Freundschaft Sprüche

Sprüche über Freundschaft und Zusammenhalt

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Erwäge Alles mit dem Freund; doch weil Auf jedem Zweige dir nicht Freunde wachsen, Nicht jeder Freund gesund am Markte ist, Erwäge deinen Freund erst mit dir selbst; Steh still und forsche, prüfe, rasch nicht wählend, Mit Argwohn nicht auf den Gewählten blickend; Entschlossen im Entschluß: erkennend, eh' Du Freund dich nennst, dann trauernd bis zum Tode. Das ehrt den Freund, doch dich ehrt es noch mehr.

Young, Klagen oder Nachtgedanken (The Complaint or Night-Thoughts), 1742-45

Nur uns Armen, die wir wenig oder nichts besitzen, ist es gegönnt, das Glück der Freundschaft in reichem Maße zu genießen. Wir können unsre Geliebten weder durch Gnade erheben, noch durch Gunst befördern, noch durch Gedanken beglücken. Wir haben nichts als uns selbst. Dieses ganze Selbst müssen wir hingeben.

Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/6. 4. Buch, 2. Kap., Wilhelm

Es gibt kein Glück, das sich irgendwie mit dem vergleichen ließe, einen treuen und zuverlässigen Freund zu besitzen. Der Verkehr mit ihm erfreut und entlastet die Seele, klärt und erhellt den Verstand, erzeugt neue Gedanken und Anschauungen, stärkt die Tugend und die guten Vorsätze, besänftigt und mäßigt die Leidenschaften und füllt fast alle unsere müßigen Stunden.

Addison, in: The Spectator, 1711-14

Den Freund, dessen Hoffnungen man nicht befriedigen kann, wünscht man sich lieber zum Feinde.

Nietzsche, Morgenröte. Gedanken über die moralischen Vorurteile, 1881

Eines Toren Freundschaft ist wie die Umarmung eines Bären.

Hertz (Hg.), Worte der Weisen aus allen Völkern und Zeiten, 1886

Freundschaft mit dem geisteslosen Tropf' Ist ein innen leerer, außen schwarzer Topf.

Peiper (Hg.), Stimmen aus dem Morgenlande, oder: Deutsch-Morgenländische Frucht- und Blumenlese. Eine Sammlung von unbekannten oder noch ungedruckten Schriftstücken Morgenländischer Autoren, hg. von Carl Rudolf Samuel Peiper, 1850

Wer hat diesen Nektar geschaffen, dies einsilbige Wörtchen ›Freund‹, diesen Schützer vor Unfällen, Heiltrank gegen des Kummers Qual?

Benfey (Übers.), Pantschatantra. Fünf Bücher indischer Fabeln, Märchen und Erzählungen, 2 Bde., 1859

Ein treuer Freund ist ein starker Schutz; wer den findet, der findet einen großen Schatz.

Altes Testament. Das Buch Jesus Sirach (#Sir 6,14)

Wunder ist's, wenn jemand traurig ist, da er doch einen Freund besitzt!

Peiper (Hg.), Stimmen aus dem Morgenlande, oder: Deutsch-Morgenländische Frucht- und Blumenlese. Eine Sammlung von unbekannten oder noch ungedruckten Schriftstücken Morgenländischer Autoren, hg. von Carl Rudolf Samuel Peiper, 1850

Wenn sie sich Große zur Stütze nehmen, gelangen auch Kleine zur Größe. Siehe, eine Liane erreicht den Gipfel eines großen Baumes, indem sie sich auf ihn stützt.

Hertz (Hg.), Worte der Weisen aus allen Völkern und Zeiten, 1886

Schwache Menschen erreichen ihr Ziel, wenn sie sich mit starken verbinden; wie der Bach mithilfe des Stromes den Ozean erreicht.

Hertz (Hg.), Worte der Weisen aus allen Völkern und Zeiten, 1886

Man muß zuvor viele Scheffel Salz miteinander essen, bis die Aufgabe der Freundschaft erfüllt ist.

Cicero, Laelius über die Freundschaft (Laelius de amicitia), 45/44 v. Chr. XIX, 67

Wer an den vier Meeren Freunde hat, glaubt überall Orchideenluft zu riechen.

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Das schönste Gut Wahrlich, der redliche Freund ist unter den Gütern der Menschen Ewig das schönste für den, welcher ihn weise bewahrt.

Schubart, C. F. D., Gedichte

Ein Herz und eine Seele sei Mit seinem Freund der Freund: Liebreich und wahrhaft, mild und frei, In Fern' und Tod vereint! Einst bringt, wer früher starb, in Glanz Dem Brudergeist den Palmenkranz!

Voß, J. H., Gedichte. Aus: Freundschaftsbund

Zwei kräftige Freunde sind wie zwei Uhren, welche in ihren kleinen Perpendikelschlägen wechselnd abweichen und zustimmen, aber bei dem großen ordentlichen Ausschlagen ineinerStunde zusammen treffen.

Jean Paul, Impromptü's, welche ich künftig in Stammbücher schreiben werde (in: Cotta'sches Taschenbuch für Damen auf das Jahr 1812), 1811

Widerspruch eines Freundes kann uns Richtschnur werden.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Einzig aus geistiger Freundschaft mit den Lebenden gewinnt man Einblick in die wirklichen Zusammenhänge zwischen Volk und Land.

Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, entstanden im Exil 1939-41, Stockholm 1942 (posthum)

Ich kenne nichts Wohltuenderes auf der Welt als eine Unterhaltung mit einem Freund über schmerzliche Dinge.

Prudhomme, Intimes Tagebuch und Gedanken

Unter Freunden Ein Nachspiel 1 Schön ist's, miteinander schweigen, Schöner, miteinander lachen, – Unter seidenem Himmels-Tuche Hingelehnt zu Moos und Buche Lieblich laut mit Freunden lachen Und sich weiße Zähne zeigen. Macht' ich's gut, so wolln wir schweigen; Macht' ich's schlimm –, so wolln wir lachen Und es immer schlimmer machen, Schlimmer machen, schlimmer lachen, Bis wir in die Grube steigen. Freunde! Ja! So solls geschehn? Amen! Und auf Wiedersehn! 2 Kein Entschuldgen! Kein Verzeihen! Gönnt ihr Frohen, Herzens-Freien Diesem unvernünftgen Buche Ohr und Herz und Unterkunft! Glaubt mir, Freunde, nicht zum Fluche Ward mir meine Unvernunft! Was ich finde, was ich suche –, Stand das je in einem Buche? Ehrt in mir die Narren-Zunft! Lernt aus diesem Narrenbuche, Wie Vernunft kommt – »zur Vernunft«! Also, Freunde, solls geschehn? – Amen! Und auf Wiedersehn!

Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 2. erweiterte Auflage 1886 (EA: 1878). Unter Freunden. Ein Nachspiel

Alle Menschen sind meine Freunde.

Rolland, Meister Breugnon (Colas Breugnon), deutsche Erstausgabe 1920