Ehe Sprüche

Sprüche über Ehe

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Ehe: So heiße ich den Willen zu zweien, das Eine zu schaffen, das mehr ist, als die es schufen.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Erster Teil. Die Reden Zarathustras, 1883. Von Kind und Ehe

Wo unter einem Dach beisammen zwei entgegen Gesetzte Winde sind, wird nie der Sturm sich legen.

Rückert, Gedichte. Die Weisheit des Brahmanen, 1836-1839

Gesehn, gehofft, gefunden Gesehn, gehofft, gefunden, gestanden und geliebt – drauf eine Zahl von Stunden durch keinen Schmerz getrübt. Gequält, getrennt, geschieden durch feindliches Bemühn – dahin der Seele Frieden, die süße Ruh dahin… Sich liebend treu geblieben, geklagt, gesehnt, geweint und dann, im bessern Drüben auf ewig doch vereint.

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Ehe schützt vor Minne nicht.

Stendhal, Über die Liebe (De l'Amour), 1822

Wem die Ehe ein Handel ist, der braucht für die Händel in der Ehe nicht zu sorgen.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Glücklicherweise hat die Vorsehung es so eingerichtet, daß die Männer selten die geistige Superiorität ihrer Frauen, wenn solche vorhanden ist, gewahr werden, sonst würde es noch mehr unglückliche Ehen geben, als es ohnedies schon gibt.

Dohm, Der Frauen Natur und Recht. Zur Frauenfrage. Zwei Abhandlungen über Eigenschaften und Stimmrecht der Frauen, 1876

Immer mehr greift die Auffassung Platz, daß die Ehe ein Geschäft sei, aus dem jeder der beiden Theile Nutzen zu ziehen sucht. Hat man sich in dieser Berechnung getäuscht, nun, so trennt man sich einfach wieder oder sucht, wenn man den Eklat fürchtet, sich auf weniger legitime Weise darüber zu trösten.

Aachener Kritische Revue, 1891-94

Die Harmonie zwischen den Ehegatten erfordert, dass sich in den Ansichten über Welt und Leben, falls sie nicht übereinstimmen, derjenige, der weniger darüber nachgedacht hat, dem unterordnet, der mehr darüber nachgedacht hat.

Tolstoi, Tagebücher. 1894

Konvenienz-Ehen gibt's, die fallen so schlecht aus – als wären's Liebes-Heiraten.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Familiengemälde Großvater und Großmutter, Die saßen im Gartenhag, Es lächelte still ihr Antlitz Wie sonn'ger Wintertag. Die Arme verschlungen, ruhten Ich und die Geliebte dabei, Und blühten und klangen die Herzen Wie Blumenhaine im Mai. Ein Bächlein rauschte vorüber Mit plätscherndem Wanderlied, Stumm zog das Gewölk am Himmel, Bis unseren Blicken es schied. Es raschelte von den Bäumen Das Laub, verwelkt und zerstreut, Und schweigen an uns vorüber Zog leichten Schrittes die Zeit. Stumm blickte aufs junge Pärchen Das alte stille Paar; Des Lebens Doppelspiegel Stand vor uns licht und wahr: Sie sah'n uns an und dachten Der schönen Vergangenheit; Wir sah'n sie an und träumten Von ferner künft'ger Zeit.

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Mit seiner Braut möchte man bis ans Ende der Welt gehen. Hat man sie geheiratet, bedauert man, daß die Welt kein Ende hat.

Weber, Durch die Lupe, 1907

Die Ehe bindet Mann und Weib mit Götterband Und gilt, bewacht vom Rechte, mehr als Eidesschwur.

Aischylos, Die Eumeniden (Dritter Teil der Orestie), 458 v. Chr

An so ein Leben, in dem man nie allein ist, gewöhnt man sich nicht; man lebt es bitter zu Ende.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Nie allein, in: Deutschland, Deutschland über Alles. Ein Bilderbuch, 1929

Dass seine Frau ihn liebt – das weiß mancher Mann viel genauer als seine Frau.

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Heiraten ist leichter als verheiratet sein.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Die Ehe ist nur zu oft die Scheidung zweier Herzen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Der erste Kuss, Der erste Verdruss Wie brennen die zwei! Und – 's bleibt nicht dabei!

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Ein Ehevermittler sagte: „Sobald die Mitgiftfrage erledigt ist, werden die Ehen im Himmel geschlossen.“

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Dass das eheliche Leben viele angenehme Seiten hat – wer wird es leugnen? – Höchstens ein Verheirateter!

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Gatten, die sich vertragen wollen, Lernen's von uns beiden! Wenn sich zweie lieben sollen, Braucht man sie nur zu scheiden.

Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil, 1808. Walpurgisnachtstraum, Oberon

Oh, die ergebenen Frauen zu sehen, wie sie müde mit ihren Gatten gehen – und zu denken, daß sie vor kurzen Jahren starke, hochfordernde Mädchen waren, die nun alles vergaßen und alles verrieten und nicht mehr wünschen und kaum noch bieten – Und zu denken, daß du in nächster Frist auch eine von den Gelebten bist – – Und warst wie ein blühender Sang der Liebe – Oh, daß doch eine das Flammenlied bliebe!

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