Freundschaft Sprüche

Sprüche über Freundschaft und Zusammenhalt

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Denn Freundschaft ist die beste Blume, Die auf Gottes Erde blüht, Und die sich frisch erhält, zu unvergeßnem Ruhme, So viel auch Neid und Stolz des Giftes um sich sprüht. Ein Tor daher, wer auf den Wegen Des kurzen Lebens sie nicht pflückt, Nicht unter lauten Herzensschlägen Sie fest an seinen Busen drückt.

Hartmann, Komische Erzählungen in Versen. Von einem Freunde frohen Scherzes und heitrer Laune, 1785 (anonym veröffentlicht). Aus: Der unerfahrne Okulist

Menschenleben ohne Freundschaft ist wie ein gemaltes Feuer, umsonst suchst du Licht und Leben darin.

Stiwel (Hg.), Anthologie oder Blätter für Verstand und Herz, 1837-42. 1838

Gib den Gedanken, die du hegst, nicht Zunge, Noch einem ungebührlichen die Tat!

Shakespeare, Hamlet, Erstdruck 1603. 1. Aufzug, 3. Szene, Polonius zu Laertes

Durch Zusammensein mit lieben Freunden wird oft ein ganzes Heer von Erinnerungen wach.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Der Name Freund ist häufig, aber Treue ist rar.

Phaedrus, Fabeln. Originaltext: Vulgare amici nomen, sed rara est fides. Übersetzt von Siebelis

Den gerechten Menschen ist es so ernst mit der Gerechtigkeit, dass sie, gesetzt den Fall, Gott wäre nicht gerecht, nicht eine Bohne sich um Gott kümmerten.

Landauer (Hg.), Meister Eckharts mystische Schriften, 1903

Ja, mein Guter, man hat von seinen Freunden zu leiden gehabt.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Johann Peter Eckermann, 23. März 1829

Das charakterisiert die Menschen von heute. – Freunde, dicke Freunde, solange die beiderseitigen Interessen den gleichen Weg nehmen. Sofortiger Riss in der Freundschaft, wenn der Egoismus des einen durch Schmälerung seiner Interessen beeinträchtigt wird.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Ein Statistiker hat die Durchschnittsdauer der Freundschaften berechnet. Ergebnis: sie währen so lange, bis man sie erprobt.

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Narben Und als ich zu St. Petern kam, Er meinen Körper in Augenschein nahm: "Sie schlugen auf dich wohl blind und toll, Wie bist du Armer narbenvoll!" "Ach ja, das taten die Feinde mein, Es sollte wohl nicht anders sein!" Als Petrus nahm meine Seele heraus, Wie zog er erst da die Brauen kraus. "Nun, keine Seele sah ich je, Wie deine ich voll Wunden seh!" "Herr Peter! Das haben die getan, Die ich sah als meine Freunde an!"

Bern/Zoozmann (Hg.), Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl aus vergangenen Jahrhunderten und aus unseren Tagen, Erstauflage hg. von Maximilian Bern, spätere Auflagen neu bearbeitet und hg. von Richard Zoozmann, 3 Bde., 1924-29 (EA: 1902)

Manchmal sieht man Freunde wieder, die es zu etwas gebracht haben. Neid? Nein. Aber wenn man lange nachgedacht hat, warum sie einem so fremd und so unsympathisch geworden sind, so dürfte es wohl dieses sein: ihre süßliche Erfolgschnauze.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Schnipsel [11], in: Die Weltbühne, 06.09.1932, Nr. 36 (Peter Panter)

An Neuffer Im März 1794 Noch kehrt in mich der süße Frühling wieder, Noch altert nicht mein kindischfröhlich Herz, Noch rinnt vom Auge mir der Tau der Liebe nieder Noch lebt in mir der Hoffnung Lust und Schmerz. Noch tröstet mich mit süßer Augenweide Der blaue Himmel und die grüne Flur, Mir reicht die Göttliche den Taumelkelch der Freude, Die jugendliche freundliche Natur. Getrost! es ist der Schmerzen wert, dies Leben, So lang uns Armen Gottes Sonne scheint, Und Bilder beßrer Zeit um unsre Seele schweben, Und ach! mit uns ein freundlich Auge weint.

