Hoffnung Sprüche – zukunft

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Betrat'st du je ein Haus Mit hoffendem Verlangen Und bist von dannen drauf Gesenkten Blicks gegangen, Um eine Hoffnung ärmer? Wie anders schien die Welt Auf deinem ersten Gange, Als da du kehrst zurück Mit sorgenbleicher Wange, Um eine Hoffnung ärmer! Wie bohren sich ins Hirn Die heißen Sonnenstrahlen! Wie bebt das kranke Herz In wilden Fieberqualen, Um eine Hoffnung ärmer! Zerreißend dringt ins Ohr Der Straßen Lärmgewühle – Ach, daß du könntest ruh'n, Das Haupt auf weichem Pfühle – Um eine Hoffnung ärmer! Ach, daß das schwere Herz Der Tränen sich entlüde! Geduld! Noch kurzen Weg! – Wie wandelst du so müde, Um eine Hoffnung ärmer! Da endlich winkt das Heim ... Wohin sollst du dich wenden? Aus allen Winkeln raunt's Und von den düstern Wänden: »Um eine Hoffnung ärmer!«

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Mignon Buntbeblümte Wiesen dehnen Fernhin sich, die Luft weht lind; Auf umsonnten Wolkenkähnen Kam der Lenz ins Land geschwind . . . Buntbeblümte Wiesen dehnen Fernhin sich, die Luft weht lind. Laß mein Haupt an deines lehnen, Rühr die Harfe, holdes Kind! Lieblich wie Gesang von Schwänen Klagt ihr Ton im Abendwind . . . Laß mein Haupt an deines lehnen Rühr die Harfe, holdes Kind! Zages Hoffen, süßes Wähnen Schwellt die Seele mir gelind; Banges, langverhaltnes Sehnen Löst sich; Quellen rieseln lind . . . Ach, ich weiß nicht, ob es Tränen, Oder ob es Lieder sind.

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Voreilige Hoffnungen rächt das neidische Geschick zu oft mit Enttäuschungen! Wie der Same im Dunkeln, so muß das Glück in der Stille keimen, ehe es ans Licht des Tages tritt.

Brachvogel, Des Misstrauens Opfer, 1876

Ohne Glauben und Liebe, was ist die Hoffnung und – Gott! was?

Lavater, Taschenbüchlein für Weise, 1789. [56]

Nur die Hoffenden leben.

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Allen großen Hoffnungen folgt Traurigkeit.

Oesch (Hg.), Portugiesische Sprichwörter, ausgewählt und übersetzt von Will A. Oesch, Zürich 1945

Söhne deine Phantasie nie mit demnächstenUnglück aus, sondern mit demgrößten. Nichts löset mehr den Mut auf als die warmen, mit kalter Angst abwechselnden Hoffnungen.

Jean Paul, Hesperus oder 45 Hundsposttage. Eine Lebensbeschreibung, 3 Bde., 1795. Zweites Heftlein. 22. Hundposttag

Hoffnung ist das einzige Gut, das der Überdruss noch achtet.

Vauvenargues, Nachgelassene Maximen, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Der aber ist der Beste, der der Hoffnung sich vertraut allzeit! Verzagtheit kennt der Feige nur.

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Was du gehofft und ersehnt mit Herz und Aug', Gleicht schwellenden Knospen am Rosenstrauch, Und was zu erreichen davon dir geglückt, Gleicht Rosen im Zimmer, die gestern gepflückt.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Wer oft gehofft hat, lernet fürchten.

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Hoffnung bleibt mit dem Leben vermählt.

Goethe, J. W., Gedichte. Aus: Achilleis, entst. 1797–99, veröff. 1808

Wie die Schienbeine darf man auch die Hoffnung nicht zu weit ausstrecken.

Stobaios, Eclogae und Florilegium (antike Sammlung von Exzerpten und Lehrmeinungen). Flor. 110, 23

Hoffe vom Guten – Gutes, und von dem Besten das Beste!

Hufeland (Hg.), Worte des Herzens von J. C. Lavater. Für Freunde der Liebe und des Glaubens, hg. von Christoph Wilhelm Hufeland, 8. Auflage 1852 (EA: 1825)

Was bewegt dich, stiller Himmel? Was beschwingt die schweren Wolken? Herz, wie kommt die helle Höhe übers tiefgraue Meer? Durch die Wolken schwebt ein Vogel, schwebt vorbei mit hellen Flügeln, trägt die goldne Morgenröte übers tiefgraue Meer. Komm zurück, du goldner Vogel! Nimm mich hoch in deine Höhe! Trag mein Herz, du helle Hoffnung, übers tiefgraue Meer!

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Was ist Hoffnung? Eine feile Dirne; Jeden lockt sie, gibt hin allen sich. Hast du ihr den reichsten Schatz geopfert – Deine Jugend – dann verläßt sie dich.

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Hoffnung ist das tägliche Brot des Unglücklichen.

Jacobs (Hg.), Aehrenlese aus dem Tagebuche des Pfarrers von Mainau, 2 Bde., 1823-25

Die Hoffnung ist der Schleppdampfer des Lebens.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1891

Man hofft ja immer, die Hoffnung ist ja die wunderbare Erfindung, wodurch die Lücken des Welt-Alls verstopft werden.

Hebbel, F., Briefe. 27. Februar 1843

Du hast die Pflicht gegen die ganze Welt, sie von deiner Hoffnung zu überzeugen.

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Hoffnung, – was bist du oft? – ein Schatten und nichts mehr.

Martin, Ein Buch der Weisheit und Wahrheit, 1868