Gedanken Sprüche

Nachdenkliche Sprüche und Gedanken

493 Sprüche in dieser Kategorie

Wir wissen alle, daß in dem Äußern nichts liege; aber Zeremonien können gute Rührungen veranlassen, und auf gute Gedanken bringen. Auch sind sie bisweilen ein Fähnlein über dem Wasser, das uns anzeigt, wo der Schatz gewesen und versunken ist.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Übungen im Stil. m) Schlichter Stil

Der Gedanke lockt den Menschen an Abgründe unerforschlicher Geheimnisse, betrügt ihn, läßt ihn in quälender, ohnmächtiger Einsamkeit allein angesichts dieser Geheimnisse – und erlischt.

Gorki, Leonid Andrejew, 1920

Es gibt eine Zuständigkeit der Gedanken, die sich um ihren jeweiligen Aufenthalt wenig kümmert.

Kraus, Pro domo et mundo, 1912. IV. Vom Künstler

Weil ich den Gedanken beim Wort nehme, kommt er.

Kraus, Pro domo et mundo, 1912. IV. Vom Künstler

Wenn ein Gedanke in zwei Formen leben kann, so hat er es nicht so gut wie zwei Gedanken, die in einer Form leben.

Kraus, Pro domo et mundo, 1912. IV. Vom Künstler

Der Gedanke macht die Würde des Menschen aus.

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Das Drama schildert den Gedanken, der Tat werden will durch Handeln oder Dulden.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1835

Die großen Gedanken sind das Ergebnis der großen politischen Gärungsprozesse.

Saint-Simon, Entwurf einer neuen Enzyklopädie (Esquisse d’une nouvelle Encyclopédie), 1809-1811

Nichts ist freier als die Gedanken des Menschen.

Hume, Untersuchung in Betreff des menschlichen Verstandes (An Enquiry Concerning Human Understanding), 1748

Wenn man sein Herz hart bindet und gefangen legt, kann man seinem Geist viele Freiheiten geben: Ich sagte das schon einmal. Aber man glaubt mir’s nicht, gesetzt, dass man’s nicht schon weiß...

Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, 1886. Viertes Hauptstück. Sprüche und Zwischenspiele

Der Gedanke ist Allgemeingut und, im Gegensatz zum Gefühl, umso weniger wert, je mehr er an den Boden erinnert, auf dem er gewachsen ist.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1838

Meine Gedanken sind meine Dirnen.

Diderot, Rameaus Neffe (Le Neveu de Rameau), entstanden 1762-1773, übersetzt von Johann Wolfgang von Goethe 1805, gedruckt 1821

›Geist‹ ist heute Marktware, wer redet noch davon? Ein wirklich eigener Gedanke aber ist immer noch so selten wie ein Goldstück im Rinnstein.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1907

Auch in der geistigen Welt geht kein Atom verloren; was je war, verharrt unvertilgbar. In unsern Geistern leben die Geister aller Verstorbenen aller Zeiten.

Steinthal, Mythos und Religion, 1870

Für gute Gedanken braucht es wenig Worte, nur die schlechten verstecken sich in einem Schwall von Worten.

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Zu größerer Klarheit über seine Gedanken gelangt man, indem man sie anderen klarzumachen sucht.

Unger, Mosaik. Bunte Betrachtungen und Bemerkungen, 3. Auflage 1911 (EA: 1906)

Wider seine Gedanken kann niemand, die mag und wird Gott richten. Aber unsere Worte und unser Tun sind in unserer Macht, und sie sollen nicht sein, daß wir sie bereuen, daß die Menschen sie und uns verdammen.

Hoefer, In doloribus. Tagebuchblätter eines Verschollenen, 1869

Der ungesprochene Gedanke ist wirksamer als der gesprochene, der gesprochene wirksamer als der geschriebene, der geschriebene wirksamer als der gedruckte.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Ich glaube, daß Gedanken Dinge sind – sie haben einen Körper, einen Atem und Schwingen: Und daß wir sie aussenden, um die Welt mit guten oder bösen Ergebnissen zu füllen. Das, was wir unsere geheimsten Gedanken nennen eilt an den verborgenen Ort der Welt, und hinterläßt seine Segnungen oder sein Verderben als Spuren hinter sich. Wir bauen unsere Zukunft, Gedanken auf Gedanken, zum Guten oder Bösen, ohne es zu wissen. Aber so wurde das Universum geschmiedet. Gedanke ist ein anderer Name für Schicksal; wähle also dein Schicksal und warte, denn Liebe bringt Liebe und Haß bringt Haß.

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Man glaubt gar nicht, wie schwer es oft ist, eine Tat in einen Gedanken umzusetzen!

Kraus, Sprüche und Widersprüche, 4. Auflage 1924 (EA: 1909). IX. Sprüche und Widersprüche

Wer einen wirklich klaren Gedanken hat, kann ihn auch darstellen. Ist der Geist einmal der Dinge Herr, folgen die Worte von selbst.

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