Hölderlin, F., Gedichte

Wo Geld kehrt und wendt, Hat die Freundschaft bald ein End.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Was gibt es Erfreulicheres, als einen neben sich zu haben, mit dem du über alles sprechen darfst, wie mit dir selbst? Wie würde der Genuß bei glücklichen Einfällen so groß sein, wenn du keinen Freund hättest, der sich ebenso darüber freute, wie du selbst? Widerwärtiges aber zu ertragen, würde schwer sein, ohne einen, der es noch schmerzlicher fühlte, wie du selbst.

Cicero, Laelius über die Freundschaft (Laelius de amicitia), 45/44 v. Chr. VI, 22

Denn von Natur vereinigt sich gern Gleiches mit Gleichem. Beim Eingehen einer Freundschaft hat man also sehr behutsam zu sein, weil jeder, der von zwei vertrauten Freunden den einen kennt, ohne weiters überzeugt ist, auch der andere müsse von derselben Art sein.

Castiglione, Der Hofmann (Il Libro del Cortegiano), 1528

Es welket der Erde Kraft, des Leibes Stärke, Die Treue stirbt, Untreue wuchert auf; Unwandelbar ist auch die Freundschaft nicht, Nicht zwischen Männern und zwischen Völkern, Was heute gefällt, ist morgen widerwärtig; Der eine preiset, was der andere tadelt. Es kommt der Tag, wo fest verschlungne Hände Um leichten Vorwand auseinander fahren Und nach dem Schwerte greifen.

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Freundschaft 

Und nochmals sag' ich: bleibe fein Bei Freundschaft in dem Niedern;
 Der Hohe wird nicht ehrlich seyn, 
Die Liebe nicht erwiedern; Ich fürchte, daß sein Gut und Stand Dich, wie ein Berg, verschütte; Es geht kein mächt'ger Elephant In eine stroherne Hütte.

Eyth, E., Gedichte, 2. vermehrte Ausgabe 1851. Originaltext

Hiob besaß zwei Freunde in der Not Ist einer schon genug; bei rauhem Wetter Ist Freundschaft meist ein trauriger Pilot, Ein Arzt, der teuer ist und selten Retter.

Byron, Don Juan, 1819-24

Wer sich in der gleichen Gefahr befindet (nämlich von verräterischen Freunden umgeben zu sein), hat wenig von seiner Macht und seiner Wachsamkeit zu hoffen. Denn wie schwer ist es nicht, sich vor dem Feinde zu hüten, der sich hinter der Miene des diensteifrigsten Freundes verbirgt, den wir haben, die geheimen Gedanken und Absichten derer zu kennen, die uns umgeben?

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Keinen stellen glückliche Umstände so hoch, dass er nicht um so mehr einen Freund brauchte, weil er sonst alles genug hat.

Seneca, Von den Wohltaten (De Beneficiis). VI, 29. Übersetzt von J. M. Moser (1829). Originaltext: Neminem tam alte secunda posuerunt, ut non illi eo magis amicus desit, quia nihil absit

Wenn dich einer zum Freunde der Seele begehret, o, so verschmäh' ihn nicht; nimm ihn ans liebende Herz, nimm ihn hin, wie er ist, den Liebenden kannst du erziehen. Strahle das Höhere aus, und du erhöhest den Freund. Weißt du, ob je sich ein Herz mit tieferer Liebe sich öffnet? Ob sich die Freundschaft dir nicht, wo du sie suchest, entzieht? Liebst du mich, lieb' ich dich; nur jenes entscheidet das Bündnis. Unaussprechliches Glück blühet aus diesem Prinzip.

Braunschweig (Hg.), Goldene Garben. Ein Brevier für Frauen und Jungfrauen, hg. von M. von Braunschweig, 1907