Gott Sprüche – nachdenklich

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Was soll mir ein Zeiger, der sich so rasend schnell dreht, daß er tausendmal in einem Tag die richtige Minute und doch niemals die richtige Stunde weist?

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Es ist erstaunlich, daß noch nie ein kanonischer Autor sich der Natur bedient hat, um Gott zu beweisen.

Pascal, Gedanken über die Religion und einige andere Gegenstände (Pensées sur la religion et sur quelques autres sujets), Erstdruck 1669/70 (posthum)

Jede gefühlsmäßige Beziehung zu Gott ist sinnlos, Auflehnung nicht minder als Ergebung, denn der Altar, vor dem wir im Staube liegen, wie der, den wir zertrümmern wollen – wir sind es immer selbst, die ihn aufgerichtet haben.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Gott ist in Kreaturen unbegreiflich, doch kann man ihn in seinem Worte fühlen und betasten; wiewohl ers nicht macht, wie wir gern wollten, denn er hält nicht unsere Geometrie, Meß- und Rechenkunst.

Luther, Tischreden oder Colloquia, 1566

Der Gott, der Gott sterben läßt, um Gott zu besänftigen.

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In allen, auch den kleinsten Kreaturen, ja auch in ihren Gliedern scheinet und siehet man öffentlich Gottes Allmacht und Wundertaten. Denn welcher Mensch, wie gewaltig, weise und herrlich er auch ist, kann aus einer Feige einen Feigenbaum oder eine andere Feige machen?

Luther, Tischreden oder Colloquia, 1566

Gott ist eine leere Tafel, auf der nichts weiter steht, als was du selbst darauf geschrieben.

Feuerbach, Erläuterungen und Ergänzungen zum Wesen des Christenthums, 1846. Das Wesen des Glaubens im Sinne Luthers, 1844

Sprach der Herr am sechsten Tage: »Hab am Ende nun vollbracht Diese große, schöne Schöpfung, Und hab alles gut gemacht. Wie die Sonne rosengoldig In dem Meere widerstrahlt! Wie die Bäume grün und glänzend! Ist nicht alles wie gemalt? Sind nicht weiß wie Alabaster Dort die Lämmchen auf der Flur? Ist sie nicht so schön vollendet Und natürlich, die Natur? Erd' und Himmel sind erfüllet Ganz von meiner Herrlichkeit, Und der Mensch, er wird mich loben Bis in alle Ewigkeit!«

Heine, H., Gedichte. Neue Gedichte. Verschiedene. Schöpfungslieder, 5.

Gott tut nichts, wozu er dem Menschen Mittel und Kräfte gegeben, es selbst zu tun.

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Gott hört, wenn er es auch nicht gleich sagt.

Oesch (Hg.), Russische Sprichwörter. Ausgewählt und übersetzt von Will A. Oesch, Zürich 1945

Die Vorsehung Gottes ist auf Seiten der klaren Köpfe.

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Die Majestät und Herrlichkeit des göttlichen Wortes ist unaussprechlich und wir können Gott nimmermehr dafür danken.

Luther, Tischreden oder Colloquia, 1566

Der Mensch schlägt vor, aber Gott ordnet an.

Thomas von Kempen, Die Nachfolge Christi (De imitatione Christi), um 1418

Wie tief auch der Mensch gesunken sein mag, ein letzter Rest von Schamhaftigkeit, Ehrfurcht vor dem Heiligen und ähnlichen Gefühlen bleibt ihm doch, da ist der Punkt, wo die Barmherzigkeit Gottes immer wieder anknüpfen, von dem sie den Menschen wieder erobern kann.

Hesekiel, Von Turgot bis Babeuf. Ein socialer Roman, 3 Bde., 1856

Die Psyche der Bedrückten fordert einen gerechten, der Herrschenden einen duldsamen, der Freudefähigen einen lachenden Gott.

Schleich, Erlebtes, Erdachtes, Erstrebtes, 1928

Gott schläft nicht, dass du ihn aufwecken müsstest mit Geschrei.

Lehmann (Hg.), Florilegum Politicum. Politischer Blumengarten, 1630

Man kann Gott nicht entdecken, nur an seinen Werken erkennen.

Schleich, Erlebtes, Erdachtes, Erstrebtes, 1928

Aufrecht hat Gott den Menschen erschaffen, vorwärts, aufwärts soll er schauen: das scheidet ihn von der ganzen Tierwelt. Aufrecht muß man zu stellen wissen, wenn man versunkene Menschenkinder zu Gotteskindern machen will.

Gotthelf, Die Armennot – Ein Silvestertraum. Traktat, 1840/51. 7. Kapitel

Es genügt, Gott in der Gegenwart die Treue zu halten.

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Was hat denn das Volk von seinen Göttern, wenn es sich nicht ihretwegen prügeln darf?

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Die Achtung Gottes – wenn es erlaubt ist, so zu sprechen – läßt sich leichter gewinnen als die Achtung der Menschen, denn Gott rechnet uns unsere Bemühungen an.

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