen Mild erinnernd düftet's dann. Und auf gelben Blättern lesen Wir, wie einst der Puls uns schlug. Da wir keck und jung gewesen Und die Stirne Kränze trug. Ob den Frohsinn zu ermorden Uns ins Herz die Sorge kroch, Kleine, wenn wir grau geworden, Atmet unser Frühling noch!
Das Alter ist eine Krone von Nesseln, die Jugend von Rosen.
Tragt Sorge, daß das Alter euch nicht mehr Runzeln auf die Seele legt, als auf euer Angesicht.
Die Jugend hasst das Alter, weil es sie zu hemmen droht; das Alter hasst die Jugend, weil sie den Besitz bedroht.
Gut alt werden heißt: Ich habe gelernt zu verlieren.
Das Alter ist kein besonders interessantes Thema. Jeder kann ein Greis werden. Das, was du zu tun hast, ist einfach: viel leben.