Charakter Sprüche – nachdenklich

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Eigen ist's den Menschen, den der fällt, noch ganz zu stürzen.

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Nachahmen oder anfeinden ist der Charakter der Menge.

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Es gibt Menschen, die gehen auf Grund, wenn sie nur ein paar Schrotkörner abkriegen, und kommen dann nie wieder hoch.

Ibsen, Die Wildente (Vildanden), 1884

Urteile nicht abschließend über einen Menschen, ehe du nicht weißt, wie er sich bei Erbschaftsangelegenheiten betragen hat. Ich habe manchen für feinfühlig, rücksichtsvoll und gutherzig gehalten, der urplötzlich eine fast gemeine Ichsucht entfaltete, als es die Teilung eines Nachlasses galt.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Wohl wär es besser, überall dem Herzen zu folgen, doch darüber würde man sich manchen guten Zweck versagen müssen.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Die Piccolomini, 1799. 5. Akt, 1. Auftritt, Octavio

Schon die herbste Prüfung des Charakters ist die, daß man sich, eben als »Charakter«, nicht einmal soll umsehen dürfen, wenn Gassenbuben nach uns mit Steinen werfen.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Das ist das Unglück, daß ganze Völker wie einzelne Menschen um sich schlagen, nur um nicht sich schlagen zu müssen, daß sie das Unheil nach außen tragen, weil sie bei sich selbst nicht fertig werden.

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Willst du über den Charakter eines Einzelnen urteilen, so denke immer an die Gesamtheit.

Seneca, Vom Zorn oder Über den Zorn (De Ira). II, 31. Übersetzt von Otto Apelt (1923)

Es ist lächerlich, der eigenen Schlechtigkeit sich nicht entziehen zu wollen, was doch möglich, wohl aber der Schlechtigkeit anderer, was unmöglich ist.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 7,71. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Man kann einen starken, edlen Charakter, so wie den Diamanten, oft an einem einzigen Strahle erkennen, der von ihm ausgeht, und das leuchtende Feuer läßt dem verständigen Auge dann keinen Zweifel mehr übrig.

Keller, P., Gedichte und Gedanken, 1933

Wer möchte sagen, was von den ersten Eindrücken bestimmend auf die Entwicklung des Menschen wirkt? Der Charakter vielleicht ist angeboren, aber die ganze Richtung des Geschmacks wird wahrscheinlich bei weitem öfter durch jene ersten Eindrücke bestimmt, als man glaubt. Und zwar durch jene unbewußten Anschauungen, während der Begriff sich erst viele Jahre später dazu fügt.

Stahl, Isola bella, 1876

Wir müssen es einmal sagen, weil es uns schon lange auf dem Herzen liegt: Voltaire, Hume, la Mettrie, Helvetius, Rousseau, und ihre ganze Schule, haben der Moralität und der Religion lange nicht so viel geschadet, als der strenge, kranke Pascal und seine Schule.

Goethe, J. W., Theoretische Schriften. Bekehrungsgeschichte des vormaligen Grafen J. F. Struensee, von Dr. B. Münter, Kopenhagen 1722, in: Recensionen in den Frankfurter Gelehrten Anzeigen. Die Jahre 1772 und 1773

Die Würdigung eines Charakters hängt stets sehr von der Art ab, in welcher er unsere eigenen Interessen und Leidenschaften berührt. Wir finden es schwer, von denen Gutes zu denken, von denen wir durchkreuzt oder gedemütigt wurden, und wir sind bereit, jede Entschuldigung für die Laster derer zuzulassen, welche uns nützlich oder angenehm sind.

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Jede Sache verrät sich bei näherer Betrachtung; und ein Schluss auf den Charakter lässt sich auch aus den unbedeutendsten Dingen machen.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 52. Brief. Übersetzt von August Pauly (1833) Originaltext: Omnia rerum omnium, si observentur, indicia sunt, et argumentum morum ex minimis quoque licet capere

Es liegt in der deutschen Natur, alles Ausländische in seiner Art zu würdigen und sich fremder Eigentümlichkeit zu bequemen.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Johann Peter Eckermann, 10. Januar 1825

Wenn du ein Geldstück von Wert bist, so briefwechsle dich nicht zu oft.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1907

Habe immer etwas Gutes im Sinn.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. An meinen Sohn Johannes 1799

Erwarte nichts vom Treiben und den Treibern; und wo Geräusch auf der Gassen ist, da gehe fürbaß.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. An meinen Sohn Johannes 1799

Der Charakterstarke sucht zuerst alle Schuld bei sich, der Charakterlose beim anderen.

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Der wirklich edle Mensch kann wohl rauh, aber nie roh sein. Ein Mann soll sich als Kavalier zeigen! Welch ein schönes Wort! Auch ein solcher kann fehlen, aber selbst in seinen Schwächen wird sich ein gewisser Adel dokumentieren, wird eine gewisse Größe der Auffassung zur Geltung gelangen.

Heiberg, Schulter an Schulter, 2 Bde., 1889

Eins nur sei dein Tun, dein Denken Eins und dein Wollen!

Lavater, Taschenbüchlein für Weise, 1789. [18]